Bereits viele Projekte umgesetzt – ein Kinderbüro ist noch geplant

Kinderfreundliches Puchheim

Bei der Verleihung des Titels „Kinderfreundliche Kommune“ vor 1,5 Jahren.
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Bei der Verleihung des Titels „Kinderfreundliche Kommune“ am 8. November 2019.

Puchheim – Seit 2016 nimmt die Stadt Puchheim am Vorhaben „Kinderfreundliche Kommune“ teil. Drei Jahre später wurde man als zweite bayerische Stadt mit dem gleichnamigen Siegel ausgezeichnet. Im Rahmen eines Pressegespräches zogen nun unter anderem Bürgermeister Norbert Seidl sowie Sozialamt und Jugendbeirat ein positives Fazit.

Das Lob dafür kam aus dem berufenem Mund von Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen: „Ich bin beeindruckt, was trotz Pandemie hier schon alles umgesetzt worden ist.“ Puchheim sei in Vorbild für viele Kommunen.

Eva Göttlein, die neben Marion Schäfer und Miriam Mahlberg das Projekt als Sachverständige leitet, schloss sich dem an: „Die Stadt hat viel Konsequenz gezeigt.“ Beispiele sind die Elternhaltestelle, mit denen der Hol- und Bringverkehr vor den Grundschulen eingedämmt werden sollen, die Einbindung des Jugendzentrums beim Bau einer neuen Skateranlage oder das kommunale Engagement bei der Sommerschule im Grundschulbereich sind einige Beispiele.

Puchheims Bürgermeister Seidl betonte in diesem Zusammenhang: „Die Schule hat zuletzt viel Federn lassen müssen.“ Da gelte es aufzuholen, wie in vielen Bereichen. Auch Kinderarmut sei in Puchheims Grundschulen ein sehr ernstes Thema. Seidl verband das mit einer klaren Kritik an den Bund: „Dass man die Kinderrechte nicht ins Grundgesetz gebracht hat, ist für die Kommunen ein Schlag.“

Kinderbüro als Anlaufstation

In Puchheim will man sich davon nicht beeindrucken lassen. Ein Kinderbüro soll Anlaufstation werden für Sorgen, Nöte und Anliegen. Und man will laut Seidl die drei Kerngruppen des Gesamtprojekts gleichberechtigt im Auge behalten: die Kinder in den Kindertagesstätten, die Mädchen und Jungs in den Schulen und die Jugendlichen. Auf Nachfrage heißt es von der Stadt, damit solle der gesamte Altersbereich bis zur Volljährigkeit abgedeckt sein.

Ein Gremium wie der Jugendbeirat, der in der Vergangenheit bisweilen Schwierigkeiten hatte sich zu bilden, kann viel unterstützende Wirkung haben. Seit vier Jahren hat sich das Gremium gut stabilisiert. Wie dessen Mitglied Fabian Scheiber informierte, sei man gerade dabei, sich mit der Einrichtung des Jugendtreffs zu befassen. Zudem werde das stete Bemühen, engagierte junge Leute zu finden, positiv aufgenommen.

Martin Kulzinger, Leiter des Amtes für Soziales und Jugend in Puchheim, sieht die Anliegen der Stadt grundsätzlich bestätigt. „Kinder- und Jugendschutz ist wichtig.“ Selbstverständlich würden auch stets die Eltern mit eingebunden. Man wolle eine breite Akzeptanz erreichen.

Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ läuft vier Jahre und kann verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligung von Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach dessen Bestätigung durch den Stadtrat prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen den Plan und vergibt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ für die folgenden drei Jahre.

Hans Kürzl

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