Spatenstich für die neue Kindertagesstätte St. Nikolaus in Germering

Ende des Containerlebens

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Auch die Kinder helfen fleißig beim Spatenstich mit.

Noch schnell den Bagger ins rechte Licht gerückt, kann der Spatenstich zur neuen Kindertagesstätte St. Nikolaus beginnen. Die derzeit 75 Kindergartenkinder sind schon ganz aufgeregt und viele von ihnen mit Schaufeln bewaffnet: sie freuen sich am meisten, dass es jetzt endlich los geht mit den neuen Räumlichkeiten in der Kerschensteiner Straße.

Germering - Seit zwei Jahren sind die Kinder bereits im Container auf dem Nachbargrundstück untergebracht. Wer den Container betritt, merkt gar nicht, dass er sich in einem solchen befindet. Die Erzieherinnen und Kinder haben es sich in der Übergangszeit richtig gemütlich gemacht: bunte Bilder hängen an den Wänden, Girlanden baumeln von der Decke und der große Spielplatz lädt im Außenbereich zum Toben ein. Dennoch sind alle bereit für etwas Neues und das soll größer als zuvor werden: vier Kindergartengruppen und eine Krippengruppe sind bis zur Fertigstellung des Baus im Herbst 2019 geplant. „Das ist zwar größer als anfangs gedacht, aber wir müssen den vorhandenen Platz ausnutzen, da wir von Elternanfragen überrannt werden“, sagt Eike Höppner, Referentin für Kinderbetreuung. So ist bald Platz für 100 Kindergarten- und maximal zwölf Krippenkinder. 

Ein Zuhause für untertags

„Die Eltern bauen, die Kinder wohnen“, mit diesem griechischen Sprichwort begrüßt Oberbürgermeister Andreas Haas die Anwesenden, die nicht nur von den Sonnenstrahlen hinaus gelockt wurden. Auch das fröhliche Lachen der Kinder und das angestimmte Lied bringen die Besonderheit dieses Tages zum Ausdruck. Für den Oberbürgermeister baut die Stadtkirche mit Unterstützung der Stadt Germering ein „Zuhause für die Kinder untertags“, wenn die Eltern beispielsweise in der Arbeit sind, sollen die Kinder trotzdem einen Ort des Wohlbefindens haben – ein zweites Zuhause eben. Das sind auch die Wünsche von Pfarrer Andreas Jaster und Pfarrvikar Piotr Wandachowicz, die stolz auf ihre mittlerweile fünf Einrichtungen sind, die zum Kindertagesstättenverbund der Germeringer Stadtkirche gehören. Mit dem Leitbild Kinder fördern und Eltern stärken, sind die beiden sehr zuversichtlich, dass der Neubau rechtzeitig zum Schuljahresbeginn im Herbst 2019 fertiggestellt sein wird. Diese Absicht verfolgt der erneut ins Boot – oder wohl eher in den Kindergarten – geholte Münchner Architekt Roberto Gonzalo, der bereits für den Bau des integrativen Kinderhauses St. Anna in der Luitpoldstraße verantwortlich war. 

Bau nach energetischen Standards

„Ein Kindergarten ist immer etwas ganz Besonderes“, sagt Gonzalo. „Jeder hat andere Bedürfnisse, die individuell umgesetzt werden müssen“ und dieser Aufgabe stelle er sich nun. Die Kindertagesstätte St. Nikolaus soll sich vorwiegend nach Süden orientieren, um möglichst viel Sonne abzubekommen. Zudem sollen auch Räume für eine Krippengruppe, eine Küche mit angeschlossenem Lager und zwei Personal-Apartments entstehen, sodass eine umfangreiche Versorgung gewährleistet werden kann. Was dem Architekten, den verantwortlichen der Stadt und dem Kindergartenverbund dabei vor allem wichtig ist, ist der hohe energetische Standard unter dem gebaut wird. Es werden vorwiegend ökologische Materialien benutzt, wie auch schon bei St. Anna. Da viele der Räume im Erdgeschoss untergebracht werden sollen, arrangierte Gonzalo die Zimmer rund um eine in der Mitte befindlichen Halle – so sei jeder Raum ein Teil vom Haus und keine der Gruppen durch einen langen Flur separiert. Von der Baustelle getrennt werden auch die Kinder nicht. Es wurde sich extra dagegen entschieden, den Kindergartenkindern die Sicht auf die Baustelle mit einer Plane zu verderben. Sie sollen den täglichen Fortschritt mitbekommen und daran teilnehmen können: besonders der große Bagger steht da im Fokus der vielen Kinderaugen – nicht nur der Jungs. 

Ein aufregender Tag

Bevor der Kindergartenalltag die Jungen und Mädchen im Alter von drei bis sechs Jahren an diesem ereignisreichen Tag wieder voll im Griff hat, entlassen alle von ihnen noch ihre Luftballons in den Himmel. Zusammen mit den Kindergärtnerinnen haben sie sich Wünsche für die neue Kindertagesstätte ausgedacht und diese an den Luftballons befestigt. Auch wenn der ein oder andere von ihnen, die neuen Räume nicht mehr miterleben wird, so werden sich spätestens die Geschwister und viele kommende Generationen daran erfreuen können. 

Claudia Becker

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