Demo zur Schlachthof-Affäre

Tierschützer fordern harte Konsequenzen

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Die SOKO-Tierschutz demonstrierte auf dem Geschwister-Scholl-Platz in der Buchenau

Nachdem eine Kundgebung vor dem Bauernmarkt im Kloster Fürstenfeld von OB Erich Raff (CSU) untersagt wurde, konnten die Aktivisten der SOKO-Tierschutz letzten Freitagnachmittag ihren Infostand am Geschwister-Scholl-Platz aufbauen.

Fürstenfeldbruck – Der Umweltausschuss des Landtags hat einen Antrag von Herbert Kränzlein (SPD) zur Aufklärung der Brucker Schlachthof-Affäre abgelehnt. Derweil spricht sich der Kreistag klar für eine Erhaltung des Brucker Schlachthofs aus.

Diesmal waren die Tierschützer im Brucker Westen. Letzten Freitagnachmittag bauten Aktivisten der SOKO Tierschutz, welche die Missstände am Brucker Schlachthof aufdeckte, ihren Infostand samt Flachbildschirm am Geschwister-Scholl-Platz auf. Der Platz mit den Marktständen füllte sich zwar erst im Lauf der Zeit, aber Maria Martens, Sprecherin der Organisation, zeigte sich dennoch zufrieden. 

Unterschriften-Aktion gegen ein "Weiter-so"

„Wir hatten sehr gute Gespräche vor allem mit jungen Leuten, die sich informieren wollten, was man dagegen machen kann – bis hin zu einer alternativen, sprich veganen Ernährung.“ Dass dies nicht jedermanns Sache ist und das Vertrauen vieler Kunden in die örtlichen Metzger durchaus noch besteht, zeigt die Kundschaft an zwei benachbarten Verkaufsständen. Dies ist auch Martens klar. Die Organisatoren der Kundgebung haben eine Unterschriften-Liste ausgelegt, die unter dem Motto „Kein Weiter so!“ eine lückenlose Aufklärung des Schlachthof-Skandals fordert. Neben harten Strafen und einem Tierhaltungs- und Betreuungsverbot für die Haupttäter fordert die SOKO-Tierschutz vor allem eine öffentlich einsehbare Videoüberwachung bei Schlachtbetrieben.

Schlachthof für kurze Wege für Tiere wichtig

Derweil besteht im Landkreis über alle Parteigrenzen hinweg ein breiter Konsens über die Notwendigkeit eines örtlichen Schlachthofs als regionale Einrichtung mit möglichst kurzen Wegen. Dies sei weiterhin wichtig für Landwirte, Verbraucher und auch die Tiere. Laut Frederik Röder (CSU) sprachen sich im Kreisausschuss Vertreter aller größeren Fraktionen vorbehaltlich einer lückenlosen Aufarbeitung der Vorfälle für einen Neuanfang aus. Auf seiner nächsten Sitzung im Juli will sich der Kreistag mit dem Thema weiter befassen.

CSU im Landtag gegen Aufklärung der Hintergründe

Während die Staatsanwaltschaft München II momentan gegen fünf Verantwortliche des Schlachthofes, gegen die Strafanzeigen vorliegen, ermittelt, beschäftigt das Thema auch den Bayerischen Landtag. Der SPD-Landtagsabgeordnete Herbert Kränzlein hat letzten Donnerstag im Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz einen Antrag auf Aufklärung der Hintergründe dieser Affäre gestellt, den die CSU gegen die Stimmen der Opposition allerdings ablehnte. Trotzdem wird das Ministerium um Antworten nicht umhinkommen. 

Denn Rosi Steinberger, tier- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, hatte bereits kurz nach bekannt werden der Missstände Anfang Mai eine schriftliche Anfrage zu diesem Thema an die Bayerische Staatsregierung gestellt. Diese muss zwar nicht im Ausschuss erörtert, aber zumindest schriftlich behandelt werden. Somit ist das Thema, auch im Landtag, noch lange nicht vom Tisch.

Peter Fischer

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