Reiseführer für die Hosentasche

Plattform "sqribe2go" bietet  Info-Videos über Brucks Sehenswürdigkeiten

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Konrad Weinstock (rechts) entwickelte eine App, in der die Geschichte von Sehenswürdigkeiten in Videos erzählt wird. Stadtarchivar Gerhard Neumeier unterstützte ihn bei den Recherchen zu Fürstenfeldbruck.

Mit einer einzigen App alle Sehenswürdigkeiten Süddeutschlands kennen lernen – das ist die Vision von Konrad Weinstock. Er entwickelte die Internet-Plattform „sqribe2go“ sowie die Smartphone-App „sqribe“, in der Nutzer Städte auswählen und Videos zu bestimmten Sehenswürdigkeiten anschauen können. Mittlerweile deckt Weinstock 30 Städte und Landkreise mit über 1.000 Videos ab. Seit neuestem ist die Stadt Fürstenfeldbruck hinzugekommen. Stadtarchivar Gerhard Neumeier hat ihm bei der Recherche geholfen.

Fürstenfeldbruck - Neumeier hat vor etwa einem Jahr von dieser App gehört, die immer mehr Sehenswürdigkeiten in Bayern aber auch Baden-Württemberg per Kurz-Video vorstellt und wollte Fürstenfeldbruck dabei haben, also rief er Weinstock an. Der sagt: „Ursprünglich wollte ich Fürstenfeldbruck nicht gleich so früh am Anfang machen.“ Aber er wurde überzeugt. Er setzte sich hin, recherchierte und schrieb Texte. Unterstützt wurde er dabei immer von Neumeier, der quasi an der Quelle der historischen Informationen und Bilder sitzt. Als Archivar sagt er außerdem: „Als Stadtarchiv unterstützen wir solche Art von Geschichtsvermittlung natürlich.“ 

Recherche in Fürstenfeldbruck war nicht leicht

Ein Ausschnitt der Webseite: Wer auf eine Sehenswürdigkeit auf der Karte klickt, bekommt ein Video angezeigt.

Doch Weinstock gibt zu: „Die Recherche über Fürstenfeldbruck war nicht so leicht, wie bei anderen Städten.“ Alte Bücher, Dokumente und Bilder hätten einfach gefehlt. Auch so, dass das Material für manche Sehenswürdigkeiten einfach nicht genug für ein Video hergab. 30 Sehenswürdigkeiten wie das Kloster, den Silbersteg oder das Todesmarschmahnmal sowie Traditionen wie das Luzienhäuschenschwimmen hat er nun in der Datenbank. 

So funktioniert die App

Klickt man bei der App oder auf der Webseite auf die Stadt Fürstenfeldbruck, werden diese in einer Liste oder in einer Karte aufgeführt. Wählt man eine Sehenswürdigkeit aus, kann man einen Text lesen oder sich diesen von einem Sprecher in einem Video erzählen lassen. Bebildert werden die im Schnitt drei Minuten langen Videos von historischen Aufnahmen, Gemälden, Radierungen und von aktuellen Fotografien. Vom Kloster Fürstenfeld gibt es zwei Filme. Einen mit der historischen Geschichte und einen, in der die Kunst und Architektur in einer Art Rundgang erklärt wird.

Apps zu jeder Zeit und in jede Stadt

Konrad Weinstein kommt aus der Verlagsbranche im Bereich Reiseführer, betrieb lange Zeit eine eigene Agentur und ist jetzt im Ruhestand. Seitdem ist er viel rumgereist. „Mich hat es jedes Mal geärgert, dass man sich die Sehenswürdigkeiten aus der Umgebung oft zusammensuchen muss und Touristinformationen sonntags zu haben“, erzählt er. Es gibt natürlich bereits Apps für Touristen, doch hier hat jede Stadt ihre eigene. „Das sind Insellösungen und gestaltet sich sehr mühselig“, betont er. Auch die Touristen-Seiten hätten mehr Bilder als Inhalt und oft keine Verweise auf den Standort der Sehenswürdigkeiten. 

Auch Seen könnten zukünftig hinzugefügt werden

Deshalb wollte er etwas schaffen, das alles zusammenbringt. Die App und die Webseite betreibt der 69-Jährige nun in seiner Freizeit. Weder der Nutzer, noch die Touristenverbände, die ihn bitten, mit Sehenswürdigkeiten aufgenommen zu werden, zahlen für seine Arbeit. Natürlich hofft Weinstock, dass die App auch für Museen und andere touristische Attraktionen interessant werden und er dann Geld verlangen kann. Auch Seen würde er gerne irgendwann hinzufügen. „Doch das ist Zukunftsmusik“, sagt er und träumt weiter von seinem digitalen Reiseführer für ganz Süddeutschland.

Miriam Kohr

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