Bewerber für den Landtag

Heimspiel für Kandidaten

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Gottfried Obermair, (l.), FW-Kandidat für den Landtag, Dr. Michael Schanderl, Bezirkstagskandidat.

Maisach ­– Es war ein Heimspiel für den Landtagskandidaten: Die Freien Wähler nominierten Gottfried Obermair (53) in seinem Heimatort Maisach zum Landtagskandidaten im Stimmkreis Fürstenfeldbruck Ost. Unmittelbar zuvor schickten die Freien Wähler Dr. Michael Schanderl (48) erneut ins Rennen um ein Bezirkstagsmandat.

 Obermair erhielt eine Gegenstimme der 15 Wahlberechtigten; 18 weitere Freie Wähler waren gekommen, um ihm und Schanderl den Rücken zu stärken. Wer mitstimmen wollte, musste nicht nur Mitglied eines Freien Wähler Ortsverbands aus dem Stimmkreis sein, sondern sich auch der Wählergruppe angeschlossen haben.

Der amtierende Bezirksrat Dr. Michael Schanderl (48) bewirbt sich erneut um dieses Amt. Schanderl erhielt ein, wie er schmunzelnd sagte, „sozialistisches Ergebnis, das an die DDR erinnert“ – für Schanderl votierten 100 Prozent der Stimmberechtigten.

Sichtlich stolz präsentierte der Kreisvorsitzende der Freien Wähler Fürstenfeldbruck, Michael Leonbacher, die beiden Kandidaten, die er für den Kreisvorstand vorschlug: „Sie kommen aus der kommunalen Basis.“ In der Tat verfügen die beiden nominierten Kreisräte über eine langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik, auf die sie in den erstrebten Ämtern aufbauen.

Der Emmeringer Bürgermeister Dr. Schanderl berichtete in seiner Vorstellungsrede von seiner Tätigkeit als Bezirksrat, für den er verschiedene Sonderfunktionen ausübt. Der Landwirt betreut unter anderem das Agrarausbildungszentrum in Landsberg. Die Aufgaben des Bezirks seien, so Schanderl, in der Bevölkerung nicht ausreichend bekannt. Daher referierte der Bezirksrat, dass der Bezirk über einen „Haushalt von 1,4 Milliarden Euro“ verfüge, die vor allem im sozialen Bereich verwendet werden. Bezirksaufgaben seien unter anderem die überregionale Sozialhilfe, aber auch Heimat- und Musikpflege oder das Fischereiwesen. „Mein besonderes Anliegen ist die Haushaltsdisziplin“, betonte der Fraktionsvorsitzende der FW-Kreistagsfraktion und Vater von drei Kindern.

 

Ebenfalls als stolzer Familienvater präsentierte sich Landtagskandidat Gottfried Obermair: „Ich hab a super Familie“, strahlte er. Der ehemalige Manager eines Großkonzerns, bis 2008 der 3. Bürgermeister der Gemeinde Maisach, arbeitet seit rund 2,5 Jahren als Fachreferent für Umwelt und Erneuerbare Energien für die FW-Landtagsfraktion. Diese ist seit der Landtagswahl 2008 drittstärkste Fraktion im Bayerischen Landtag.

 

„Fukushima hat mein Leben total verändert“, sagt der Fachmann für erneuerbare Energie. „Ich habe mich schon vorher dafür engagiert, den Atomausstieg möglich zu machen, aber seither hat die Energiewende eine ganz andere Dynamik bekommen.“ Obermair hält nach eigener Aussage wenig von „unrealistischen Wunschvorstellungen“, die er gleichermaßen allen anderen Parteien vorwarf: „Keiner von denen hat je ein Konzept für den Atomausstieg!“ Die Energiewende müsse Energie bereitstellen, die zugleich sicher, bezahlbar und umweltverträglich sei. „Mit den Windkraftwerken kommen wir nicht vorwärts“, ärgert sich Obermair, der sich daher für erleichterte Genehmigungsvoraussetzungen ausspricht. Auch die von den Regierungsparteien beschlossene einseitige Belastung der Verbraucher durch die Verlagerung der Kosten zugunsten der Großverbraucher ist Obermair ein Dorn im Auge.

Neben der Energiepolitik will sich Obermair insbesondere für eine rasche Verbesserung des S-Bahnverkehrs im Landkreis Fürstenfeldbruck, den Breitbandausbau und eine verbesserte Seniorenpolitik einsetzen. Als Landtagsabgeordneter will Obermair im Bildungsbereich für die Abschaffung der Studiengebühren sowie der Gebühren für Meister-, Techniker- und Fachwirtprüfungen kämpfen und für eine sozial gerechtere Familienpolitik eintreten.

Peter Knoll


 

 


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