Lokal verankerte Tradition greift globale Probleme auf

Schweigekreis für Menschenrechte in Puchheim

Puchheimer versammelten sich am Nord-Süd-Tor, um für Menschenrechte in aller Welt einzustehen.
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Puchheimer versammelten sich am Nord-Süd-Tor, um für Menschenrechte in aller Welt einzustehen.

Puchheim – Seit 1992 rufen Campo Limpo und die Ortsgruppe von Amnesty International stets am Internationalen Tag der Menschenrechte zu einem Schweigekreis um das Nord-Süd-Tor am S-Bahnhof auf. Zur Einstimmung wurden aktuelle brennenden Konflikte bedacht, wo Menschenrechte verletzt und missachtet werden, etwa im Mittelmeer, in Afghanistan, an der Grenze von Belarus und Polen.

Um die Freilassung von drei jungen Menschen in Eritrea, Belarus und dem Westjordanland zu erreichen, gingen Briefe an die Verantwortlichen. Weitere Fälle können unter www.briefmarathon.de online unterzeichnet werden.

Protestiert wurde insbesondere gegen zunehmenden Landkauf durch deutsche Pensionskassen oder mit Förderung des Entwicklungshilfeministeriums. „Land ist Leben. Es bildet eine wichtige Grundlage, nicht nur für das Recht auf Nahrung, sondern auch für das Recht auf Wohnen, auf Wasser und auf ein Leben in Würde“, erklärt Walter Ulbrich vom Verein Campo Limpo. Die Landkonzentration habe in den letzten Jahren wieder rasant zugenommen und Land sei extrem ungleich verteilt. Kleinbauern werden von ihrem Land oder von Gemeinschaftsweiden vertrieben, wenn ihr angestammtes Recht noch nicht notariell verbrieft ist.

Zwei unter www.fian.de dokumentierte Fälle wurden an diesem Abend aufgegriffen. Einem Luxemburger Fond gehört mit Beteiligung der DEG – einer Tochter der Staatsbank KfW – inzwischen die Hälfte der Landes von Paraguay. Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe in Münster beteiligte sich an einem Fond, der in Nord-Ost-Brasilien illegal Land erworben hat, um dort großflächig Gen-Soja für den Export anzubauen.

Der von der Versammlung nach Münster per Postkarten übermittelte Appell zeige laut Ulbrich bereits Wirkung. Der Verwaltungsausschuss werde die Investition unter ethischen Gesichtspunkten neu bewerten.

red

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