Immobilien: Nachfrage um ein Drittel gestiegen

Sparkasse FFB stellt Entwicklung des Immobilienmarktes 
während der Pandemie vor

Frank Opitz und Erwin Bumberger informierten über die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt während der Corona-Pandemie.
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Frank Opitz, Vorstandsmitglied der Sparkasse und Erwin Bumberger, Vorstandsvorsitzender der LBS Bayern, informierten über die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt während der Corona-Pandemie.
  • Dieter Metzler
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Fürstenfeldbruck – Die Preise für Immobilien kennen nur eine Richtung: nach oben. Doch dank hoher Nachfrage und günstiger Zinsen hält der Bau-Boom trotz der Corona-Pandemie an. Auch im Brucker Landkreis ist das Interesse an Wohnimmobilien nach wie vor sehr groß, berichteten Frank Opitz, Vorstandsmitglied der Brucker Sparkasse, und Erwin Bumberger, Vorstandsvorsitzender der LBS Bayern, bei einem Pressegespräch am 9. Juli in der Sparkasse.

Nur zwei Wochen lang habe sich der Immobilienmarkt zu Beginn des ersten Lockdown in einer Art Schockstarre befunden, berichtete Bumberger. „Da wusste im ersten Moment keiner, wie es weitergeht.“ Nach wie vor zählt aber zum wichtigsten Einflussfaktor für den Immobilienmarkt das Bevölkerungswachstum. Der Zuzug sei zwar durch die Pandemie gebremst worden, aber die Bevölkerungszahlen im Landkreis werden bis 2039 bis auf rund 234.000 Menschen anwachsen. „Das entspricht einem Wachstum von 6,6 Prozent oder etwa 15.000 Menschen“, prognostizierte Opitz.

Homeoffice und Homeschooling während der Pandemie haben bei vielen den Wunsch nach mehr Wohnraum verstärkt. So gesehen ist die Corona-Krise bislang auf dem Immobilienmarkt nicht zu spüren – im Gegenteil. Die Nachfrage ist gut um ein Drittel gestiegen.

In Bayern, so Bumberger, waren 84 Prozent der Meinung, dass ein schönes Zuhause durch Corona wichtiger denn je ist. 38 Prozent der Mieter sagten gar, dass die Pandemie ihren Wunsch nach einer eigenen Immobilie verstärkt hat. Da die Ausgaben für Reisen und Restaurantbesuche weggefallen sind, bleibt mehr Geld für anderes, zum Beispiel für den Kauf einer Immobilie übrig. Viele halten sie zudem für eine krisenfeste Wertanlage, 66 Prozent sogar für die beste Form von Altersvorsorge.

Wanderungsbewegung von der Stadt ins Umland

Schon vor der Corona-Pandemie hat sich aufgrund der hohen Immobilienpreise eine Wanderungsbewegung von der Stadt ins Umland abgezeichnet. Das dürfte sich nach den Erfahrungen im Lockdown nun noch einmal verstärkt haben, so die Experten. Wer in der Arbeit mehr Spielraum durch Homeoffice gewonnen hat und nicht mehr jeden Tag ins Büro muss, nimmt dafür möglicherweise auch einen weiteren Weg in Kauf.

Dagegen werde die Nachfrage nach Gewerbeflächen sinken und vorhandene Gewerbeflächen womöglich sogar in Wohnraum umgewandelt. „In der Region ist das aber noch nicht spürbar“, sagte Opitz. Spürbar sei aber, so Opitz, dass bezahlbarer Wohnraum in der Region knapp sei. Der Landkreis verzeichne zwar eine rege Bautätigkeit, aber die zwischen 800 und 900 neuen Wohneinheiten pro Jahr seien zu wenig um die Nachfrage zu decken. Die Folge sind steigende Preise. Insbesondere der westliche Landkreis werde eine deutliche Entwicklung nach oben erleben.

So werden im westlichen Landkreis derzeit noch für ein unbebautes Grundstück 780 Euro pro Quadratmeter verlangt, für ein Einfamilienhaus oder für eine Eigentumswohnung 4.400 Euro pro Quadratmeter, deutlich weniger als im mittleren oder östlichen Landkreis. Nachvollziehbar, dass Bauwillige verstärkt in den westlichen Landkreis drängen, insbesondere in Orte mit S-Bahnanschluss. „In Stadtnähe ist Eigentum unter einer Million Euro fast nicht mehr zu realisieren“, sagt Opitz. Die Experten raten deshalb dazu, sich lieber heute als morgen den Traum von Wohneigentum zu erfüllen. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ der alte Grundsatz, so Opitz, würde wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Metzler

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