Stadt Fürstenfeldbruck nimmt an Förderinitiative teil

Nachverdichtung statt Flächenverbrauch

+
Die städtebauliche Entwicklung im Bereich der Aumühle/Lände könnte mittelfristig von der Förderinitiative profitieren.

Um an mögliche Fördergelder zu gelangen, hat sich die Stadt Fürstenfeldbruck verpflichtet, flächensparende Wohn- und Gewerbebebauungskonzepte zu planen und realisieren sowie vorrangig eine sogenannte Innenentwicklung zu betreiben. Einen solchen Selbstbindungsbeschluss – Voraussetzung zur Aufnahme in das Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung – fasste der Stadtrat einstimmig.

Fürstenfeldbruck - 13 Hektar Fläche werden im Freistaat täglich versiegelt. Das entspricht etwa 18 Fußballfeldern, die pro Tag in Siedlungsoder Verkehrsflächen umgewandelt werden. Damit ist Bayern bundesweit Spitzenreiter. Das Thema „Flächenfraß“ treibt Bürger und Politiker gleichermaßen um. Im Sommer erst hatte der Bayerische Verfassungsgerichtshof ein Volksbegehren für unzulässig erklärt, in dem eine Obergrenze von fünf Hektar gefordert wurde. Dies würde nach Ansicht der Richter die Planungshoheit der Kommunen einschränken. 

Bayernweit stehen 25 Millionen Euro zur Verfügung

Um dem Flächenverbrauch entgegenzuwirken, initiierte der Freistaat Bayern kürzlich die beiden Förderinitiativen „Flächenentsiegelung“ und „Innen statt Außen“. Die Initiative „Flächenentsiegelung“ unterstützt Projekte, in denen versiegelte Projekte entsiegelt, der Belag zur Verbesserung der Versickerungsfähigkeit gewechselt oder Flächen bepflanzt werden. Bayernweit stehen hierfür 25 Millionen Euro zur Verfügung. Laut Verwaltung gibt es im Stadtgebiet derzeit zwar keine Projekte die kurzfristig von diesen Fördermaßnahmen profitieren würden, mittelfristig jedoch könnten Maßnahmen im Bereich der Lände durch dieses Programm gefördert werden. 

Reduzierung des Flächenverbrauchs und Innenentwicklung betreiben

Mit der zweiten Initiative „Innen statt Außen“ soll die Modernisierung, der Abbruch und die Sanierung von Gebäuden in innerstädtischen Bereichen unterstützt werden. Man will somit erreichen, dass die Kommunen im Zentrum nachverdichten, statt neue Baugebiete im Grünen zu erschließen. In diesem Fördertopf werden für Bayern 75 Millionen Euro bereitgestellt. Voraussetzung für die Förderung ist neben einer städtebaulichen Konzeption, ein Selbstbindungsbeschluss mit dem Ziel der Reduzierung des Flächenverbrauchs, der die Gemeinde verpflichtet, vorrangig Innenentwicklung zu betreiben. 

Beschluss wurde einstimmig angenommen

Ferner sollen hauptsächlich Konversionsflächen, Brachen und Gebäudeleerstände genutzt werden sowie Bauflächen, die mittel- bis langfristig nicht benötigt werden, aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden. „Das was da gefordert wird, ist ohnehin die Politik des Stadtrates“, plädierte Stadtbaumeister Martin Kornacher für den Beschluss. Obwohl Klaus Wollenberg (FDP) zunächst befürchtete, dass dadurch „massiv in die planungsrechtliche Hoheit der Kommunen eingegriffen“ werde und die von der Staatsregierung bereitgestellten Mittel „ja eigentlich jämmerlich“ seien, wurde der Beschluss letztlich einstimmig angenommen. „Wir tun uns nicht weh damit“, ergänzte Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) abschließend. „Vielleicht werden die Fördermittel ja auch noch erhöht“ so der OB. Man werde auch zu nichts gezwungen. Ob man ein Projekt durchziehen wolle oder nicht, könne man immer noch selbst entscheiden. 

Peter Fischer

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Fachgespräch über "Alltagskompetenzen in der Schule" - wenn Landwirte Lehrer werden
Fachgespräch über "Alltagskompetenzen in der Schule" - wenn Landwirte Lehrer werden
Erneute Kehrtwende am Sulzbogen - Stadt wird Sozialwohnungen doch nicht selbst bauen
Erneute Kehrtwende am Sulzbogen - Stadt wird Sozialwohnungen doch nicht selbst bauen
Sommerferien-Rätselspaß
Sommerferien-Rätselspaß

Kommentare