FW-Fraktion im Olchinger Stadtrat begrüßt zwei neue Mitglieder

CSU-Urgestein Karl Schwojer wechselt zu den Freien Wählern

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Zuwachs für die FW-Fraktion in Olching: Karl Schwojer und Peter Knoll (im Hintergrund) werden von Fraktionssprecher Ewald Zachmann über die Termine der Fraktionssitzungen informiert.  

Olching – Der ehemalige CSU-Bürgermeisterkandidat Karl Schwojer (58) wechselt mit sofortiger Wirkung zu den Freien Wählern. Zuvor hatte der Filialleiter eines großen Versicherungskonzerns nach 40 Jahren Zugehörigkeit sein CSU-Parteibuch zurückgegeben. Auch der bisher in einer Ausschussgemeinschaft mit der ÖDP sitzende Stadtrat Peter Knoll (50) verstärkt künftig die damit auf acht Personen angewachsene FW-Fraktion im Olchinger Stadtrat. Der CSU-Ortsverband brachte seine Meinung  zu dem Austritt in einer Pressemitteilung zum Ausdruck.

 Schwojer begründete seinen Schritt mit zahlreichen politischen und persönlichen Differenzen mit der örtlichen CSU. Unverständlich sei ihm beispielsweise gewesen, dass die Fraktion nach anfänglicher Unterstützung so schnell die Idee aufgegeben habe, statt des hochdefizitären Schwimmbads in Eigenregie eine Alternativlösung mit einem privaten Investor anzustreben. Vielleicht sei gerade dieser Investor nicht der Richtige gewesen, ein anderer aber schon, meinte Schwojer.

Auch sei es wenig sinnvoll, das derzeitige Rathaus mit Millionenaufwand jetzt zu sanieren: „Zu teuer und am falschen Standort.“ Auch die Stadtentwicklung mit der übereilten, für die Stadt Olching wenig lukrativen Ausweisung riesiger Gewerbeflächen für Betriebe, die nur wenige Arbeitskräfte benötigten, kritisierten Karl Schwojer wie die anwesenden anderen Stadträte der Freien Wähler. Zum Pressegespräch waren auch der Fraktionsvorsitzende Ewald Zachmann, sein Stellvertreter Sepp Gigl und der 3. Bürgermeister Bernhard Nickel erschienen. Ewald Zachmann wie Peter Knoll legten Wert auf die Feststellung, dass Vorstand, Fraktion und die Mitglieder der FW Olching den Übertritt des als nicht gerade stromlinienförmig geltenden Bankkaufmanns einhellig begrüßt hatten: Eine kürzlich durchgeführte interne Mitgliederversammlung hatte der Aufnahme von Karl Schwojer bei einer Enthaltung einstimmig zugestimmt.

Das Faß zum Überlaufen gebracht hatte für Karl Schwojer der Umgang mit dem verdienten Ex-CSU-Stadtratsmitglied Karin Stürzer nach deren Austritt aus der CSU-Fraktion und die Demontage der eigenen potentiellen CSU-Bürgermeisterkandidaten: Ohne vorher mit möglichen Bewerbern zu reden, hatte der CSU-Ortsvorstand mit dem SPD-Bürgermeister gesprochen und ihm angeboten, eventuell auf einen eigenen CSU-Bürgermeisterkandidaten zu verzichten, wenn Magg nicht auf der SPD-Stadtratsliste antreten würde.

Für Peter Knoll war der Übertritt zur FW-Fraktion ein logischer Schritt nach der erfolgreichen Fusion der FW GEO mit der ehemaligen FWO im vergangenen Jahr. Er dankte seinem ehemaligen Ausschussgemeinschafts-Kollegen Erwin Dobner für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.

redkb

Inzwischen hat der CSU-Ortsverband Olching über seinen Sprecher Herbert Greulich folgende Pressemitteilung zum Austritt von Karl Schwojer aus der CSU verbreitet: 

"Der Austritt von Karl Schwojer aus der CSU kam für die meisten Mitglieder des CSU Ortsvorstandes nicht überraschend. Schwojer hatte die Nichtnominierung zum CSU Bürgermeisterkandidaten im Jahr 2007/2008 nicht überwunden. Er nahm seit seiner Nichtnominierung an keiner Vorstandssitzung (dort sind die Mitglieder der Fraktion immer eingeladen) mehr teil. In der CSU Fraktion arbeitete er weiterhin mit. Der Vorstand hatte gute Gründe, eine Nominierung von Robert Meier, der heute 2-ter Bürgermeister der Stadt Olching ist, einer Nominierung von Schwojer vorzuziehen. Schwojer ist nicht unbedingt für sein ausgleichendes Wesen bei der Zusammenarbeit mit dem politischen Gegner bekannt. Das wird auch seine zukünftige Fraktion noch zu spüren bekommen.

 Nach den Kommunalwahlen 2008 entschied sich der Vorstand der Olchinger CSU dafür, Robert Meier als Kandidaten für den 2-ten Bürgermeister vorzuschlagen. Mit Schwojer als 2-tem Bürgermeister, wäre eine für das Wohl der Olchinger Bürger, gedeihliche Zusammenarbeit mit der SPD Stadtratsfraktion, nicht möglich gewesen. Schwojer ist in den Vorverhandlungen von der SPD nicht akzeptiert worden. Das spricht nicht unbedingt für Karl Schwojer. Für Schwojer war seine Nichtberücksichtigung durch die CSU, als Kandidat für den 2-ten Bürgermeister der absolute Bruch mit dem Vorstand. Wir mussten diesen Bruch akzeptieren, denn eine gedeihliche Zusammenarbeit möglichst aller Fraktionen im Olchinger Stadtrat, muss Vorrang vor den Befindlichkeiten einzelner Parteimitglieder haben. Einige im Vorstand rechneten schon Anfang 2008 mit dem Bruch zwischen Schwojer und der CSU. 

