Brand des Olchinger Müllfahrzeugs wirft Fragen für Verbraucher auf 

Feuerwehrkommandant rät: "Nur vollständig entleerte Spraydosen    entsorgen"

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Solche Spraydosen gehören einfach nicht in den Hausmüll, sondern nur völlig restentleert in die Wertstoffsammlung.

Olching – Der Brand des Müllfahrzeugs in Olching wirft eine Frage auf: Wie entsorgt man Spraydosen aller Art gefahrlos? Feuerwehr-Kommandant Josef Gigl gibt auf Anfrage den Ratschlag, nur wirklich vollständig entleerte Dosen zu entsorgen. 

 In jedem Haushalt werden Deodorants oder andere Sprays in Form von Haar-, Backofen-, Schuhpflege- oder gar Raumsprays für einen guten Raumduft verwendet. Oftmals wird das Sprühen mit Spraydosen erst durch flüssiges Treibgas ermöglicht. Die richtige Entsorgung dieses Sondermülls sollte dabei beachtet werden. Das Treibmittel Flüssiggas hat  die Eigenschaft, dass es hochentzündlich ist. Die sachgemäße Anwendung von Spraydosen mit dem Treibmittel Flüssiggas ist gefahrlos; bei unsachgemäßer und gedankenloser Anwendung von Flüssiggas besteht jedoch potentielle Brand- und Explosionsgefahr. Und wie gefährlich eine achtlose Entsorgung werden kann, zeigt die Meldung der Polizeiinspektion Olching. Am 17. April geriet ein Müllfahrzeug in Olching auf der Roggensteiner Straße gegen 11.30 Uhr in Brand (siehe aktueller Polizeibericht).

Da sich die Müllpresse nicht mehr öffnen ließ, hat die Feuerwehr das Fahrzeug auf ihr etwa nur 100 Meter entferntes Gelände gefahren und hat dort den Sammelbehälter geflutet. „Das gestaltete sich sehr schwierig, weil die Elektrik des LKWs versagte“, berichtete der Kommandant der Olchinger Feuerwehr, Josef Gigl. Mit einem Plasmaschneider schnitt die Olchinger Feuerwehr drei größere Löcher in den Pressraum und vollzog dadurch den Löschvorgang. 

Gegen 15.45 Uhr war der Einsatz beendet. Personen wurden nicht verletzt.  Am Fahrzeugaufbau und am LKW selbst entstand ein Sachschaden von geschätzten 25.000 Euro, so die PI Olching. 

Viele Menschen entsorgen diese leeren Spraydosen gedankenlos im Restmüll. Aber eigentlich handelt es sich hier um Sondermüll. Allerdings nur, wenn sich in den Sprühdosen wirklich Treibgas befindet. Auch wenn die Dosen entleert sind, können sich hier noch Reste des Gases befinden. 

Deshalb ist es gefährlich, selbst entleerte Spraydosen mit dem Restmüll zu entsorgen. Sollte dieser Müll dann gar auch noch einer Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein, kann sich der Rest in der Dose aufheizen und explodieren. Unbedingt erforderlich ist daher, festzustellen, ob sich in den zu entsorgenden Sprühdosen wirklich kein Treibgas mehr befindet. Die Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) ist verboten, deshalb werden heutzutage andere Substanzen und Techniken verwendet, um den Sprüheffekt zu ermöglichen. Dennoch sollte man die Inhaltsbeschreibung auf der Dose genau durchlesen. 

Der Olchinger Feuerwehr-Kommandant Gigl gibt den Ratschlag, nur wirklich vollständig entleerte Dosen zu entsorgen. „Alle anderen Dosen sind als Problemmüll beim Großen Wertstoffhof abzugeben.“ Bei den modernen Spraydosen werden verschiedene Pumpmechanismen angewendet. Deshalb sind die meisten Sprühdosen heute auch kein Sondermüll mehr. Es besteht hier eben keine Notwendigkeit mehr, leere Dosen speziell zu entsorgen, weil kein gefährliches FCKW mehr darin verwendet wurde. Dennoch sei man gut beraten, die Recyclingzeichen auf den Dosen unbedingt zu beachten. Denn häufig wird das klassische Treibmittel durch brennbares Flüssiggas ersetzt. Auch im Auto haben Spraydosen insbesondere im Hochsommer nichts verloren. In praller Sonne werden im Fahrzeuginnenraum schnell 80 Grad erreicht. Dem dann entstehenden Druck halten die dünnen Blechhüllen der Dosen oft nicht stand und sie werden dann regelrecht zu „Mini-Bomben“. 

 Dieter Metzler

 

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