Sonderausstellung: "Janosch: Vom Ammersee bis Panama"

Tigerente und kleiner Bär im Jexhof

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Wer kennt sie nicht, die Tigerente, den kleinen Bären oder den kleinen Tiger? Sie alle stammen vom Kinderbuchautor und Illustrator Horst Eckert alias Janosch. Mit seinen Bildern und Büchern hat sich der mittlerweile 86 Jahre alte, seit 1980 auf Teneriffa zurückgezogen lebende Künstler seinerzeit die Herzen von Generationen erobert. Vor seiner „Auswanderung“ lebte Janosch zwei Jahrzehnte in Greifenberg. Dieser regionale Bezug gab den Ausschlag für eine Sonderausstellung im Bauernhofmuseum Jexhof bei Schöngeising

„Wer weiß schon, dass Janosch seine große Karriere am Ammersee begonnen hat“, sagte Museumsleiter Reinhard Jakob. „Janosch: Vom Ammersee bis Panama. Aus Leben und Werk des Zeichners und Autors Horst Eckert“ – diese einzigartige und sehenswerte Sonderausstellung präsentiert das Bauernhofmuseum noch bis zum 11. Februar. Am 8. Dezember eröffneten die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler und Jakob die Ausstellung mit einer Vernissage. Die Ausstellung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Janoschs Leben und Werk bis zum Jahr 1980. Der Künstler selbst wollte aus Altersgründen die weite Reise nicht mehr antreten. Mit einer Grußbotschaft, die die Besucher sehen können, wünschte er allen viel Freude bei der Ausstellung. Mit über 150 veröffentlichten Büchern, die Millionen Auflagen erreichten, wurde Janosch, wie sich Horst Eckert seit 1960 nannte, zu einem der erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautoren und –illustratoren, brachte Drechsler bei der Begrüßung die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens verlaufende Vita von Janosch den Gästen der Vernissage näher.

Janosch und sein Panama

Horst Eckert kam am 11. März 1931 im oberschlesischen Hindenburg (Zabrze) zur Welt. Die Familie war arm, der Vater Alkoholiker, beide Eltern oft gewalttätig. 1946 floh die Familie nach West-Deutschland. Sein Studium der Malerei, das er 1953 an der Akademie der Bildenden Künste in München begann, brach er ab. Der Künstlername stammt von seinem Verleger Georg Lenz. Von einem Freund erhielt er den Rat, aus seinen Zeichnungen ein Kinderbuch zu machen. Die Zeit seines Lebens, die er am Ammersee verbracht habe, sei mit die schönste in seinem Leben gewesen, überbrachte Enrico Battaglia vom Verlag Art28, die Grüße des Künstlers. Er sei erstaunt und zugleich so erfreut, dass über sein Leben und Werk eine Ausstellung gemacht werde, dass er sich etwas Besonderes ausgedacht habe. Battaglia hielt ein Bild mit dem Titel „Vom Ammersee bis Panama“ in die Höhe, das den Jexhof darstellt, auf den Tiger, Bär und Tigerente zulaufen. Dieses Werk, wie auch viele andere der Ausstellung, könne man auch erwerben, teilte Battaglia mit. Als ihm der Welterfolg mit dem Buch „Oh, wie schön ist Panama“ zu viel wurde, habe er den Ammersee verlassen, berichtete Dr. Jakob von der „Flucht“ Janosch in sein neues Panama, dem Land seiner Träume, gemeint hatte er Teneriffa. Wobei Janosch aber stets betont, dass seine Heimat immer Schlesien bleiben werde. 

Zeichnungen, Illustrationen und Geschichten wurden ausgezeichnet

Welchen Einfluss Janosch auf die Generation hatte, die in den 70igern geboren wurde, überraschte den Museumsleiter. „In den letzten Tagen vor Ausstellungsbeginn bekamen wir immer wieder von Leuten Tigerenten, die sie in ihrer Pubertät gebastelt haben. Ein für mich bis dato völlig unbekanntes Phänomen. Mit der Ausstellung wollen wir den Besuchern den unbekannten Janosch näher bringen“, sagte Dr. Jakob. „Ich denke, dass kann die Ausstellung gut vermitteln.“ Janosch ist einer der bedeutendsten Kinderbuchautoren und -illustratoren des 20. Jahrhunderts. Kein deutscher Schriftsteller und Illustrator hat Kinder (und heutige Erwachsene) so geprägt wie Janosch mit seinen Kinderbüchern wie „Oh, wie schön ist Panama“ oder „Post für den Tiger“. Neben seiner Tätigkeit als Autor ist Janosch als freischaffender Künstler tätig. Seine Zeichnungen, Illustrationen und Geschichten wurden nicht nur mit angesehenen Literaturpreisen, sondern auch mit zahlreichen Kultur-, Kunst- und Filmpreisen ausgezeichnet. 1993 bekam Janosch das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen verliehen. Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Samstag von 13 Uhr bis 17 Uhr (Montag Ruhetag – außer an Feiertagen), Sonn- und Feiertage von 11 Uhr bis 18 Uhr. Heiligabend und Silvester ist geschlossen. Zur Ausstellung wird ein museumspädagogisches Programm „Post vom Tiger an den Jexhof“ für Kinder angeboten. Während der Öffnungszeiten sorgen die Wirtsleute in der historisch eingerichteten Wirtsstube mit Kaffee und Kuchen, Getränken und Gerichten für das leibliche Wohl der Besucher.

Dieter Metzler

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