Podiumsdiskussion mit den OB-Kandidaten

Antworten auf Zukunftsfragen

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Die OB-Kandidaten auf dem Podium (von links): Florian Weber (Die Partei), Elisabeth Staffler (LiB), Dr. Martin Runge (BBV/Grüne), Erich Raff (CSU), Philipp Heimerl (SPD) und Georg Stockinger (Freie Wähler).

Fürstenfeldbruck – 270 Stühle und 30 Sitzplätze auf der Empore reichten nicht aus, um den Andrang der Bürger zur Podiumsdiskussion im Veranstaltungsforum Fürstenfeld mit den sechs Oberbürgermeisterkandidaten zu bewältigen. 15 Besucher zogen bereits nach kurzer Zeit enttäuscht ab, der Rest gab sich mit einem Platz in den Gängen zufrieden. Knapp drei Stunden diskutierten die OB-Kandidaten Florian Weber (Die Partei), Elisabeth Staffler (Leben in Bruck), Martin Runge (BBV/Grüne), Erich Raff (CSU), Philipp Heimerl (SPD) und Georg Stockinger (Freie Wähler) unter Moderation von Christian Hufnagel, dem Teamleiter der SZ in Fürstenfeldbruck über Verkehrssicherheit/Verkehrsreduzierung, den sozialen Wohnungsbau, die Konversion des Fliegerhorstes und weitere Themen.

Schon bei der Vorstellung kamen bei dem ein oder anderen Kandidaten neben der bekannten Vita, ungeahnte Geschichten ans Licht. So recherchierte OB-Kandidat der Satire-Partei Die Partei Florian Weber in den sozialen Netzwerken, dass Nutzer im Internet weniger über das Wahlprogramm von Elisabeth Staffler diskutierten, als über das Bild auf ihren Wahlplakaten. „In Facebook wird mehr über die Frisur von Frau Staffler diskutiert, als über ihr Wahlprogramm“, erzählte er. Elisabeth Staffler, (Leben in Bruck) sieht in Weber indes jemanden, der vor allem für junge Menschen in der Politik bereichernd sei. „Kiesbaron“ Georg Stockinger, Freie Wähler, ist laut Philipp Heimerl nicht nur ein begeisterter Tänzer, sondern war auch Faschingsprinz der Stadt Fürstenfeldbruck. „Und Philipp Heimerl ist genau dann in die SPD eingetreten, als er Ministrant in der Pfarrei St. Magdalena war“, ergänzt Georg Stockinger. Martin Runge (BBV/ Grüne) scherzte, dass Erich Raff (CSU) nicht traurig sein solle, wenn er nicht OB werde, da er dafür seine Enkelkinder öfter zu Gesicht bekäme. Daraufhin konterte Raff: „Ich bin bereits seit 64 Jahren Brucker, Martin Runge möchte das erst noch werden.“ 

Verkehrsreduzierung in der Innenstadt

Raff stellte zunächst seine Position zur Verkehrsreduzierung vor. Auch ohne die Verlagerung der B2 wolle er durch den Ausbau des Radwegenetzes die Innenstadt vom Verkehr entlasten und Lastkraftwagen aus der Stadt bekommen, bekräftigte er. Philipp Heimerl überlege, ob man in Fürstenfeldbruck Kreisverkehre, Einbahnstraßen und auch Radwege umgestalten könne, um die Stadtmitte zu entlasten. Das Problem sei jedoch, dass viele Leute in die Innenstadt kämen, um dort einzukaufen oder wegen Arztbesuchen. Er setzt deshalb vermehrt auf Anwohnerparkzonen, sodass Straßen nicht zugeparkt werden. Florian Weber stand weiterhin zu seinem Vorschlag die Amperbrücke zu sprengen. „Ich halte den Vorschlag in den nächsten Jahren für realisierbarer und durchführbarer, als die Verlegung der B2“, sagte er. Martin Runge würde die Amperbrücke nicht sprengen, aber auch eine Tunnellösung halte er für nicht durchführbar. „Außerdem was wird aus dem Wappen ohne die Amperbrücke?“, erkundigte er sich. Der leidenschaftliche Radler wünschte sich, dass Fürstenfeldbruck für Radler attraktiver werde. Elisabeth Staffler fügte an, dass die Verlegung der B2 nicht im Alleingang gelöst werden könne. „Wir müssen alle Beteiligten mit ins Boot holen“, sagte sie. Georg Stockinger warnte davor, Autos im Allgemeinen zu verteufeln. „Wir müssen auch an die Leute denken, die täglich in die Arbeit fahren.“ 

Sozialer Wohnungsbau

Im Anschluss ging es um den sozialen Wohnungsbau. „Bezahlbarer Wohnraum fehlt“, hier waren sich alle Kandidaten einig. Heimerl forderte, dass die Kommunen den Bürgern genügend Wohnraum zur Verfügung stellen müssten und er den genossenschaftlichen Wohnbau wieder anregen wolle. „Der bereits vorhandene Wohnraum müsse effizient genutzt werden“, sagt er und sprach sich für Wohnungstauschbörsen aus. „Ich bin ein großer Fan vom Wohnungstauschbörsen“, pflichtete ihm Weber bei. Wohnungen sollen seiner Meinung nach in erster Linie nur noch an Brucker vergeben werden, die fünf Jahre im Landkreis leben, da momentan die Wohnungen schnell von Auswärtigen, zum Beispiel aus München gekauft würden. Elisabeth Staffler wolle sich für Werkswohnungen einsetzen, die Firmen ihren Angestellten zur Verfügung stellen. Martin Runge unterstützte den Vorschlag der Wohnbaugesellschaften. Erich Raff erklärte, dass es vor einigen Jahren eine Wohnbaugesellschaft gab, diese aber aufgelöst wurde, da nur rote Zahlen geschrieben wurden. Außerdem könne die Stadt beim Privatbau nicht eingreifen. Ebenfalls kämen nur fünf Prozent der Anträge von Bürgern außerhalb des Landkreises. „Wenn die Grundstückseigentümer das Grundstück nicht hergeben, lohnt es sich nicht Wohnungen zu bauen“, stimmte Stockinger zu. 

Konversion des Fliegerhorstes

Obwohl die Bundeswehr den Fliegerhorst nicht vor 2023 verlässt, wird schon fleißig auf dem Areal geplant. Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Erholung, dies seien die Punkte, die alle Kandidaten nach Abzug der Bundeswehr mit dem Areal verbinden möchten, erzählte Runge. Es soll Wohnraum für 5.000 Personen auf dem Areal entstehen. Doch diese Zahl hält Runge für zu hoch gegriffen: „Ich sehe eine inhaltliche Grenze von 2.000 bis 3.000 Bürgern“, sagte er. Dass kein Schwimmunterricht im Gebäude auf dem Fliegerhorst stattfinden könne, weil kein Bademeister vorhanden wäre, sei für ihn unverständlich. Weber fügte hinzu, dass es unmöglich sei, dass die Sportanlage nicht genutzt werde, obwohl die Brucker Wasserratten eine Schwimmhalle benötigten. Stockinger erklärte, dass große Teile des Fliegerhorstes unter Denkmalschutz stehen und deshalb wenige Möglichkeiten bestehen zu planen. Auch Raff hat seine Probleme mit dem Denkmalschutz: „Nichts gegen Denkmalschutz, aber Teile müssen unbedingt saniert werden dürfen.“ 

Felix Hamann

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