Im Frühsommer 2013 erfuhren einige aus dem CSU Vorstand, von Gesprächen zwischen Schwojer und Vorstandsmitgliedern der FWO. Da wir aber die Einstellung von Schwojer gegenüber der FWO und speziell gegenüber einflussreichen Personen in der FWO bestens kannten, waren wir uns nicht sicher, ob die FWO Schwojer als Überläufer akzeptieren würde. Die Gerüchte aus gut informierten Kreisen wurden aber immer konkreter, sodass einige Mitglieder des Vorstandes Anfang September erfuhren, dass die Gespräche kurz vor dem Abschluss stehen würden. Man hatte uns informiert, dass in der Woche vom 16. September eine Entscheidung fallen würde. Am 18. September drang dann eine Information aus gut informierten Kreisen zu Einigen vom Vorstand durch, dass Schwojer zur FWO wechseln würde und dass die Presse das erst nach dem 23. September 2013 (das war übrigens der Tag, an dem eine Vorstandsitzung der CSU stattfand) veröffentlichen sollte. 

Wir wünschen der FWO alles Gute zu dieser Entscheidung. Eine Gruppierung wie die FWO, die die Geschicke im Olchinger Stadtrat nur noch am Rande beeinflussen kann, braucht einen Mann des Ausgleichs. Ob Schwojer allerdings der Mann ist, der mit SPD und CSU zum Wohle aller Bürger zusammenarbeiten kann, muss ernsthaft bezweifelt werden, ist aber auch nicht mehr das Problem der CSU. Das ein Mensch wegen Querelen in seinem Ortsverband, seine weltanschaulichen Grundsätze über Bord wirft und aus einer Partei austritt, die er mal als seine politische Heimat bezeichnet hat, das können wir nicht verstehen. Die große Politik der gesamten Partei Christlich Soziale Union, sollte man immer über die Probleme stellen, die man in einem Ortsverband mit der dortigen Führung haben kann. Eines möchten wir noch klarstellen. Das Ausscheiden von Karin Stürzer aus der CSU bedauern wir nach wie vor. Schwojer hatte behauptet, wir hätten Karin Stürzer nach ihrem Ausscheiden nicht genügend gewürdigt. Aus diesem Grunde hängen wir nochmals eine Presseerklärung vom 31.7.2013, dieser Presseerklärung von heute an. Zum Wechsel von Karl Schwojer zur FWO, bleibt uns nur noch zu sagen, dass wir der FWO alles Gute mit dem neuen Mitglied wünschen.

Herbert Greulich Pressesprecher

Pressemitteilung vom 31. Juli 2013

Karin Stürzer, langjährige Stadt-und Gemeinderätin in Olching, ist mit Wirkung vom 27. Juli 2013 aus der CSU Fraktion ausgetreten. Auch aus der CSU hat sie ihren Austritt erklärt. Der CSU Ortsverband Olching bedauert diese Entscheidung von Karin Stürzer. Obwohl seit den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2008 das Verhältnis zwischen dem Ortsverband und Karin Stürzer getrübt war – Karin Stürzer hatte bei der Nominierung eines Kandidaten für das Bürgermeisteramt andere Vorstellungen als der CSU Vorstand- übte Karin Stürzer ihr Amt als Schulreferentin bis dato mit viel Fleiß und Engagement aus.

 Seit vielen Jahren nahm Karin Stürzer nicht mehr an Vorstandssitzungen der CSU teil. Sie beteiligte sich auch nicht mehr an politischen Wahlkämpfen. Es war also für den CSU Vorstand abzusehen, dass sich Karin Stürzer über kurz oder lang von der CSU trennen würde. Als der Ortsvorstand vor einiger Zeit die Mitglieder der CSU Stadtratsfraktion fragte, wer bei den Kommunalwahlen 2014 wieder für die CSU kandidieren wolle, meldete sich Karin Stürzer nicht. Damals war für viele im Vorstand klar, dass sie in absehbarer Zeit die CSU verlassen werde. Die Mitglieder des Vorstandes können verstehen, dass es CSU Mitglieder gibt, die mit einigen Vorstandsmitgliedern nicht einverstanden sind. Da es sich aber bei der Mitgliedschaft in einer Partei um eine Art Weltanschauung handelt, sollten personelle Besetzungen von Ortsvorständen nicht dazu führen, diese Weltanschauung in Frage zu stellen. Es geht bei der Mitgliedschaft in einer Orts-Partei nicht darum, wer welche Posten besetzt, sondern es geht um die große politische Richtung, die die oberste Parteiführung in Bayern und darüber hinaus in Deutschland vorgibt. Der Ortsvorstand geht davon aus, dass Karin Stürzer das alles bedacht hat, als sie sich entschlossen hat, die Partei zu verlassen. Wir wünschen Karin Stürzer sowohl persönlich, als auch für ihr weiteres politisches Wirken alles erdenklich Gute, denn wir haben die vielen guten Jahre der Zusammenarbeit mit ihr nicht vergessen. Außerdem gilt die alte Weisheit: Man sieht sich immer mehrmals im Leben und dabei muss man stets bedenken, dass man ehrenvoll und in Würde miteinander umgeht.

Herbert Greulich

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