Änderung der Zuständigkeiten im Landkreis

Polizeidienststelle Gröbenzell wird auf Germering und Olching aufgeteilt

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Dank des Aufklebers wird alles klar: Ab sofort gehören auch Puchheim und Eichenau zum Einsatzgebiet der Germeringer Polizisten.

Von Außen hat sich nicht viel verändert in der Waldstraße 32 in Germering. Die Polizeiinspektion erwartete nämlich – ähnlich wie Olching – zum 1. März erhebliche interne Veränderungen. Nachdem die PI Gröbenzell, aufgrund eines nicht mehr ausreichenden Sicherheitsstandards geschlossen wird, findet eine Aufteilung auf die beiden umliegenden Dienststellen in Germering und Olching statt. Am Dienstag, 26. Februar, luden dazu der Leiter der PI Germering, Jürgen Dreiocker, und sein Stellvertreter, Andreas Ruch, zu einer kurzen Pressekonferenz ein.

Germering - Lange war es bereits angekündigt, jetzt ist der Tag gekommen an dem die Dienststelle in Gröbenzell ihre Türen schließt. Etwa zwei Drittel des Personals wird am Freitag nach Germering versetzt, das restliche Drittel geht zur Dienststelle nach Olching. Durch eine frühzeitige Planung, so verrät der Germeinger Inspektionsleiter Dreiocker, konnte man schon im September 2018 auf die personellen Neustrukturierungen eingehen. So wurden Kollegen aus Germering in Gröbenzell eingesetzt und umgekehrt. Durch die sechsmonatige Abordnung in das „neue Gebiet“ konnten die Ortskenntnisse ausgeweitet und sich mit den neuen Begebenheiten intensiv auseinandergesetzt werden. Auch für die Gröbenzeller ist es kein einfacher Wechsel – die Germeringer PI trägt sich mit einer Besonderheit: Sie sind landkreisübergreifend zuständig. Mit Gilching ist also auch eine Starnberger Gemeinde Teil des Einsatzgebietes. In einer zweiten Umstrukturierungsphase soll dies aber geändert werden, „sobald die Dienststelle in Gauting bereit dafür ist“, sagt Polizeihauptkommissar Ruch. Das große Ziel ist die sogenannte „Landkreisbereinigung“. Ein zeitlicher Rahmen sei dafür jedoch noch nicht angesetzt worden. Bis dahin heißt es zusammenrücken. „Wir haben einige Räume personell aufgestockt und vieles aussortiert, sodass aus Lagerräumen neue Büros entstehen konnten“, erklärt Dreiocker. 

Zuständigkeitsbereich steigt von 65.000 auf 98.000 Einwohner

Nach Außen hin hat sich auch etwas bei der Germeringer Polizei geändert, sodass die Bürger auf einen Blick wissen, wer für sie zuständig ist. Ein großer Aufkleber auf der Motorhaube und den Türen der Einsatzwagen zeigt das Einsatzgebiet der Germeringer Polizeiinspektion ab sofort klar auf: Germering, Gilching und Alling und jetzt neu Puchheim und Eichenau. In Zahlen bedeutet dies aus bisher 65.000 Einwohnern, die zu betreuen waren, werden ab dem 1. März etwa 98.000 – und bei dieser Zahl wird es vermutlich beim steten Zuwachs nicht bleiben. Wichtig sei es den Germeringer Hauptkommissaren aber, dass sich durch die internen Umstrukturierungen grundsätzlich für die Bürger nicht viel ändern wird. „Wer die Polizei ruft, egal ob in Germering oder Puchheim, kann erwarten, dass sie in kürzester Zeit vor Ort ist“, so Ruch. Natürlich fahre nicht in jeder der Gemeinden eigens Tag und Nacht eine Streife, dennoch wollen die Polizisten stete Präsenz zeigen und das bedeutet auch, „dass sie nicht in der Dienststelle sitzen und darauf warten, dass etwas passiert“, sagt Dreiocker. 

Viele Beamte sind frisch ausgebildet

Polizeihauptkommissar Roland Nist an seinem neuen höhenverstellbaren Schreibtisch in der Einsatzzentrale der PI Germering.

Germering sei eine sehr junge Dienststelle, viel Beamte seien frisch ausgebildet von der Bereitschaftspolizei nach Germering gekommen. „Die wollen lernen und sind bereit für neue Ideen. Natürlich heißt das für die älteren Kollegen auch eine zusätzliche Belastung, da sie ständig ausbilden müssen“, erzählt Polizeihauptkommissar Ruch. Die Aufstockung der zusätzlichen Kollegen aus Gröbenzell bringe neben einer größeren Effektivität auch eine neue Schichteinteilung mit sich, wie er weiter verrät. Die flexible Einteilung musste der Früh-, Spät- und Nachtschicht weichen. Eine Nachtschicht kann dabei auf den Rücken gehen. Umso mehr freut sich Polizeihauptkommissar Roland Nist über den neuen höhenverstellbaren Schreibtisch, an dem es in der zehnstündigen Nachtschicht möglich ist, die Einsätze auch im Stehen aufzunehmen. 

Höhere Belastung wird erwartet

Die Statistik ist eindeutig, wie die beiden Polizisten sagen. Bisher werden etwa 14.000 Vorgänge im Jahr erfasst und bearbeitet – mit den neuen Gebieten Eichenau und vor allem Puchheim soll die Zahl auf 20.000 steigen. Mit sieben Bahnhöfen und Festivitäten wie dem Puchheimer Volksfest kämen nun auch weitere Aufgabenbereiche auf sie zu. Dies bedeute eine erhebliche Mehrbelastung. Auch werden Einsätze, Verkehrsunfälle und die polizeiliche Kriminalstatistik vermutlich ansteigen. Bereits 2018 hatte Germering einen Höchststand was Unfälle, insbesondere Bagatellunfälle, betrifft zu verzeichnen. „Durch einen kleinen Auffahrunfall ist eine Streife für mehrere Stunden mit der Unfallaufnahme beschäftigt“, sagt Ruch. Dennoch seien die Ziele in Germering klar gesteckt, wie Polizeichef Dreiocker abschließend darlegt. Eine bürgernahe Polizei, die Präsenz zeige und jederzeit ansprechbar sei. „Die Menschen müssen ihre Scheu vor der Poizei ablegen. Wir schauen lieber einmal zu viel, als zu wenig vorbei“, so Ruch. Gerade bei Einbrüchen können mehr Straftaten durch hilfreiche Zeugenaussagen aufgeklärt werden. 

Rund um die Uhr erreichbar

Unter der 089 8941570 sind die Germeringer Polizisten rund um die Uhr erreichbar.

Claudia Becker

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