Stollenprüfung in der Sparkasse

Fruchtig und schmackhaft

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Bei der Stollenprüfung (von links): Prüfer Manfred Stiefel, Werner Nau (Obermeister), Sparkassenchef Klaus Knörr und Ehrenobermeister Franz Höfelsauer.

Ob gerollt, geschnitten oder gerissen, mit Frucht, Nüssen oder mit Quark verfeinert, Stollen gibt es in verschiedensten Variationen. Doch Stollen ist nicht gleich Stollen. In der Sparkasse Fürstenfeldbruck fand am 11. Dezember die jährliche freiwillige Stollenprüfung statt, bei der diesmal sechs Bäckereien teilnahmen: Bäckerei Wimmer (Fürstenfeldbruck), Bäckerei Fritz (Eichenau), Bäckerei Bücherl (Fürstenfeldbruck), Bäckerei Drexler (Jesenwang), Bäckerei Rackl (Olching) und die Bäckerei Nau (Grunertshofen).

Fürstenfeldbruck - Rund 34 Stollen liegen sortiert auf einem weißen Laken im Haupteingang zur Sparkasse Fürstenfeldbruck aus. Manfred Stiefel nimmt sich zunächst einen Butterstollen und beäugt ihn kritisch. „Ich nehme den Stollen in die Hand und schau mir die Form, Farbe, Zuckerung an. Dann schneide ich ihn in durch und schau mir die Konsistenz an. Anschließend rieche ich mit der Nase das Aroma und am Ende koste ich ihn“, sagt der 55-Jährige. Seit zwölf Jahren prüft der Konstanzer Backwaren in ganz Bayern und vergibt Punkte. Die Höchstpunktzahl liegt hier bei 100 („sehr gut“).

Höfelsauer: "Wir wollen den perfekten Stollen"

Für jeden Makel, den der Fachmann erkennt, gibt es Abzug. Dabei spielt noch ein gewisse Wertigkeit mit, ist er zum Beispiel zu trocken, werden vier Punkte abgezogen, stimmt jedoch das Aussehen nicht sind es nur zwei. Die Gesamtpunktzahl ermittelt Stiefel anhand folgender Kriterien: Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaft, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität, Geruch und Geschmack. Während die Form und das Aussehen nicht so eine große Rolle spielen, tut es der Geschmack sehr wohl. „Ein schönes Äußeres ist wichtig, aber letzten Endes zählt der Geschmack“, sagt Stiefel. Neun Punkte muss er abziehen, wenn dieser nicht passt. Um die Geschmacksbasis möglichst neutral zu halten, trinkt Stiefel nach jedem probierten Stollen einen Schluck Wasser, um den Geschmack zu neutralisieren. Das hilft jedoch nicht immer. „Bei 30 Stollen ist Schluss“, sagt er. „Wir wollen den perfekten Stollen“, erklärt Ehrenobermeister Franz Höfelsauer. Denn auch wenn der Verbraucher die Makel nicht sehe oder schmecke, ärgere das die Konditormeister. „Das eigene Produkt sieht man anders, als das Fremde“, sagt er. 

Für 0,50 Euro dürfen Passanten probieren

Doch nicht nur die Bäcker sind interessiert wie ihr Stollen abschneidet, auch die Passanten. Für einen Betrag von 0,50 Euro pro Stück, dürfen sie die Backwaren selbst „testen“. „Wir wollen mit dieser Prüfung nicht im Hinterstüberl bleiben“, sagt Hö- felsauer. Die Einnahmen durch die Stollen gehen an die Stadtstiftung „Bürger in Not“. Stiefel hat seine Bewertung abgeschlossen. Das Ergebnis: 20 Stollen waren „sehr gut“, 13 waren „gut“ und einer konnte nicht getestet werden. „Dieser Stollen war zu frisch“, erklärt Höfelsauer.

Felix Hamann

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