Sparkasse FFB blickt trotz Beteiligung an der Bayern-LB auf ein positives Geschäftsjahr zurück

Wie selten zuvor in der Vergangenheit rückte die Bekanntgabe der Bilanzen des zurückliegenden Jahres der Banken und Sparkassen in den Fokus der Öffentlichkeit. Schuld hatten die dramatischen Entwicklungen an den Finanzmärkten im vergangenen Herbst, die das Vertrauen in die Banken erschütterten und die Wirtschaft in eine tiefe Rezession führten. Das Geschäftsjahr der Sparkasse Fürstenfeldbruck fiel dennoch und trotz der zusätzlichen Belastungen von rund 15 Millionen Euro aus der Beteiligung an der Bayerischen Landesbank (Bayern-LB) positiv aus. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahresverlauf um 3,6 Prozent auf 3,35 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss betrug 4,5 Millionen Euro, und das Eigenkapital erhöhte sich auf 200,8 Millionen Euro.

Mit einer ganzseitigen Anzeige in zwei Tageszeitungen veröffentlichte das Geld-Institut, das mit 26 Geschäftsstellen und 892 Mitarbeitern zum größten Arbeitgeber im Landkreis zählt, am vergangenen Wochenende diese Zahlen, um einem Imageverlust vorzubeugen, der durch die spekulativen Schreckensmeldungen und Horrorszenarien in den vergangenen Wochen und Monaten in der Öffentlichkeit kursierte. Diese Worte verwandte Klaus Knörr, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, am vergangenen Donnerstag als er bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Stadtrats und Kreistags den politisch Verantwortlichen im Sparkassensaal die Jahresbilanz 2008 vorstellte und gleichzeitig Rede und Antwort stand. Einen Tag später stellten Knörr und seine Vorstandskollegen, Dr. Peter Harwalik und Bernd Fröhlich, die Bilanz der Presse vor. Das insgesamt zufriedenstellende Ergebnis erklärte der Vorstandschef mit dem vorsichtigen Taktieren am Finanzmarkt, dem großen Vertrauen der Kunden sowie der regionalen Ausrichtung der Bank. Das neue Verhältnis der Sparkasse zur Bayern-LB bezeichnete Knörr jetzt als mehr kundenorientiert und nicht mehr als eigentümerorientiert. Von den 50 Prozent Beteiligung vor der Krise sind den 73 Sparkassen in Bayern gerade einmal noch fünf Prozent geblieben. Davon wiederum ist die Sparkasse Fürstenfeldbruck noch mit 1,74 Prozent beteiligt. Vor der Finanzkrise betrug die Beteiligung der Sparkasse 24 Millionen Euro. Die nun mit 15 Millionen Euro zu Buche schlagende Belastung setzt sich aus 10,1 Millionen Euro Abschreibung, 2,8 Millionen Euro Steuern sowie 2,2 Millionen Euro entgangener Ausschüttungen zusammen. Diese Summe konnte die Sparkasse schultern ohne auf ihre stillen Reserven zurückgreifen zu müssen. Als Verbundpartner bleibe die Bayern-LB den Sparkassen allerdings noch bis zum Ablauf der Gewährträgerschaft im Jahre 2015 erhalten, teilte Knörr mit. Als äußerst bedenklich sieht der Sparkassen-Vorstand die durch den Schutzschirm der Bundesregierung für die angeschlagenen Banken entstandene Wettbewerbsverzerrung. „Das Verteilen von Rettungsschirmen darf nicht dazu führen, dass es den Sparkassen reinregnet“, prangerte Dr. Harwalik an. So könne derzeit eine von Privatbanken angebotene vierprozentige Verzinsung niemals mit Erlösen aus Bankgeschäften gedeckt werden. Es könne nicht sein, dass eines Tages die „gesunden“ Opfer der staatlich subventionierten Unternehmen werden, ergänzte Knörr. Als erfreulich bewertete der Vorstandschef die positive Entwicklung der Kundeneinlagen, die um 3,2 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro gestiegen sind. In gewisser Weise habe sich die Finanzkrise positiv auf die Sparkasse ausgewirkt, so Knörr. Auch bei den Sparkassenbriefen war ein deutlicher Zuwachs, nämlich um 151 Millionen Euro, was einem Plus von 34,3 Prozent entspricht, zu verzeichnen. Das Anlagenverhalten der Kunden fokussierte sich in den letzten Jahren verstärkt auf täglich verfügbare und attraktiv verzinste Anlageprodukte, wie das S-Aktivsparen. Im Jahr 2008 wurden 103,3 Millionen Euro neue Kredite ausgezahlt – dadurch erhöhten sich die Kundenkredite auf 2,35 Milliarden Euro. Von einer Unterversorgung mit Krediten, einer „Kreditklemme“, könne keine Rede sein. „Die aktuellen Turbulenzen an den Weltfinanzmärkten haben zu keiner Änderung in der Kreditvergabepolitik der Sparkasse an mittelständische Unternehmen geführt“, betonte Knörr. Die Darlehenszusagen an Unternehmen und Selbständige stiegen um 24,7 Prozent auf über 263 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Darlehensauszahlungen um 10,2 Prozent auf rund 217 Millionen Euro. „Damit sind wir die Nummer eins als Finanzierungspartner von Mittelstand und privaten Kunden im Landkreis“, verkündete Knörr, auch wenn „die Unternehmer auf Sicht fahren“, fügte Dr. Harwalik hinzu, was bedeute, dass viele mittelständische Betriebe bei der Nachfrage nach neuen Krediten doch eine gewisse Zurückhaltung an den Tag legten. Im Bereich der Existenzgründungen wurden für 19 neue „Start-Ups“ rd. 1,4 Millionen Euro an Krediten zugesagt; insgesamt begleitet die Bank 50 Gründer mit einem Gesamtvolumen von 2,3 Millionen Euro. Von einer wahren Renaissance sprach Knörr beim Abschluss von Bausparverträgen. Insgesamt schlossen die Berater 3590 Bausparverträge, das entsprach einem Plus von 34,6 Prozent, mit einer Gesamtsumme von knapp 100 Millionen Euro ab. Dieser Entwicklung will die Sparkasse künftig mit drei Zentren in Olching, Germering und Fürstenfeldbruck Rechnung tragen. Auch das Immobiliengeschäft bleibt im Hinblick für eine Altersvorsorge attraktiv. 39 Vermietungen und 121 Verkäufe mit einem Objektwert von 27,9 Millionen Euro hatte die Sparkasse vermittelt.

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