Speedwaybahn Olching - Viel Lärm um nichts - Jetzt soll ein Gutachten schlichten

In dem seit Sommer dieses Jahres schwelenden Streit zwischen einer Olchinger Bürgerin und der Gemeinde, dem Landratsamt und dem Motorsportclub Olching (MSCO), um die Olchinger Speedway-Anlage scheinen sich die verhärteten Fronten nun zu lockern. Zumindest signalisierten alle Betroffenen am 29. September bei einem von Bürgermeister Andreas Magg initiierten Treffen im Rathaus großes Interesse an einer außergerichtlichen Einigung.

Bekanntlich hatte die seit 2005 in der Nähe der Olchinger Speedwaybahn wohnende 29-jährige Bürgerin, die selbst Richterin ist, Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht, weil ihrer Meinung nach die Lärmbelästigung durch die knatternden Motorräder unzumutbar wäre. Zu der Klage sah sich die Anwohnerin genötigt, nachdem mehrere Beschwerden an die Gemeinde und das Landratsamt erfolglos geblieben waren. Das Münchner Verwaltungsgericht folgte dem Grunde nach der Klage. Aber nicht der Lärm, sondern eine ohne Genehmigung des Landratsamtes durchgeführte Veränderung der Bahn im Jahre 1982 veranlasste das Gericht, dem Landratsamt die Stilllegung der Anlage bis auf weiteres aufzuerlegen. An dem eineinhalbstündigen, von allen Seiten sehr sachlich und konstruktiv geführten Gespräch, an dem von der Gemeinde Olching Bürgermeister Andreas Magg und Sportreferent Dr. Tomas Bauer sowie Landrat Thomas Karmasin, der erste Vorsitzende des MSCO, Ulrich Brehmer mit Rechtsanwalt Jürgen Dreyer (Kanzlei Dreyer & Pfeiffer) und die Klägerin mit Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Leitner (Kanzlei Labbe & Partner) teilnahmen, wurde abgeklärt, inwieweit eine Fortführung des Speedwaysports in Olching unter Berücksichtigung der Belange der Anwohnerin noch möglich ist. Der MSCO machte deutlich, dass es auch in Zukunft drei Senioren- und zwei Jugend-Renntage im Jahr geben werde, da diese für den Verein notwendig seien. Die Klägerin akzeptierte ihrerseits insgesamt zehn Trainingseinheiten im Jahr, wenn diese statt freitags zukünftig am Donnerstag durchgeführt werden würden. Der MSCO zeigte sich damit einverstanden. Darüber hinaus kam die Runde überein, dass eine Lärmmessung beim Saison-Abschlussrennen am 11. Oktober Aufschluss darüber geben soll, ob der durch die Motorräder verursachte Lärm für die Klägerin zumutbar ist oder nicht. Während der Rennen werden dazu Messungen von einem Sachverständigenbüro im Bereich des Wohnhauses der Klägerin durchgeführt. Sollten die Lärmwerte die gültigen Grenzwerte überschreiten und Lärmschutzmaßnahmen durch den MSCO notwendig sein, die nötigen Maßnahmen aber nicht finanzierbar oder technisch realisierbar sein, so stellte die Klägerin weitere Dialogbereitschaft in Aussicht, um eine für alle Seiten verträgliche Lösung zu finden. Bürgermeister Magg wird alle Betroffenen nach Vorlage des Gutachtens zu einem weiteren „Runden Tisch“ einladen.

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