Sinkende Steuereinnahmen durch Corona verursachen Einbußen von 20 Millionen Euro

Loch im Haushaltsjahr

+
In den nächsten Jahren ist in Germering ein Defizit von rund 20 Millionen Euro zu erwarten.

Germering – Die Stimmung war in den vergangenen Stadtratssitzungen bereits gedämpft, wenn es um das Thema Haushalt 2020 ging. In der Sitzung vom 25. Juni wurde es dann von offizieller Seite bestätigt: Die fehlenden Steuereinnahmen bedingt durch die Coronakrise verursachen ein Loch in Germerings Stadtkasse von mehreren Millionen Euro.

Für die Stadt Germering bedeutet dies bei den diesjährigen Gewerbesteuereinnahmen eine Minderung von rund 20 bis 25 Prozent, das entspricht etwa vier bis fünf Millionen Euro gegenüber dem Haushaltsplanansatz von 20 Millionen Euro. Beim Anteil an der Lohn- und Einkommensteuer seien Minderungsraten von etwa acht Prozent gegenüber den Vorjahreswerten zu berücksichtigen, wie Stadtkämmerer Rene Mroncz darlegt. Geplant wären hier bislang Steigerungsraten von rund 2,8 Prozent. Das seien Einbußen von 3,2 Millionen Euro. Trotz einer Finanzspritze durch Bund und Länder käme man so auf ein Minus von 18 bis 20 Millionen Euro im Finanzhaushalt aus laufender Verwaltungstätigkeit für den Finanzplanungszeitraum in den Jahren 2020 bis 2023. Hinzu kämen weitere Mehrausgaben, wie die, die durch den Umbau der Wittelsbacherschule entstehen. Zusätzliche 1,58 Millionen Euro werden dafür veranschlagt. Auch wie es mit der Stadthalle weiter geht, stehe noch in den Sternen, die Ausfälle seien immens, Konzerte und Veranstaltungen sind bis auf Weiteres verschoben oder fallen aus. 

Eltern erhalten Kita-Rückzahlungen

Durchatmen heißt es für viele Germeringer Familien, immerhin beteiligt sich die Stadt an der Rückzahlung der Elterngebühren. Hier beteiligt sich Germering nicht nur bei den Gebühren städtischer, sondern auch privater Einrichtungen. Kürzungen seien schwer umzusetzen, das Personal der städtischen Verwaltung solle nicht verändert werden, einsparen könne man jedoch an weiteren Investitionen. Ob alle für die nächsten Jahre geplanten Vorhaben folglich mit einem zu erwartenden Defizit von rund 20 Millionen umgesetzt würden, solle unter den Lokalpolitikern diskutiert werden, so Mroncz. Neben der Rückzahlung der Kita-Gebühren gab es aber einen weiteren positiven Tagesordnungspunkt. Der Schützenverein „Gemütlichkeit“ kann mit einem Zuschuss für die Sanierung des Daches des Schützenheims rechnen. Dieses war nach einem Sturm undicht geworden. Vereine sollen demnach nicht unter der Krise leiden müssen. 

Becker

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare