Sechs heimische Ausstellungen beim GröbenArt-Ateliertag in Gröbenzell

„Egon, der Hund von Heinz Oestergaard“, Öl/Leinwand, von Astrid Maleki.

Man hatte für den Ateliertag 2012 mit viel Glück eine einladende Witterung gewählt, da die Exponate fast ausschließlich in den eigenen Gärten präsentiert wurden. Einzeln stellten Michaela Friedrich, Anja Nemecek und Majra Küpper aus, vereint Hans Hönninger/Barbara Kreuter, Astrid Maleki/Markus Heller und Anneliese Kagerer /Wilfriede Müller.

Auch Gröbenzells Kulturreferentin Brigitte Böttger hatte die Rundreise zu den einzelnen Stationen angetreten. Michaela Friedrich zeigte eine sehr innige Mutter-Kind-Szene, nachgemalt jedoch erst 2011: „Inzwischen ist der Knabe bereits 13 Jahre alt!“ In Ölkreide gelang ihr ein außergewöhnlich dichtes Porträt - nach Foto - von Pater Anselm aus dem Kloster Münsterschwarzach in Unterfranken, ebenso auch ein verhalten-schönes Selbstporträt in Bleistift. Einige Linolschnitte wiesen auf ihren neuen Schwerpunkt hin. Anja Nemecek ist seit einem Jahr bei GröbenArt „zuhause“. Die gebürtige Böhmin malt intensiv seit zehn Jahren, überwiegend in Acryl, aber auch mit Vorlieben für schwierigere Aquarelle. In Bildern wie „Sommer“, „Begegnung“, „Sommernacht“ und „Herbstlaub“ verbreitet sie Stimmungen, lässt Farben leuchten. Außerirdische lächeln sich unter „Es gibt sie doch!“ an. Die behinderte Mejra Küpper, ehemalige Kindergärtnerin, malt - auch mit dem Fuß - überwiegend in Öl und am liebsten „Phantasiebilder“. Sie stammt aus Bosnien und das erklärt ein friedenstiftendes Bild der Brücke von Mostar. In der gleichen Richtung eine breite Mischtechnikarbeit „eins-2-drei-4“ zu den Weltreligionen, Schlicht, dennoch ausdrucksstark ihre „Sonnenblume“. Von rührender Naivität dagegen der abgebrochene Baumast, der mit Stützung dennoch zu einem blühenden Leben fähig ist. Barbara Kreutner setzt in ihren Fotografien auf ungewöhnliche wie erzählende Motive: Ein absprungbereiter Käfer hockt auf dem Rücken eines Kühlerfigur-Jaguars. Eine fotografisch langangepirschte Libellenlarve entpuppt sich als leer. Am Maisacher Aspengraben bildet sich gleich oberhalb einer winzigen Wasserstufe ein Blütenherz. Eine grüne Landschaft bei Maisach atmet vertraut Heimat - und die Clematis aus dem eigenen Garten explodiert fast in ihrer Blüte. Im - gleichen - Garten von Hans Hönninger trifft man eine schon bekannte alte Dame mit Motorradbrille wieder. Der „Rote Regent“ Christian Ude tritt mit der Bavaria auf Zeitungspapier und in blauen Acrylfarben auf. Ein Handspielpuppen-Polizist in Pastellkreide gehört zum Schmunzelkabinett und „Murnau“ ist eine feine Landschaft vor den ersten Bergen des Oberlandes. An seinem Garteneingang platzierte Hönninger gemalte „Zwei Stühle am Meer“ in Öl. Astrid Maleki erfasste in Öl bei Geiselbullach einen Baustellenhügel, von Klatschmohn überwachsen. „Golf auf Gut Häusern“ in Mischtechnik von 2007 deutet die Spannung vor dem Einlochen an. „Ein Hauch Leben“ ist die Klammer zu „Geborenwerden und Entweichen“. Durchaus humorvoll das Porträt vom Mops „Egon“, vor Jahren dem Modezar Heinz Oestergaard zugehörig. Markus Heller begnügte sich mit zwei Arbeiten in Öl, „Schrebergarten in Leipzig“ und „Sonnenblumen“ (noch nicht fertig). Anneliese Kagerer glänzt mit fotografisch genauen Porträts in Öl, von Placido Domingo ebenso wie dem „Kini“ oder Franz Beckenbauer und andere Größen. Ihre gemalte Gröbenzeller „Russenbrücke“ füllt als Großfoto fast eine ganze Wand aus - und ist in ihrer Komplettheit einmalig. Völlig anders eine Wildschweinszene im Wald: Fast ein familiär-gemütliches „wühl-in“. Die Garten-Partnerin Wilfriede Müller malt ausschließlich Aquarelle zwischen „Steinbrücke im Dartmoor/Südengland“ und „Italienische Impression Nähe Gardasee“. „Maisfeld und Landschaft vor Gewitterwolken“ ist bayerischen Ursprungs. Die Künstlerin liebt offenkundig harmonische Blumenarrangements. Der GröbenArt-Ateliertag 2012 war wie üblich auf nur einen Tag beschränkt.

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