Senioren ernstnehmen - und handeln – Landkreis FFB stellte sein Seniorenpolitisches Gesamtkonzept SPGK vor

Nach dem Gespräch zum Seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises: (v.li.) Peter Gaja, Renate Grill, Thomas Karmasin und Annemarie Fischer. Foto: Günter Schäftlein

Die regierungsseitig seit 2007 auf den Weg gebrachten künftigen „Lebensbedingungen und Bedürfnisse der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger“ führten dazu, dass die Kreisgremien 2008 das SPGK in Auftrag gaben: An die Experten der Münchner AfA (Arbeitsgruppe für Sozialpolitik und Altersforschung). Umfangreich begleitet wurde das „Unternehmen“ von Anfang an von der Kreisrätin und Seniorenreferentin Renate Grill. .

Im Juli 2010 beschloss der Kreistag die Umsetzung. das von Seniorenbeiräten, engagierten Mitbürgern/innen und der Kreis-behörde miterarbeiteten Gesamtkonzepts SPGK im Umfang von beachtlichen 250 Seiten. Die erste Präsentation hierzu erfolgte im Okt. 2010 vor Bürgermeistern, Wohlfahrtverbänden und Seniorenbeiräten im Landkreis. Im zweiten Schritt stimmten die Kreisgremien 2011 auch der Einrichtung einer Seniorenkoordinationsstelle in Teilzeit im Landratsamt zu. Die Stelle ist seit dem 1. August durch Frau Annemarie Fischer besetzt. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört die Beratung der Kommunen und ihrer Gremien, denn auf dieser Ebene in Städten und Gemeinden erfolgt die Umsetzung der SPGK-Beschlüsse. Die Kreisrätin Renate Grill blickte jetzt beim Pressegespräch auf ihre Einführungs- und Vermittlungstätigkeit zum SPGK zurück: Sie war darum nicht zu beneiden, denn sie musste alle relevanten Gruppen und Organisationen über das vielseitige Kompendium (wozu jetzt auch eine CD vorliegt) informieren: „Zwanzig Seiten davon genügen auch für eine grobe Orientierung.“ Für das knappe Jahr Einführung der sehr speziellen, grafikreichen Ausarbeitung wären die bisherigen Ergebnisse auf Landkreis- und kommunaler Ebene als Erfolg zu werten. So gründete sich bereits 2010 mit den Vertretern aller Städte und Gemeinden der Landkreisseniorenbeirat. Die Verbände der freien Wohnfahrtspflege initiierten die neue „Fachstelle pflegender Angehöriger“, die insbesondere im westlichen Landkreis aktiv ist. Frau Grill an den anwesenden Landrat Thomas Karmasin gerichtet: „Der Landkreis hat seine Schulaufgaben gemacht!“ Die Zeit drängt für eine wachsende Zahl älter werdender Menschen. Das SPGK berücksichtigt in seiner Prognose bis 2029 ein Plus von 40% bei den über 65Jährigen, bei „hochaltrigen“ über 80Jährigen ein Plus von 227% (auf über 18.000) im Landkreis gegenüber heutigen Zahlen. Die Pflegebedürftigkeit wird bis Ende des kommenden Jahrzehnts mit plus 175% veranschlagt, bei Demenz-Erkrankten eine Verdoppelung. Unberücksichtigt dabei ein weiterer Anstieg durch familiär bedingten Zuzug. Eine wesentliche Grundlage zur Heimpflegesicherung ist die Erfassung bestehender und künftig geplanter Pflegeplätze. Als besonders dringlich gilt die Schaffung weiterer Kurzzeitpflege- und Tagespflegeplätze. Das Wohnen zuhause („Ambulant vor stationär!“) dürfte aber weiterhin der überwiegende Wille sein, wenn auch die Steigerung bei Heimplätzen und in der Pflegebetreuung nicht zu verhindern sein wird. Bei der häuslichen Betreuung/Pflege stellen sich Fragen zur Woh-nungsumgestaltung (barrierefreie Zugänge und anderes). Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Maßnahmen im Hausbau, die solche Gesichtspunkte von vorneherein berücksichtigen. Demenz: Wesentliche finanzielle Unterstützung erfahren Betroffene bisher nur in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Peter Gaja, Mitglied des Land-kreisseniorenbeirats, sprach die vielfältigen Bemühungen um Senioren-Mitarbeit oder auch die nachbarschaftliche Einbindung von Hilfsbedürftigen in der eigenen Vorzeige-Gemeinde Alling an: „Die Bürger sind hilfsbereit, aber man muß sie auch ansprechen, sich zu kümmern …“ Sehr viel Initiative könnte dabei vom Bürgermeister ausgehen. Überhaupt ließe sich Vieles durch Eigeninitiative in der Gemeinde regeln: „Nicht immer alles auf Landkreiseinrichtungen oder -zuständigkeiten abschieben.“ Zu beachten sei bei neuen Initiativen, nicht mit bereits (kirchlich) bestehenden Einrichtungen in Konkurrenz zu geraten. Die für den Landkreis in der Seniorenkoordination neu zuständige Annemarie Fischer stellte sich vor und empfahl „Man sollte die demografische Entwicklung nicht immer nur negativ sehen.“ Landratsamt FFB Seniorenkoordinationsstelle, Frau Fischer, Tel. 08141-519-693, Fax 519-895.

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