Erneut verwarf der Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags in der Sitzung am 11. Juni die Machbarkeitsstudie der Verkehrsplaner  

Aus für Sprinter 

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Reinhold Bocklet, MdL (CSU), Erster Landtagsvizepräsident.

Landkreis – Die vom Landkreis seit langem und wiederholt geforderten zusätzlichen Sprinter-Züge auf der S4-Bahnstrecke wird es wohl endgültig nicht geben. Erneut verwarf der Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags in der Sitzung am 11. Juni die Machbarkeitsstudie der Verkehrsplaner Karl-Dieter Bodack und Karlheinz Rößler. Die Grundlage für diese Entscheidung bildete eine detaillierte Stellungnahme der Verkehrsexperten aus dem Innenministerium, die die Behauptungen der beiden Verkehrsplaner in vollem Umfang widerlegten, teilte Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU) mit. 

Die vom Landkreis seit langem und wiederholt geforderten zusätzlichen Sprinter-Züge auf der S4-Bahnstrecke wird es wohl endgültig nicht geben.

 Die beiden Verkehrsexperten hatten vorgeschlagen, auf der Strecke zwischen Fürstenfeldbruck und München zusätzlich 20 Expresszüge einzusetzen, wodurch im Berufsverkehr morgens und abends fast ein Zehn-Minuten-Takt garantiert gewesen wäre. Bereits in seiner Sitzung im März hatte der Wirtschaftsausschuss eine Petition des Kreistages Fürstenfeldbruck zum Thema S4 abgelehnt. Ausgangspunkt der erneuten Behandlung im Landtag war die Behauptung der beiden Verkehrsplaner, die Informationen der Ausschussmitglieder und die darauf beruhende Ablehnung der Petition des Landkreises seien auf der Grundlage falscher Informationen erfolgt. Bocklet hatte sich daraufhin schriftlich an Innenminister Joachim Herrmann gewandt und eine Verständigung der Fachstellen über die Fakten als Grundlage für eine politische Bewertung angeregt. Das Ergebnis lautete, keines der von Bodack/Rößler angeführten Argumente griff. Zudem lag den Abgeordneten eine Stellungnahme der Obersten Baubehörde vor, die sich mit der Bahnsteiginfrastruktur am Brucker Bahnhof und den Kapazitäten auf der Strecke auseinandersetzte. 

Die Stellungnahme weist nach, dass es den von den beiden Verkehrsexperten bestrittenen Fahrplankonflikt zwischen den denkbaren Sprintern und dem Regionalverkehr in Richtung Garmisch-Partenkirchen im Pasinger Bahnhof tatsächlich gibt. Ebenso sei der von Bodack/Rößler bestrittene Trassenkonflikt westlich von Pasing für drei EC-Züge nachgewiesen. Und schließlich sei auch nicht mehr zu bestreiten, dass der für die Sprinter notwendige Bahnsteigumbau in Bruck eine mehrjährige Planungs- und Bauzeit rechtlich erfordern würde. Bocklet bedauerte im Ausschuss, dass die Vorschläge von Bodack/Rößler fachlich nicht überzeugt haben und der Antrag deshalb abgelehnt werden musste. Trotzdem bleibe es Aufgabe der Politik, alles zu unternehmen, um die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation auf der S4 voranzutreiben. Dies gelte, so Bocklet, insbesondere für das dritte Gleis und punktuelle Verbesserungen in den Hauptverkehrszeiten. 

Dieter Metzler

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