Sind Sie Klaus Augenthaler? - Schulstunde in Esting mit dem Fußball-Weltmeister von 1990

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DIETER METZLER, Esting - „Sind Sie der Klaus Augenthaler?“ Die Neugierde siegte letztlich über die Schüchternheit, als sich einige Schüler der Estinger Grundschule in der großen Pause trauten, sich mir auf dem Schulhof zu nähern und die Frage stellten, die ich natürlich verneinen musste. Die Anspannung war riesengroß unter den Schülerinnen und Schülern der Klassen 4a und 4b, die an diesem Vormittag überwiegend im Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft oder im Dress des FC Bayern München dem Besuch des Fußball-Weltmeisters von 1990, Klaus Augenthaler, entgegen fieberten. Als dann „Auge“, unter diesem Namenskürzel avancierte der in Waldram wohnende einstige Profi-Fußballer zum Inbegriff in der Fußballszenerie, das Klassenzimmer der Schule an der Schlossstraße betrat, herrschte zunächst erst einmal ehrfürchtiges Staunen. So schaut also ein Weltmeister aus. Als aktiven Spieler hatten sie den „Auge“ ja nicht erlebt, denn da waren sie noch nicht geboren. Doch die Estinger Viertklässler hatten sich optimal auf den Besuch von „Auge“, vorbereitet. Die Finger schnellten nur so in die Höhe, als sie die zuvor als Hausaufgabe vorzubereitenden Fragen endlich an den Mann bringen konnten. „Wie fühlt man sich als Weltmeister? Wann haben sie mit dem Fußball spielen begonnen? Warum wollten sie Fußball-Profi werden? Wie viele Länderspiele haben sie gemacht? Haben sie schwere Verletzungen gehabt? Haben sie ein Tor geschossen? Was war ihr schönstes Tor? Haben sie auch einmal gefoult? Haben sie die Rote Karte erhalten? „Wir haben Unterrichtsstunden über Fairplay, über Fußballregeln und natürlich über das Gastgeberland Südafrika durchgeführt“, informierten die beiden Klassenlehrerinnen Wibke Marhöfer und Anita Müller sowie die Lehramtsanwärterin Stephanie Kilias. Demnächst steht noch ein mehrtägiger Ausflug ins Landschulheim Violau bei Augsburg auf dem Programm. „Dort werden wir ein kleines Fußballturnier veranstalten und Fan-Ausrüstungen bemalen“, informierte Kilias. Eine Stunde lang berichtete der 52-Jährige über sein Leben als Fußballer und beantwortete die vielen neugierigen Fragen der Kinder. Zur anschließenden Autogrammstunde zwängte sich der 52-jährige ehemalige Profi-Fußballer und langjährige Mannschafts-Kapitän des FC Bayern München sogar noch einmal in eine enge Schulbank. Den Besuch des derzeitigen Trainers der Drittliga-Mannschaft von der SpVgg Unterhaching ermöglichte Kilias, die an der Uni in Augsburg Grundschullehramt studiert. Augenthaler erfüllte der in Gröbenzell wohnenden 22-jährigen Lehramtsanwärterin den Wunsch, um sie bei ihrem Projekt und ihrer Zulassungsarbeit zum Staatsexamen über das Thema „Fans, Fairplay und Fußballfieber – Fußball-WM in Südafrika 2010“ zu unterstützen. Kilias und Augenthalers Tochter Lisa spielen zusammen beim Bayernligisten vom HCD Gröbenzell Handball. „Wer wird Fußball-Weltmeister?“ Diese Frage beantwortete „Auge“ zum Ende ganz diplomatisch. „Ist doch klar. Weltmeister wird der, der das Endspiel gewinnt.“ Eigentlich hatten die Kids nun erwartet, dass der 27-fache ehemalige Nationalspieler antwortet: „Deutschland natürlich!“

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