Germeringer Spielmobil ist wieder unterwegs

Analog schlägt digital

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Die fünfjährige Ellinora schickt vor dem Spielmobil Riesen-Seifenblasen auf die Reise

Germering – Das Spielmobil ist wieder in Germering unterwegs. Trotz Smartphone und Internet steht die Einrichtung beim Nachwuchs hoch im Kurs.

Die Backen sind aufgeplustert wie bei einem Hamster – ein kurzer Luftstoß und schon macht sich die Riesen-Seifenblase auf den Weg. Fasziniert blickt die fünfjährige Ellinora dem wabernden Gebilde hinterher, bis es am Ende platzt. Das macht aber gar nichts. Schließlich ist noch mehr als genug Seifenlauge da. Und an Bord des weißen Transporters gibt es ja noch hunderte andere Spielsachen. 

Spiele kommen zu den Kindern

Seit mehr als 15 Jahren rollt das Spielzimmer auf Rädern durch die Stadt. Das Motto: Wer nicht zum Spielen an den Abenteuerspielplatz (ASP) kommen kann, zu dem kommen eben die Spiele. Ob Groß-Brettspiele wie Carrom, Bewegungsgeräte wie das Waveboard oder Pedalos, Geschicklichkeits-Spiele wie eine Einrad oder der gute alte Fußball: In seinem Fiat Ducato hat ASP-Leiter Martin Pollok mehr als 100 verschiedene Spiele, mit denen sich Kinder an verschiedenen Standorten in Germering einmal pro Woche vergnügen können. „Das Angebot wird nach wie vor sehr gut angenommen“, sagt Pollok.

Spielzimmer auf Rädern noch immer beliebt

Und das Spielzimmer auf Rädern hat nichts von seiner Attraktivität eingebüßt – im Gegenteil. „Germering wird immer urbaner“, sagt Pollok. Mehr Straßen, mehr Autos – der Weg zum Abenteuerspielplatz hält so immer mehr Unwägbarkeiten für den Nachwuchs bereit. Mit dem Spielmobil haben die Kinder die Möglichkeit, in ihrer vertrauten Umgebung mit anderen zu spielen, erklärt der Sozialpädagoge. „Für viele Kinder hat das Spielmobil einen festen Platz im Kalender.“ Im Durchschnitt kämen 15 bis 40 Kinder, wenn das Mobil anrückt. 

Die Kleinen wollen greifbare Herausforderungen

Hauptklientel sind junge Menschen im Kindergarten- oder Grundschulalter. Auch auf sie übt die bunt blinkende Welt der Smartphones und Tabletes eine gewisse Faszination aus. Haben sie aber die Wahl zwischen digital oder analog, entscheiden sie sich meist für die greifbaren Herausforderungen. 

Kinder werden immer früher pubertär

Anders sieht das bei den älteren aus, sagt Pollok. „Ab einem Alter von elf oder zwölf Jahren steht das Handy im Mittelpunkt“, erklärt Pollok. Eben ab jenem Alter, wo es für den Nachwuchs vom Kindesalter in die Pubertät geht. Dabei hat der 40-Jährige eine interessante Entdeckung gemacht: Die Kinder zeigen immer früher pubertäres Verhalten. Früher sei es mit 13 losgegangen, heute sei etwa das Interesse am anderen Geschlecht oder der Drang, sich älter zu benehmen, schon mit neun oder zehn Jahren bemerkbar. Trotzdem ist sich Pollok sicher, dass sein Abenteuerspielplatz und das Spielmobil keine Auslaufmodelle sind. Denn Spielen hat schon immer zum Erwachsenwerden gehört.

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