Sportfluggruppe der Bundeswehr hofft nach dem Aus für den Standort auf Verlängerung der Genehmigung

Die Sportfluggruppe der Bundeswehr in FFB. Foto: Dieter Metzler

Als der Kommandeur der 1. Luftwaffendivision, Generalmajor Robert Löwenstein, vor gut einem Jahr seinen Dienst in Fursty antrat, sprach er sich für die Sportfluggruppe der Bundeswehr aus, denn auch die angehenden Luftwaffenoffiziere sollten seiner Meinung nach „das Fliegen schnuppern können“. Löwenstein stellte aber auch klar, dass die Bundeswehr Sportfliegergemeinschaft (BwSfGem FFB e. V.) für ihre Legalisierung selbst zuständig sei. Derzeit besitzt der eingetragene Verein für das Fliegen noch eine bis zum Ende des Jahres befristete Ausnahmegenehmigung. Nachdem Ende Oktober der Bundesminister der Verteidigung nun das Aus für den Fliegerhorst verkündete, ist aber auch die Zukunft für die Bundeswehr-Sportflieger ungewiss.

Der erste Vorsitzende der Bw-Sportflieger, Major Jan Herchenröder, teilte dazu dem Kreisboten mit, dass eine Verlängerung der bestehenden Außenstart- und Außenlandegenehmigung im Ermessen des Luftamtes Süd liege. Er hoffe aber, dass die Regierung von Oberbayern einer Verlängerung der Genehmigung zustimme. „Für einen dauerhaften Flugbetrieb auf dem Gelände ist ein Sonderlandeplatz erforderlich“, informierte Herchenröder. „Wir prüfen derzeit, ob es unter den veränderten Vorzeichen möglich ist, eine solche Genehmigung zu erlangen.“ Die Sportflieger haben aber noch keine abschließende Bewertung durchgeführt. „Dazu ist die Entscheidung des Verteidigungsministers noch zu frisch und eine Feinausplanung der Strukturform der Bundeswehr liegt noch nicht vor. Wir gehen davon aus, dass die Umsetzung des Stationierungsentscheids noch mehrere Jahre dauern wird.“ Als falsch bezeichnete Herchenröder, dass der Verein beabsichtige, mit den Zivilfliegern zusammenzugehen, weil die Sportflieger die fliegerische Nutzung wirtschaftlich nicht mehr schultern können. „Uns ist sehr wohl bewusst, dass für den Fortbestand erhebliche Kosten auf uns zukommen. Doch die Infrastruktur wird uns bereits heute nicht kostenlos zur Nutzung überlassen“, klärte Herchenröder auf. Die Sportflieger haben auch in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht, dass es nicht ihre Absicht ist, einen Landeplatz für die Allgemeine Luftfahrt zu etablieren. „Dabei haben wir auch immer wieder darauf hingewiesen, dass wir beabsichtigen, einen Antrag für eine klar definierte Obergrenze an Flugbewegungen einzureichen.“ Die Bürgerinitiative (BI) gegen Fluglärm e. V. steht nach wie vor zu ihrer Forderung: Kein Zivilflug nach Fürstenfeldbruck. Sie will sich gegen eine Genehmigung eines Sonderlandeplatzes wehren, die der Sprecher der BI, Norman Dombo, als einen Schlag ins Gesicht der Bevölkerung bezeichnete, nachdem erst vor zwei Jahren der bayerische erste Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet das Ende jeglichen Zivilflugs verkündet hatte. Dombo befürchtet aber, dass sich die seinerzeit gescheiterten Zivilflieger „durchs Hintertürchen“ wieder in Fursty einschleichen könnten. Die Sportflieger werden nach Abzug der Bundeswehr kaum die Infrastrukturkosten für eine fliegerische Nutzung allein schultern können, glaubt Dombo, dass sie deshalb mit den Zivilfliegern gemeinsame Sache machen könnten. Das würde zugleich mehr Flugzeuge bedeuten und bei den 8.000 Flugstunden würde es auch nicht bleiben. Er hoffe nur, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA) das Areal anderweitig besser vermarkte. „Die Lebensqualität der Bevölkerung in der so dicht bevölkerten Region sollte nach Jahren des Fluglärms endlich Vorrang vor dem Vergnügen einiger Hobbyflieger haben“, so Dombo.

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