Viele engagieren sich in der Asylsozialbetreuung und ehrenamtlich – Landkreis unterstützt jetzt hauptamtliche Koordinatorin 

Unterstützung für ehrenamtliche Sprachpaten

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v. li.: Helmuth Stolle (Bürgerstiftung), Landrat Thomas Karmasin, Dieter Müller (Amt für Soziales), Susanne Pütz (Brucker Forum), Wolfgang Schachtner (Stiftung der Sparkasse), Christine Höppner (Brucker Forum), Andrea Gummer und Claudia Ramminger (beide Caritas).

Fürstenfeldbruck – Neben der Asylsozialbetreuung durch den Landkreis, der Wohlfahrtsverbände und Einrichtungen der Kirche, Städte und Gemeinden engagieren sich 15 Asylbewerberhelferkreise und auch private Initiativen um die rund 740 im Landkreis untergebrachten Flüchtlinge sowie die 560 im Fliegerhorst in der Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung und der 70 in Germering lebenden Flüchtlinge.

 “Wir müssen das Angebot verbessern und in der Kooperation noch mehr professionalisieren,” sagte Landrat Thomas Karmasin bei der Pressekonferenz am 16. April im Landratsamt. Daran nahmen teil: Claudia Ramminger, Andrea Gummert, (Caritas-Zentrum), Christine Höppner und Susanne Pütz (Brucker Forum), sowie Helmut Stolle (Bürgerstiftung), Wolfgang Schachtner (Sparkassenstiftung) und Dieter Müller (Sozialamt). Wie aber die praktische Arbeit zeigt, bestehe ein großer Bedarf an Koordinierung und struktureller Unterstützung für den ehrenamtlichen Bereich. Eine hauptamtliche Stelle zur Koordinierung des ehrenamtlichen Engagements sei deshalb sinnvoll. Christine Höppner stellte mit Susanne Pütz eine Sozialpädagogin vor, die jahrelange Erfahrung in der Nachbarschafts- und Jugendhilfe hat. Sie wird sich ab 1. Mai um die ehrenamtlichen Sprachpaten kümmern. Eine elementare Voraussetzung für eine gelungene Integration von Asylbewerbern ist das Erlernen der deutschen Sprache. Ohne Grundkenntnisse der deutschen Sprache wird der Alltag für die Flüchtlinge zum Hindernislauf.

Solange aber über den Asylantrag der Flüchtlinge nicht entschieden ist, haben sie keinen gesetzlichen Anspruch auf Förderung eines Sprachkurses. Das Gleiche gilt für Menschen, die mit einer Duldung hier leben und keine feste Aufenthaltserlaubnis haben. Gleichwohl hat sich landkreisweit eine große Anzahl von ehrenamtlichen Sprachpaten der Aufgabe angenommen, die Flüchtlinge in Deutsch zu unterrichten. Der Landkreis beschloss daher, sich in den Bereichen unterstützend zu engagieren, die von der staatlichen Förderung weniger berücksichtigt werden, wie beispielsweise die Finanzierung von Deutschkursen. 

Dazu beschloss der Kreistag Anfang Februar die Bereitstellung von Mitteln für Deutschkurse für die Flüchtlinge. Auch die Bürgerstiftung des Landkreises, die Sparkassenstiftung und die Erzdiözese München und Freising haben ihre Hilfe zugesagt. Nach einer Bestandsaufnahme, in welchen Gemeinden bereits Sprachunterricht stattfindet, gelte es den Bedarf zu ermitteln und mit den Ehrenamtlichen abzuklären. Die Bereitstellung von Lehrmaterial und auch geeigneter Raum für den Unterricht seien erforderlich. Auch sollten ehrenamtliche Lehrer durch Forbildungsmaßnahmen auf die Besonderheiten der Lernsituation mit den Flüchtlingen vorbereitet werden (Trauma, extrem heterogene Vorbildung: vom Analphabeten bis zum Akademiker, der zwei, drei Sprachen spricht). Die Bürgerstiftung im Landkreis befragte acht Asylbewerberhelferkreise, wo der Schuh drückt. 40 ehrenamtliche Lehrer, zum Teil pensionierte Lehrkräfte, die mit 200, 300 Worten Deutsch den Flüchtlingen helfen, sich im Alltag zu verständigen, habe man involviert, berichtete Helmut Stolle von der Bürgerstiftung.

 “Wir brauchen Strukturen, damit die Helfer nicht verheizt werden”, sagte Andrea Gummert, die seit Anfang des Jahres im Caritas-Zentrum als Ansprechpartnerin für Fragen rund um das ehrenamtliche Engagement im Bereich Asyl zur Verfügung steht. Caritas-Geschäftsführerin Claudia Ramminger, die nochmals einen Überblick über die vom Landkreis zu bewältigende Mammutaufgabe gab, meinte: “Eine gelungene Betreuung für Asylsuchende im Landkreis ist die gemeinsame Verantwortung von Landkreis, Kommunen, freien Trägern, den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und allen Bürgerinnen und Bürgern dieses Landkreises. Nehmen wir diese Verantwortung ernst.” Im Landkreis FFB gibt es derzeit 15 Asylbewerberhelferkreise und sehr viele weitere ehrenamtliche Akteure in der Betreuung und Versorgung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern. Der Landkreis FFB wird entsprechende Tätigkeiten der Caritas für den Bereich der Koordinierung des ehrenamtlichen Engagements finanziell unterstützen.

Dieter Metzler 

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