Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Fürstenfeldbruck

Der gesellschaftliche Alterungsprozess vollzieht sich in Deutschland seit Jahrzehnten unaufhaltsam, so auch im Landkreis Fürstenfeldbruck. Lebten im Jahre 1997 ca. 25.000 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis, die älter als 65 Jahre waren, so sind es heuer schon 39.200, und so sollen es in zehn Jahren schon 46.000 Menschen sein. Mit dem „Seniorenpolitischen Gesamtkonzept“ reagiert der Landkreis auf die Bedürfnisse der immer älter werdenden Menschen. Bei einer Pressekonferenz im Landratsamt informierte die stellvertretende Landrätin Gisela Schneid in der vergangenen Woche über den aktuellen Entwicklungsstand des Konzepts.

Die gesetzliche Grundlage bildet das Gesetz zur Ausführung der Sozialgesetze (AGSG). Danach ist der Landkreis zur Erstellung eines „integrativen, regionalen seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes“ verpflichtet, das nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ die Lebenswelt älterer Menschen mit den notwendigen Versorgungsstrukturen sowie neue Wohn- und Pflegeformen für ältere und pflegebedürftige Menschen im ambulanten Bereich umfasst. Unterstützt und begleitet wird der Landkreis bei seinen Überlegungen durch die Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung in Bayern (AfA) aus München sowie durch das Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) aus Augsburg. Aufgrund der Dynamik und der demografischen Veränderung der Bevölkerungsentwicklung bestehe für den Landkreis Handlungsbedarf, informierte Schneid. Die Zwischenbilanz zeige, dass der Landkreis derzeit gut aufgestellt sei und über ausreichend Pflegeplätze verfüge, aber der Dynamik und der demografischen Veränderung der Bevölkerungsentwicklung müsse man Rechnung tragen und das Konzept weiter entwickeln. Grundlagen für das Konzept bilden die Auswertung der Bevölkerungsentwicklung mit Hilfe einer Prognose des Statistischen Landesamts sowie die Entwicklung des Pflegebedarfs auf Basis der Pflegestatistik. Mit einer schriftlichen Befragung wurde das Angebot der Pflegeheime und der ambulanten Pflegedienste erhoben und anonymisierte Informationen zu deren Kunden zusammengestellt, um Grundlagen für Aussagen zur Bedarfssituation zu erarbeiten: Wer wohnt in den Pflegheimen, wie lange ist der Aufenthalt, von welchen Orten kommen die Bewohner? Darüber hinaus wurden die Gemeinden befragt und konnten zu den Handlungsfeldern Stellung nehmen. Hier ging es um Ansprechpartner für ältere Bürgerinnen und Bürger, Seniorenbeauftragte, freiwillige soziale Leistungen, Informationsvermittlung und besonders bemerkenswerte und neue Angebote für die ältere Bevölkerung. In einem so genannten „Begleitgremium“, das sich aus Mitgliedern der im Kreistag vertretenen Fraktionen, Vertretern der Städte und Gemeinden, der Pflegeheime und Pflegedienste, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, der Seniorenvertreter sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern zusammensetzt, werden die Ergebnisse diskutiert und die Entwicklungsarbeit koordiniert. Unter Beteiligung aller Experten fanden im Mai und Juni dieses Jahres zwei Workshops mit den zuständigen Mitarbeitern des Landratsamtes statt. Für die wichtigsten Handlungsfelder wurden dabei Lösungsvorschlage erarbeitet, die die Grundlage für das Seniorenpolitische Gesamtkonzept bilden. Diese Form der Beteiligung von Bürgerinnen, Bürgern und Experten an der Entwicklung der Grundlagen für eine künftige Seniorenpolitik sei neu, doch die große Bereitschaft und das spürbare Engagement aller Beteiligten zeige, dass sich der Landkreis auf dem richtigen Weg befinde, so Schneid. Das Begleitgremium wird bei einem weiteren Treffen im Oktober den Entwurf des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts diskutieren und anschließend den Mitgliedern des Kreisausschusses und des Kreistages vorlegen. Nach der Beschlussfassung wird es für die Bevölkerung im Brucker Landkreis auf der Homepage des Landratsamtes veröffentlicht werden.

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