Umweltbildung auf Stützen

Spatenstich für das Informationszentrum am forstlichen 
Versuchsgarten Grafrath

Das künftige Informationszentrum für den Welt.Erlebnis.Wald Grafrath steht auf Stützen und besteht nahezu komplett aus Holz.
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Das künftige Informationszentrum für den Welt.Erlebnis.Wald Grafrath steht auf Stützen und besteht nahezu komplett aus Holz.

Grafrath – Mit einem aufgeständerten Holzbau als ganzjährig geöffnetes Informationszentrum möchte die Bayerische Forstverwaltung mehr Menschen den forstlichen Versuchsgarten Grafrath bekannt machen. Der Neubau soll das ganze Jahr über praxisorientierte Veranstaltungen und Ausstellungen im Bereich Umweltbildung und Waldpädagogik ermöglichen. 

Noch ist der Welt.Erlebnis.Wald Grafrath ein Geheimtipp. Doch das wird sich ändern, wenn bis Anfang 2022 der Neubau eines Informationszentrums fertiggestellt ist. Er ist dann das Herzstück des Ensembles aus mehreren Gebäude, mit dem die Bayerische Forstverwaltung den forstlichen Versuchsgarten künftig stärker an der Naturbildung ausrichtet.

Gebäude in Form einer Astgabel

Nicht nur die Lage mitten im Wald ist etwas Besonderes, sondern auch das Gebäude selbst: Es steht auf Stützen und ist komplett aus Holz gebaut. Die Form erinnert an eine

Astgabel mit zwei unterschiedlich dicken Zweigen. Auf der einen Seite entstehen ein Saal und Räume für Vorträge Workshops und Ausstellungen, auf der anderen Büroräume für die Verwaltung. Die Löcher für die Fundamente sind bereits gegraben, derzeit werden die einzelnen Holzelemente in Kulmbach produziert.

Das Gebäude soll zum Sinnbild für das Bauen mit der Natur werden. Um den gewachsenen Waldboden zu schonen und wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu erhalten, steht das Gebäude zudem wie die früheren Pfahlbauten auf etwa ein bis 2,50 Meter hohen Stützen. Damit sich der außergewöhnliche Gebäudekomplex gut in die Umgebung mit den vielen Bäumen einfügt, wird er bei einer Wandhöhe von 3,50 Meter das Gebäude maximal 9,80 Meter noch. Durch die Gebäudeaufständerung wird die Versiegelung des kostbaren Waldbodens auf ein Minimum reduziert. Außerdem versickert das Regenwasser vom Dach wieder im Boden und fließt nicht in die Kanalisation.

Das Gebäude in Form einer Astgabel mit zwei unterschiedlich dicken Zweigen beherbergt einen Veranstaltungsraum und einen Bürotrakt.

Da die Bayerische Forstverwaltung besonderen Wert auf die innovative Verwendung von Holz legt, bestehen sowohl das Tragwerk als auch die Dämmung der Holzfassade aus Holz. Auch das ungewöhnlich steile Dach geht auf den Wunsch zurück, die Leistungsfähigkeit des Rohstoffs Holz zu zeigen. Statt klassischer Tondachziegel sollen Holzschindeln das Dach bedecken. Und damit diese eine möglichst lange Lebensdauer haben, muss das Dach sehr steil sein.

Das Gebäude wird barrierefrei zugänglich sein und vom S-Bahnhof Grafrath sehr gut zu Fuß erreichbar.

Zur Geschichte des Welt.Erlebnis.Wald Grafrath

Auf das Betreiben von August Ganghofer wurde 1881 die Königlich Bayerische Forstliche Versuchsanstalt, die heutige Bayerische Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Freising gegründet. Im gleichen Jahr begann der Forstwissenschaftler Robert Hartig seine Arbeit im Grafrather Forst, den der Revierleiter mit den ersten ausländischen Baumarten bestockt hatte. Seither ist der Versuchsgarten auf etwa 34 Hektar Größe angewachsen. Mehr als 200 verschiedene Baumarten aus aller Welt untersucht die Landesanstalt für Forstwirtschaft dort. So wachsen im Versuchsgarten unter anderen Zuckerbirke, japanische Flügelnuss, persische Eiche, Amur-Korkbaum und sogar ein Bergmammutbaum aus Nordamerika.

Walderlebniszentrum Grünwald

Das Informationszentrum in Grafrath ist übrigens nicht das erste Gebäude für ein Walderlebniszentrum, das das Staatliche Bauamt Freising baut. Im Jahr 2014 errichtete das Staatliche Bauamt den Panoramasaal für das Walderlebniszentrum in Grünwald, wenige Kilometer südlich von München. Auch dieses Gebäude besteht hauptsächlich aus Holz.

red

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