150.000 Euro Schaden

Schwelbrand zerstört Verkaufsstube der Bäckerei Nau

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Alles schwarz vor lauter Ruß: Bäcker Werner Nau macht sich ein Bild vom Schaden – vom Kühlschrank, der neben der Säule stand, ist nichts mehr übrig.
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Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, als rund 30 Einsatzkräfte mit fünf Feuerwehr-Fahrzeugen gegen 5 Uhr morgens anrückte.

„Essen ist ein Bedürfnis, Genießen ist eine Kunst“ steht mit einem violett-schwarzen Schriftzug an der Wand. Doch die Wand ist schwarz verrußt. Hier wird für die nächste Zeit keiner mehr essen, geschweige denn genießen.

Fürstenfeldbruck – Denn nicht nur die Wand, die gesamte Verkaufsstube der Bäckerei Nau ist nach einem Schwelbrand schwarz. Es stinkt noch immer nach verbranntem Plastik.

30-minütiger Einsatz mit 30 Mann

Die Feuerwehrmänner waren noch im Tiefschlaf, als die Alarmierung am Dienstag, 24. Juli, um 4.54 Uhr eingegangen ist. Gegen fünf Uhr vor Ort bot sich den rund 30 Einsatzkräften der Brucker Feuerwehr ein rauchiges Bild. Dicke, schwarze Schwaden hingen in der Filiale der Bäckerei Nau in der Landsberger Straße. „Doch schon nach kurzer Zeit zogen sich die schwarzen Wolken bereits zurück. Die Ursache für die starke Rauchentwicklung war schnell gefunden. Ein Kühlschrank hinter der Theke fing wegen eines technischen Defekts zu brennen an. „Weil alle Fenster zu waren und der Raum dicht war, hatte der Brand nicht genug Sauerstoff, weshalb er sich selbst löschte aber dafür sehr viel Rauch entwickelt hat“, erklärt der Einsatzleiter, Kommandant Michael Ott. Deshalb mussten die Einsatzkräfte lediglich Messungen an den beiden darüberliegenden Wohnungen durchführen und belüften. „Oben war aber alles in Ordnung“, sagt Ott.

Giftstoffe des Plastiks

War der Rauch erst einmal verzogen, war der Blick frei zu den Auswirkungen. Überall ein schwarzer Film. „Der Boden war voll mit einer ein Zentimeter dicken Schicht schwarzem Ruß“, erinnert sich der Kommandant. Zudem roch es stark nach verbranntem Plastik. Kein Wunder: Vom Kühlschrank ist nicht mehr viel übrig. „Die Giftstoffe des Plastiks haben sich niedergeschlagen, der Raum ist erst einmal komplett unbrauchbar“, weiß Ott aus Erfahrung.

„Man konnte keine zehn Zentimeter weit sehen“

Werner Nau, Besitzer der Bäckerei, hat im Chaos jedoch schnell reagiert. Zwei Mitarbeiterinnen riefen ihn an, weil sie vor lauter Rauch nicht in den Laden sehen, geschweigedenn gehen, konnten. „Ich war gerade beim Ausliefern und war in zwei Minuten vor Ort“, erzählt Nau. Als er gemerkt hat, dass normales Lüften nichts bringt, rief er sofort die Feuerwehr. „Man konnte keine zehn Zentimeter weit sehen“, schildert er das Ausmaß. 

Alltag geht vorerst mit Verkaufswagen weiter

Bereits kurze Zeit nach dem 30-minütigem Einsatz stand schon ein Verkaufswagen vor dem Fenster der Bäckerei, an dem es für die Kunden am frühen morgen bereits Semmeln, Brot und Gebäck gab. Der Wagen wird dort wohl noch länger stehen. „Der Schaden beträgt über 150.000 Euro. Wir versuchen alles so schnell wie möglich herzurichten, aber es wird sicher zwei, drei Monate dauern“, ist sich der Bäckermeister sicher. Der 53-Jährige weist aber darauf hin, dass es mit dem Verkaufswagen und den Sitzplätzen vor dem Geschäft kaum Einschränkungen geben wird. Gebacken wird wie immer in Mammendorf. „Ich möchte mich herzlich bei den Feuerwehr- und anderen Einsatzkräften bedanken, die uns so tatkräftig unterstützt haben und so schnell vor Ort waren“, kann er abschließend nur noch sagen. 

Kohr

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