Soziale Netzwerke im Internet sind voller Gefahren - Abitur-Vorbereitung in FFB

„Wer weiß was von wem?“ Markus Saller, Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale Bayern e. V. aus München, sprach bereits zum dritten Mal beim Abiturienten-Seminar Wirtschaft, zu dem auch heuer die Sparkasse die Abiturklassen aus dem Landkreis mit Grund- und Leistungskurs Wirtschaft/Recht in den Sparkassensaal eingeladen hatte. Diesmal referierte Saller über Datenschutz und Datensicherheit in der digitalen Welt.

„Haben wir überhaupt noch eine Chance, unsere Daten zu schützen?“ fragte Saller und erinnerte daran, dass es sich dabei um ein Recht handelt, das durch das Grundgesetz geschützt ist. Als Saller den Schülerinnen und Schülern die Frage stellte, wer Mitglied in einem „sozialen Netzwerk“ (Lokalisten, Facebook, Youtube, Stayfriends, etc.) sei, flogen die Finger nur so in die Höhe. Der Erfolg beruhe nicht zuletzt darauf, dass deren Nutzer Privates unbedenklich preisgeben. „Dabei sind sich die Nutzer nicht bewusst, wie viele Leute ihre Profile lesen“, so Saller. Obwohl es beim Datenschutz um den Schutz der Privatsphäre geht, interessiere das Thema eigentlich keinen so wirklich, bedauerte Saller. Saller gestand ein, dass der Datenschutz zunächst auch für ihn ein Buch mit sieben Siegeln war. Seit der Volkszählung 1983 war der Datenschutz aber plötzlich in aller Munde. Die Datensicherheit dagegen war überhaupt kein Thema zu dieser Zeit. Wer wollte schon im Zeitalter der Lochkartensysteme kartonweise die Lochkarten wegschleppen? Das Problem der Datensicherung tauchte erst mit der Digitalisierung der Daten auf. „Haben wir überhaupt noch eine Chance, unsere Daten zu schützen?“ fragte Saller und erinnerte daran, dass es sich dabei um ein Recht handelt, das doch durch das Grundgesetz geschützt sei. „Sie stehen kurz vor dem Abitur, sind überwiegend volljährig und werden jetzt zum vollwertigen Konsumenten“, wies Saller auf die Probleme hin, mit denen die jungen Menschen zukünftig verstärkt konfrontiert werden. Dann referierte der Verbraucher-Rechtsanwalt zunächst über den Schutz bestimmter Vertragsarten wie Kreditverträge, Versicherungsverträge, Haustürgeschäfte und unverlangte Zusendung von Waren. Dabei wies er auf den Schutz vor unzulässigen Klauseln hin und ging auf die Aufgaben der Verbraucherzentralen ein, die ihre Beratung und Unterstützung bei Fragen des privaten Konsums anbieten. Zweck des Bundesdatenschutzgesetzes sei es, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinen Persönlichkeitsrechten beeinträchtigt wird. „Es könnte jemand etwas kaufen, was nicht unbedingt jeder wissen muss“, so Saller und schon sei derjenige in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt. Eigentlich habe man den Datenschutz immer nur als Abwehrschutz gegen den Staat betrachtet, dabei hapert es aber hauptsächlich im privaten Bereich, so Saller. Der Erfolg „sozialer Netzwerke“ im Internet beruhe nicht zuletzt darauf, dass deren Nutzer Privates unbedenklich preisgeben. In ihrer Begeisterung veröffentlichen die User oft sehr persönliche Informationen. „Die werden sogar von Arbeitgebern durchforstet und ausgewertet“, berichtete Saller. Grundsätzlich sollte man sich im Klaren darüber sein, dass Informationen, die übers Internet transportiert werden, relativ einfach von Dritten mitgelesen werden können. Dabei können Daten verändert werden, ohne dass der Empfänger es bemerkt. Man hat also keine Sicherheit über die Identität des Kommunikationspartners. Mit scheinbar harmlosen Informationen (E-Mail, Web-Seiten) können schädliche Programme verschickt werden und sich unbemerkt auf dem Rechner einnisten. Auch ohne die eigene aktive Kommunikation kann das Rechnersystem durch „Hacker“ in Gefahr geraten, sofern eine Internetverbindung besteht. Die Schülerinnen und Schüler wurden durch den Vortag des Verbraucher-Anwalts intensiv auf die lauernden Gefahren beim Umgang mit ihrem Rechner aufmerksam gemacht und sensibilisiert.Ziel, der bereits zum 25. Mal von der Sparkasse initiierten Vortragsveranstaltung, ist es, durch praxisnahe Vorträge zu aktuellen Themen den Bezug zwischen Schule und Wirtschaftsleben herzustellen, sowie in Diskussionen, die Möglichkeit zu Fragen oder Gedankenaustausch mit kompetenten Gesprächspartnern aus der Wirtschaft zu bieten – um nicht zuletzt auch einen Beitrag zur Abiturvorbereitung zu leisten.

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