Verabschiedung des Chefs

Knörr verlässt die Sparkasse

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Die Banker unter sich (von links): Dr. Peter Harwalik (neuer Vorstandsvorsitzender) mit Lebensgefährtin Reinhilde Meier, Klaus Knörr (scheidender Vorstandsvorsitzender) mit Lebensgefährtin Margrit Kierst, Frank Opitz (Vorstandsmitglied) mit Gattin Iris Opitz sowie Dr. Ulrich Netzer (Bayerns Sparkassenverbands-Präsident).

33 Jahre lang war Klaus Knörr (66) in führender Verantwortung bei der Sparkasse Fürstenfeldbruck, davon 25 Jahre Mitglied im Vorstand.

Fürstenfeldbruck – Die letzten 17 Jahre seines Berufslebens leitete er als Vorstandsvorsitzender die Geschicke des Geldinstituts. Jetzt wurde das „Gesicht der Brucker Sparkasse“ im Veranstaltungsforum Fürstenfeld feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Passend zum farblichen Layout der Sparkasse war die Bühne des ohnehin rotgetünchten Saals in rotes Scheinwerferlicht gehüllt.

Bei Erfolgen nie im Rampenlicht

Seine authentische, bescheidene Art werde allen fehlen, sagte Landrat Thomas Karmasin in der Laudatio. Als Verwaltungsratsvorsitzender ließ Karmasin die berufliche Vita Knörrs Revue passieren, von seiner Lehre bei der Sparkasse in Pegnitz bis hin zum Vorstandsvorsitzenden in Bruck im Jahre 2002. In dieser Zeit habe er das Eigenkapital der Sparkasse fast verzweieinhalbfacht. Bei Erfolgen stand er nie im Rampenlicht, sondern immer die Sparkasse, unangenehme Entscheidungen habe dagegen er stets gerechtfertigt, erinnerte Karmasin zum Beispiel an die Schließung von Geschäftsstellen. Karmasin bedauerte, dass die Fusion mit den Sparkassen Landsberg und Dachau nicht geklappt habe. „Es hätte deinem Wirken die Krone aufgesetzt. Aber du kannst auch so erhobenen Hauptes, wenn auch ungekrönt die Sparkasse verlassen.“

Spontanes Geburtstagsständchen

Das Grußwort des Präsidenten des Sparkassenverbandes Bayern, Ulrich Netzer, wurde spontan durch ein Geburtstagsständchen der Gäste zum 66. Geburtstag von Knörr, den der Sparkassenchef tags zuvor feierte, unterbrochen, nachdem eine beherzte Dame „Zum Geburtstag viel Glück“ anstimmte. Den Soul-Klassiker „Let`s stay together“ von Al Green, den zuvor das Duo Iskra und Vlado Grizelj vortrug, passe, so Netzer, auf die Sparkasse. „In guten wie in schlechten Zeiten zusammenhalten.“ Die letzten zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise waren gute und weniger gute Jahre. Knörr habe sich in dieser Zeit stärkend für die Sparkasse eingesetzt. Seinem Nachfolger, Peter Harwalik, wünschte der Sparkassenverbands-Präsident eine „glückliche Hand.“

Glückskeks mit Botschaft

„Sie waren für uns ein starker Gegner“, sagte die Personalratsvorsitzende Irmgard Lippold. „Wir konnten uns aber auch nach schwierigen Gesprächen immer in die Augen schauen“, so Lippold und dankte Knörr für seine Loyalität. Als er beim Besuch eines China-Restaurants vor drei Monaten einen Glückskeks geschenkt bekam, stand auf dem darin enthaltenen Zettel „In drei Monaten wird Ihnen eine große Freude und Ehre zuteil“, sagte Knörrs Nachfolger Peter Harwalik. Ab diesem Zeitpunkt sei ihm klar gewesen, es könnte gut klappen mit dem Posten als Vorstandsvorsitzender.

Geradlinigkeit und Konsequenz

Harwalik dankte dem Verwaltungsrat für das in ihn gesetzte Vertrauen. Er bewundere an Knörr, mit welcher Geradlinigkeit und Konsequenz er auch unpopuläre und unangenehme Themen aufgegriffen habe und weiter verfolgt habe. „Das macht nicht jeder so.“ Zum Abschluss zitierte Harwalik einen, wie er ihn nannte, großen Fußballphilosophen, Lukas Podolski, „Doppelpass spielen ohne Mitspieler ist schwierig. Mit vielen die heute hier sind, möchte ich auch in Zukunft gute Doppelpässe spielen.“

Lange Dankesrede

Am Ende der Abschiedsfeier, zu der gut 200 Gäste erschienen waren, kam gar Melancholie auf, als das Duo ein bosnisches Volkslied vortrug. Mit „Gute Nacht, Freunde“, erinnerte Knörr in seiner Dankrede an die Lieder von Reinhard Mey, die ihn 50 Jahre seines Berufsleben begleitet haben. „Es ist Zeit für mich zu gehen, was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehen.“ Er sei dankbar, dass er den Weg in die Sparkassen-Organisation gefunden habe und dass ihm diese Organisation das Vertrauen auf seinem Berufsweg immer wieder Fach- und Führungsverantwortung übertragen habe. In einer Dankesrede, in der Knörr niemanden ausließ, dankte er auch seiner Frau Margrit. „Du hast maßgeblich für eine neue Balance in meinem Leben gesorgt.“ – „Es war mir eine Ehre, diesem Haus in erster Verantwortung dienen zu dürfen.“ 

Metzler

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