Kahlschlag im Brucker Westen

Stadt hat keine Handhabe gegen Kieswerkerweiterung im Rothschwaiger Forst

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Der Kiesabbau frisst sich immer weiter in den Wald

Fürstenfeldbruck – Der Kiesabbau westlich der B 471 frisst sich weiter in den Rothschwaiger Forst.

Der Stadt sind die Hände gebunden, jedoch fordert man in einer öffentlichen Stellungnahme, den Abbau weitestgehend umweltverträglich zu gestalten. Laut Bauamtsleiter Martin Kornacher befinde man sich diesbezüglich auch bereits in Gesprächen mit den Betreibern.

Damals entschloss man sich für Abbaufläche im Süden

Ein vor acht Jahren noch unter dem damaligen OB Sepp Kellerer (CSU) gefasster Beschluss stellt die Stadt vor vollendete Tatsachen. Bereits damals konnte man einer geplanten Expansion des Kieswerks nichts entgegensetzen. Allerdings widersetzte sich der Stadtrat erfolgreich dem ursprünglichen Vorhaben, die Kiesgrube nach Osten zur Stadtgrenze hin zu erweitern. Um eine Belastung der Anwohner durch Staub und Lärm zu vermeiden, einigte man sich mit dem Unternehmen auf eine Abbaufläche im Süden, zumal die dort befindliche Vegetation seinerzeit als nicht besonders schützenwert eingestuft wurde.

Nun ein schützenswerter Wald

Doch nun ist aus dem Gehölz ein veritabler Wald geworden, der laut Thomas Brückner (Grüne) nur zu 20 Prozent aus strukturarmen Nadelhölzern bestehe, der Rest habe „sich gut entwickelt.“ Zudem zählt Brückner auf dem Areal „zehn verschiedene Fledermausarten sowie die Zauneidechse, welche umgesiedelt werden müsste.“ Auch der Waldboden verfüge über ein intaktes Bodenleben. „Bis dieser Lebensraum wieder hergestellt ist, vergehen 50 Jahren“, beklagt Brückner, der auch Mitglied im Bund Naturschutz ist.

17,6 Hektar in nächsten 15 Jahren

Konkret geht es um 17,6 Hektar, die im gültigen Regionalplan als Vorrangfläche für Kies- und Sandabbau aufgeführt sind und in den nächsten 15 Jahren gerodet werden sollen. Georg Stockinger (Freie Wähler), ehemaliger Besitzer der Kiesgrube, machte darauf aufmerksam, dass der Kiesabbau im Landkreis den Bedarf bei weitem nicht decke. Zudem sei dieser als „wichtige Rohstoffversorgung im Regionalplan gleichrangig mit dem Naturschutz zu behandeln.“

Grüngürtel "eingerichtet"

Mit der Aufstellung eines Bebauungsplans „Grüngürtel zwischen Rothschwaiger Forst und Staatsstraße 2054“, versucht die Stadt nun wenigstens noch Einfluss auf Art und Weise des Abbaus sowie der Wiederaufforstung nehmen zu können. So könne beispielsweise eine Bebauung mit Hallen oder der Betrieb einer Recycling-Anlage untersagt werden. Auch will man erreichen, dass immer nur ein Drittel des Waldes gerodet wird. Die Arbeiten am nächsten Abschnitt könnten demnach erst beginnen, wenn der vorherige Abbaubereich wieder verfüllt und rekultiviert ist.

Maßnahmen auf das Minimalste beschränken

Dies habe Thomas Vilgertshofer – der Allinger Bauunternehmer ist auch an der Firma „KRO - Kiesgruben Rekultivierung Oberbayern“, die den Standort betreibt, beteiligt – in einem Gespräch zugesagt, wie Bauamtsleiter Martin Kornacher berichtet. Zudem fordert die Stadt in einer öffentlichen Stellungnahme, an deren Ausarbeitung auch der Brucker Umweltbeirat beteiligt war, die Betreiber auf, „die Auswirkungen der Maßnahme im Rothschwaiger Forst auf das minimal Mögliche zu reduzieren und versuchen, die verursachten Lücken in der Klima-Bilanz zu kompensieren“.

Peter Fischer

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