Was ältere Menschen in Olching vermissen: Treffpunkte, Kino und öffentliche Toiletten

Olchinger Senioren-Befragung: Mehr Treffpunkte erwünscht, Kino fehlt 

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"Älter werden in Olching" hatte im Sommer eine Seniorenbefragung initiiert. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Olching – In den eigenen vier Wänden lebend, gut eingebunden und zufrieden mit dem Freizeitangebot - das trifft auf einen Großteil der Olchinger Seniorinnen und Senioren zu, die im Sommer an einer schriftlichen Befragung teilgenommen hatten. Organisiert hatte die Umfrage der Verein „Älter werden in Olching“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Olching.

Themen waren neben der Wohnsituation und Angeboten für die ältere Generation u.a. Mobilität, soziale Einbindung und Pflege. 2361 Seniorinnen und Senioren im Alter von 60 bis 90 Jahren und älter hatten an der Befragung teilgenommen. Die Umfrage hat allerdings auch Nachbesserungsbedarf verdeutlicht.

Spitzenreiter in der Liste der nicht ausreichenden Angebote und Leistungen sind fehlende öffentliche Toiletten in der Stadt. Fast 93 Prozent der Befragten bemängelten diesen Umstand in der Umfrage. „Öffentlich zugängliche Toiletten sind jedoch für alle Altersgruppen eine Voraussetzung zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben“, betont der Ergebnisbericht der Seniorenbefragung. Immerhin noch gut 50 Prozent der Befragten empfindet die kurzzeitigen Betreuungsmöglichkeiten für Senioren, z. B. Tagesbetreuung oder Kurzzeitpflege, als nicht ausreichend. Hohe Zufriedenheit (94,6%) herrscht dagegen bei den Befragten mit den Vereins- und Freizeitmöglichkeiten.

Die Mehrheit der befragten Älteren (70,7%) möchte auch im fortgeschrittenen Alter zu Hause wohnen bleiben. Hierfür ist jedoch oft eine Anpassung der Wohngegebenheiten erforderlich. Schon jetzt gaben gut 15 Prozent an, konkrete Probleme im Wohnumfeld zu haben, beispielsweise mit Treppen, mit dem Bad oder dem Zugang zu Haus oder Wohnung. Hier könnte die Ausbildung von Wohnraumberatern durch die Stadt Abhilfe schaffen, die entsprechende Planungen begleiten und unterstützen. Ist ein Umzug unausweichlich, bevorzugen die meisten Olchinger eine betreute Wohnanlage (35,7%) oder altersgerechte, barrierefreie Wohnungen (26,8%). Knapp ein Fünftel der Befragten (19,4%) kann sich auch vorstellen, in einem Seniorenheim zu wohnen.

Fast die Hälfte der Befragten (46%) wünscht sich eine Anlauf- und Beratungsstelle für die ältere Generation und deren Familien. Fast ebenso viele halten die Bereitstellung von Räumlichkeiten für einen Treffpunkt (45,3%) und die Verteilung einer Broschüre mit Veranstaltungs- und Versorgungshinweisen (44,9%) für wichtig.

Die Befragung hat außerdem gezeigt, dass sich die meisten Senioren bei Fragen zum Thema Älter werden, Pflege oder Betreuung an ihren Familien- und Freundeskreis wenden. Fast 400 (17,6%) gaben jedoch in der Befragung an, nicht zu wissen, an wen sie sich wenden können. Hier sollte die Stadt einen fachkundigen Ansprechpartner haben, der möglichst vielen Olchinger Senioren bekannt ist und ihr Vertrauen besitzt.

Knapp 75 Prozent der befragten Älteren wohnt im Eigentum, rund 25 Prozent zur Miete. Die meisten leben schon sehr lange in Olching und sind stark mit der Stadt verwurzelt. Allerdings leben rund 11 Prozent erst kurz in der Stadt. Für diese Gruppe der älteren Neubürger sollte eine Informationsbroschüre für Seniorinnen und Senioren mit Angeboten in der Stadt erstellt werden, so die Empfehlung im Ergebnisbericht.

Julia Hosan

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