Mit Aktien wie Profis gehandelt

Siegerehrung beim Planspiel Börse der Sparkasse in Fürstenfeldbruck

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Den ersten Platz sicherte sich die Gruppe Gardoffelsalaaad des Gymnasiums Olching bestehend aus Marissa Gratzl und Natalie Niese (vorne, kniend).

50.000 Euro, 617 Teilnehmer, 174 Mannschaften und elf Wochen Zeit – zum 37. Mal veranstaltete die Sparkasse ihr bundes- und länderübergreifendes Planspiel Börse, bei dem junge Menschen die Möglichkeit hatten sich auf spielerische Weise mit den Zusammenhängen von Politik und Wirtschaft sowie deren Auswirkungen auf den Deutschen Aktienindex (DAX) zu beschäftigen. Für die Teilnehmer galt es das fiktive Startkapital von 50.000 Euro durch Zu- und Verkauf von Aktien zu mehren. Wem das im Landkreis am besten gelungen ist, der wurde in der Marthapizzarei geehrt.

Fürstenfeldbruck/Landkreis - Der Deutsche Aktienindex, Nachrichten von Unternehmen oder auch der Twitteraccount des amerikanischen Präsidenten wurden von den Schülern verfolgt, um zu entscheiden, wann ein Aktienkauf sinnvoll und wann eher davon abzusehen ist. Ganz im Sinne der Sparkasse: „Die Aufgabe einer Sparkasse ist es, zur finanziellen Bildung beizutragen“, erklärte der Pressesprecher der Brucker Sparkasse Dirk Hoogen. 

"Gardoffelsalaaad" hatte die Nase vorne

In diesem Jahr lagen die Gewinner relativ nah beieinander, so trennten lediglich rund 680 Euro den Ersten vom Dritten. An der Spitze im Landkreis mit einem Depot von 54.731,95 Euro stand die Gruppe „Gardoffelsalaaad“ des Gymnasiums Olching, gefolgt von der „Hubersaat AG“ von der Montessori-Schule Günzlhofen mit 54.167,87 Euro sowie den „Die coolen Keks“ des Carl-Spitzweg-Gymnasiums Germering mit 54.049,60 Euro.Je nach Platzierung erhielten die Siegergruppen Geldpreise in Höhe von 300, 250 oder 200 Euro sowie das Gymnasium Olching einen Schulpreis in Höhe von 500 Euro. Der Nachhaltigkeitspreis in Höhe von 250 Euro für Aktien mit dem höchsten Ertrag von 2.040,01 Euro ging an die Gruppe „Munich West“ der Fachoberschule Fürstenfeldbruck.

"Die coolen Keks" setzen auf IT

Die Gruppe "Die coolen Keks" vom Carl-Spitzweg Gymnasium Germering kamen auf den den dritten Rang.

„Wir haben uns Firmen im Technikbereich gesucht“, erzählt der 15-jährige Valentin Hermann. Zusammen mit Tristan Kundrat, Jakob Fürst und Niclas Lempart kauften die Schüler des Carl-Spitzweg Gymnasiums Aktien des IT- und Beratungsunternehmens IBM sowie der Mutter des Google-Konzerns Alphabet – gute Entscheidungen wie sich herausstellte. Dass es auch anders geht, zeigte der Erwerb von Aktien des Zahlungsdienstleistungsunternehmens Wirecard: „Wir haben damit ein Minus von rund zehn Prozent gemacht“, berichtet Tristan Kundrat. Und auch ein Fazit hat die Gruppe gezogen: „Alles Geld was nicht investiert wird, ist totes Geld“, fasst der 16- jährige Jakob Fürst zusammen. 

Mit zunächst wenig Geld auf billige Aktien setzen und sehen was passiert – diese Strategie verfolgten die beiden 16-Jährigen Justin Habersaat und Florian Huber der Hubersaat AG von der Montessori-Schule Günzlhofen. Die beiden setzten auf standfeste Start-Ups wie Tesla. Als Anfängerfehler bezeichneten sie dabei, dass sie anfangs bei bereits steigenden Aktien zuschlugen, wie beispielsweise beim Sportartikelhersteller Adidas. 

Volkswagen-Aktien überraschen, Ferrari-Aktien enttäuschen

Die Gruppe "Hubersaat AG" holte den zweiten Preis. 

Ganz anders lief es bei den Landkreis-Gewinnern, der 15-jährigen Natalie Niese und der 16-jährigen Marissa Gratzl. „Am Anfang hatten wir eigentlich überhaupt keinen Plan“, geben die Zehntklässler offen zu. Sie experimentierten und kauften zunächst 400 Aktien des Automobilherstellers Volkswagen. Weiter besorgten sie sich Aktien von Ferrari und Facebook – wobei die Aktien des italienischen Herstellers sich als weniger rentabel herausstellten. Kurz vor Fristende wurde es für die beiden dann nochmal spannend, nachdem sie am Vortag noch auf den Plätzen Fünf und Sechs gelistet waren. Sie hatten Glück. Ihre Aktien stiegen erneut an und sie holten den Sieg. „Nicht nur auf eine Aktie setzen, sondern immer breit fächern“, raten sie deshalb.

Die Gruppe "Munich West" der Fachoberschule Fürstenfeldbruck holte den Nachhaltigkeitspreis.

Die Schüler der Fachoberschule Fürstenfeldbruck Lisa-Marie Bühler, Henri Wagner, Jakob Schmidt, Julian Beer und Valentin Ried haben sich auf nachhaltige Aktien konzentriert. „Wir haben hier großes Wachstumspotential gesehen“. Probleme bereitete den Vieren der US-Präsident persönlich. „Nachdem Donald Trump über Zölle auf französische Güter twitterte, sind unsere Aktien stark gefallen.“ Für den höchsten, nachhaltigen Ertrag reichte es dennoch und so durften sie sich über 250 Euro freuen.

Felix Hamann

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