Senioren-Union der CSU tagt in Germeringer Stadthalle

"Bayern ist das schönste Land"

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Von links: Landrat Thomas Karmasin sowie Germerings OB Andreas Haas und sein Stellvertreter Wolfgang Andre und MdB Michael Kießling beobachten gespannt wie sich Ministerpräsident Söder ins Goldene Buch einträgt.

Pünktlich um 12 Uhr war es so weit. Die Germeringer Polizei fährt in einem Wagen vor, gefolgt von einer schwarzen Limousine, dahinter ein weiteres Fahrzeug. Presse und anwesende Politiker stehen auf dem Platz vor der Stadthalle bereit, denn es hat sich hoher Besuch angekündigt: Ministerpräsident Markus Söder hält eine Rede im Rahmen der Landesversammlung der Senioren-Union der CSU, die sich am Freitag, 7. September, in Germering eingefunden hatte.

Germering - Eingeladen hatte an diesem Tag der Landesvorsitzende der Senioren Union, Thomas Goppel, der auch die einleitenden Worte sprach sowie die Rechenschaftsberichte vorstellte. Unruhe kam gegen Mittag auf. Schnell wurde das Goldene Buch der Stadt noch einmal durchblättert, um sicherzugehen, dass der Ministerpräsident sich nicht schon – in der Funktion eines vorherigen Amtes – darin verewigt hatte. Das Gerücht machte nämlich kurz vor seinem Besuch die Runde, doch Oberbürgermeister Andreas Haas konnte die zahlreichen Delegierten der Senioren-Union, Landrat Thomas Karmasin und auch Landtagskandidaten Benjamin Miskowitsch schnell beruhigen. Sichtlich beeindruckt vom Empfang bei strahlendem Sonnenschein, begleitet von seinem Sicherheitspersonal, betrat Markus Söder das Foyer der Stadthalle. Der Andrang vor dem Goldenen Buch der Stadt war groß, jeder wollte ein Foto vom Bayerischen Ministerpräsidenten erhaschen, der nunmehr seit beinahe sechs Monaten im Amt ist. Wenn es nach ihm gegangen wäre, so witzelt er in seiner Rede vor der Senioren-Union, hätte er das Amt schon länger innegehabt. 

Politik-Impuls 2018

„Unsere Gesellschaft wird von der Lebensleistung dieser Generation getragen, dem Wissen und der Lebenserfahrung“, beginnt Söder seine Ansprache unter dem Motto „Politik-Impuls 2018“ vor den Senioren. Eines stellt er in seiner Rede klar, den Menschen in Bayern geht es gut, alles funktioniert und der Freistaat ist das leistungsstärkste Bundesland im Vergleich. Dennoch möchte er nicht, dass bei seiner Politik der Eindruck von „Bayern first“ entstehe. Die Politik von Donald Trump sehe auch er kritisch. Dennoch würde er sich manchmal wünschen, die Menschen würden mehr Dankbarkeit und Respekt zeigen. Selbstständigkeit ist auch eines der Schlagwörter Söders. „Ich will die Freiheit, so zu leben und zu entscheiden, wie es die Menschen dieses Landes empfinden“, sagt der Ministerpräsident und zeigt gleichzeitig Kritik an der Berliner Regierung auf. Ebenso prangerte er an, dass sich die Probleme des Landes oftmals nur darauf beziehen, dass die Armen zu arm und die Reichen zu reich seien. „Aber es wird nicht über die Mittelschicht, die Normalverdiener, geredet. Diese Leute tragen unser Land.“ Respekt und Würde fehle ihm oft, besonders wenn es um das Thema Pflege gehe. So leitet er auf das Landespflegegeld über, womit seine Partei, die CSU ein Symbol und Signal setze. 

Familien im Fokus

Ebenso wichtig formuliert er das Familiengeld. Ihm sei es besonders wichtig, dass es auch jungen Familien ermöglicht werden müsse, dass die Frau sich um die Betreuung des Kindes kümmere, ohne dafür bestraft zu werden und dass auch sie die Möglichkeit auf den Erwerb eines Eigenheims haben müssen. Das sei immer noch die beste Altersvorsorge. Wer das habe, bleibt, kümmert sich, bekommt Kinder. Kritisch legt er dabei Augenmerk auf die bisherige Politik des ehemaligen Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude. Dieser habe lieber Bürotürme statt Wohnungen gebaut. Jetzt steigen die Mieten und die Menschen drücken raus ins Umland. Das soziale Gefälle würde dadurch immer extremer. Weitere Seitenhiebe gegen andere Parteien wie SPD und Grüne sind in dem Kontext kaum zu vermeiden. Ebenso wie die aktuelle Situation in Chemnitz anzusprechen. Immerhin ist Wahlkampf. Migration ist dabei das Wort der Stunde. „In Bayern wird jeder vernünftig untergebracht und versorgt, andere Bundesländer schaffen das nicht. In Sachen Humanität haben wir mehr getan, als alle anderen“, sagt Söder. Zwei Milliarden seien bisher in die Migration geflossen. Sie helfen gerne, erklärt der Ministerpräsident, aber es brauche auch eine vernünftige Begrenzung und Steuerung der Zuwanderung und weist damit auf die eingeführte Grenzpolizei sowie die eingerichteten Ankerzentren hin. „Ich will den Guten eine Chance geben, oftmals gehen aber die Richtigen und nicht die, die straffällig werden und das Land so schnell wie möglich verlassen müssten“, erklärt er weiter. Die AfD habe in Chemnitz seine Maske der Bürgerlichkeit ad acta gelegt. Dabei sei, so seine Meinung, besonders Thüringens AfD-Sprecher Björn Höcke verantwortlich zu machen. Dieser würde Seite an Seite mit Vertretern der Pegida oder NPD aufmarschieren und das wolle er für Bayern verhindern – mit ganzer Konsequenz, wie er betont. Auch die neue Linke-Bewegung Sahra Wagenknechts ist ihm ein Dorn im Auge. „Überall zerböselts, auch durch Bayern weht ein deutscher Wind“. Seine Aufgabe als Ministerpräsident sehe er deshalb vor Ort bei den Menschen zu sein, aus diesem Grund reise er auch ständig durch das ganz Land, um Präsenz zu zeigen, den Weg in die richtige Richtung. 

Becker

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