Bayerische Landwirtschaftsministern auf dem Kreisbauerntag in Mammendorf

Für eine starke, bäuerlich geprägte Landwirtschaft

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Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, bei ihrem Vortrag

„Selten habe ich mich so bemüht um eine Frau, wie um die Ministerin“, eröffnete Kreisobmann Georg Huber den diesjährigen Kreisbauerntag und hatte gleich die Lacher auf seiner Seite. Die Heiterkeit setzte sich fort, als Huber Landrat Thomas Karmasin und Mammendorfs Bürgermeister Josef Heckl zu einem kurzen Grußwort mit den Worten aufforderte: „Haltet euch kurz, denn wir wollen so wenig Zeit wie möglich mit euch zweien verwenden.“

Mammendorf - Huber freute sich gut 200 Landwirte, die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Michaela Kaniber sowie zahlreiche Lokalpolitiker, Kreisbäuerin Karin Sepp, Kreishandwerksmeister Harald Volkwein zum Kreisbauerntag im Mammendorfer Bürgerhaus begrüßen zu können. Karmasin verteidigte in seinem Grußwort die Nachtzielgeräte mit Verweis auf den Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in Belgien, dankte allen, die mitgeholfen haben, den Schlachthof wieder zu eröffnen und meinte, der Bürokratieabbau sollte auch die Landwirtschaft „beglücken.“ Heckl plädierte in seinem Grußwort weiter für eine kleinstrukturierte Landwirtschaft, egal ob konventionell oder biologisch, auch wenn es eine Herausforderung für die Ausgewogenheit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft bedeutet. 

Kaniber: Bekenntnis zu bäuerlichen, familiengeführten Betrieben

Man bekenne sich zu den bäuerlichen familiengeführten Betrieben, sagte Michaela Kaniber bei ihrem Vortrag. Man werde am bewährten Prinzip „Freiwilligkeit und Ordnungsrecht“ festhalten. Auch mit Blick auf die gemeinsame Agrar- politik nach 2020 werde es keinen Strategiewechsel geben. Für die als Staatsministerin wieder ins neue Kabinett berufene Ministerin steht ganz oben auf der Agenda, Gesellschaft und Landwirtschaft näher zusammenzubringen. Den Umstieg auf tiergerechte Haltungsformen sei für Bayern von existenzieller Bedeutung. Schließlich sei die Tierhaltung der wirtschaftliche Grundpfeiler der Landwirtschaft. Die Umstellung auf moderne, tiergerechtere Ställe werde mit Investitionsförderprogrammen unterstützt. Beim Ackerbau will der Freistaat den Übergang zu modernen Landwirtschaftsmethoden unterstützen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter reduzieren und die Düngung noch präziser machen. „Verantwortungsbewusster Pflanzenschutzmitteleinsatz gehört für mich aber auch in Zukunft zu einer nachhaltigen Landbewirtschaftung“, so Kaniber. 

Spitzenposition im ökologischen Landbau weiter ausbauen

Bayern werde seine bundesweite Spitzenposition im ökologischen Landbau weiter ausbauen. Das habe man im Koalitionsvertrag festgeschrieben, ebenso dass Bayern gentechnikfrei bleibt. „Die konventionelle Landwirtschaft ist uns aber genauso wichtig und wertvoll wie der biologische Landbau“, so die Ministerin. Zum Abschluss ihrer Ausführungen sagte Kaniber: „Die neue Staatsregierung steht fest an ihrer Seite. Wir wollen eine starke, bäuerlich geprägte Landwirtschaft. Bayern ist ein Bauernland und wird es auch bleiben.“ In der anschließenden Diskussionsrunde setzten sich die Landwirte mit den Themen Düngeverordnung, Flächenversiegelung, Ferkelkastration, Bürokratismus kontrovers auseinander. Aber auch die Situation des Brucker Schlachthofs wurde von Engelbert Jais, Obermeister der Metzger und Mitbetreiber des Schlachthofs, ins Spiel gebracht. „Man kann den Schlachthof nur mit Kampfpreisen halten“, so Jais. Er vermisse jegliche Loyalität. Nach zwei Stunden ging der Kreisbauerntag mit der Ehrung der frisch gekürten Landwirtschaftsmeister und Techniker für Agrarwirtschaft zu Ende.

Dieter Metzler

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