Die Stadt Germering ist immer wieder auf der Suche nach tatkräftigen Schulweghelfern

"Ein Ehrenamt aus Überzeugung"

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Schulweghelfer wie Reiner Zitzer (links außen) und Christoph Prölß (zweiter von links) werden von der Stadt Germering mit einem Frühstück für ihren täglichen Einsatz belohnt.

Schnell die Weste übergezogen, die Warnkelle eingepackt und los geht es – wie jeden Morgen zu Schulzeiten – pünktlich um halb acht beginnt nämlich der Dienst der elf Schulweghelfer in Germering. Eine halbe Stunde stehen die Ehrenamtlichen dann pflichtbewusst bei Wind und Wetter vor den Germeringer Grundschulen und helfen den vielen Kindern dabei unfallfrei in die Schule zu gelangen. Nach einer kurzen Verschnaufpause müssen sie dann zur Mittagszeit erneut antreten

Germering - „Manche Kinder winken einem schon von Weitem zu“, erzählt Reiner Zitzer stolz. Der ehemalige Kraftfahrer fühlt sich wohl bei dem was er tut und mit der Kelle kommt er gut zurecht. Sein Einsatzort ist der Kleine Stachus, einer der Haupt-Verkehrsknotenpunkte Germerings. „Da habe ich schon alles gesehen – vom Handy am Steuer bis hin zu desaströsen Fahrradfahrern“, sagt der 71-Jährige. Da bräuchten nicht nur die Kinder einen Fahrradführerschein. Natürlich sei es auch wichtig sich zu Beginn eines jeden Schuljahres den nötigen Respekt bei den Schülern zu verschaffen, bei ihm müssen die Kinder ihr Fahrrad oder den Roller beim Überqueren der Ampel schieben. Sei das Eis aber erst einmal gebrochen, entstehen richtige Freundschaften zu den Schülern. Ein aufmunterndes Wort oder einfach ein Lächeln helfe da schon weiter. Ein bisschen traurig sind die Schulweghelfer dann auch, wenn die Schüler, die sie jeden Tag begleitet haben, nach vier Jahren auf die weiterführende Schule wechseln. „Der Job macht uns ja auch Spaß“, da sind sich alle Anwesenden einig.

Ein Zeichen der Dankbarkeit

So sind die meisten Schulweghelfer seit vielen Jahren aus Überzeugung dabei und nehmen sich gerne jeden Tag aufs Neue Zeit. Das von der Stadt Germering initiierte Frühstück soll als Zeichen der Dankbarkeit dienen, nicht nur von Seiten der Stadt, sondern auch den Schulen. „Ihr Vorbild ist die beste Werbung für die Schulweghelfer“, sagt Oberbürgermeister Andreas Haas. „Genügend freie Stellen wären vorhanden – und Schulweghelfer kann man nie genug haben. Besonders tatkräftige Omas und Opas sind da gefragt“, erklärt er. Auch den Schulweghelfern ist die teils gefährliche Verkehrslage vor den Schulen ein Dorn im Auge. Allen Anwesenden sei besonders am Herzen gelegen, dass die Schüler wieder mehr zu Fuß zur Schule geschickt werden und der Autoverkehr unmittelbar vor den Schulen abnehme. „Wir müssen ebenso bei Regen und Schnee nach draußen, das würde auch den Kindern nicht weh tun“, so Christoph Prölß. Die anwesenden Helfer sind sehr zufrieden mit ihrer Tätigkeit, auch wenn ein geheimer Wunsch laut wird: „Die Westen taugen nicht“, erzählt eine Schulweghelferin, die seit 17 Jahren im Amt ist – und so lange hat sie auch schon ihre Jacke. Neue Bekleidung, die richtig warm hält, das würde sie glücklich machen. Bisher zieht sie bei kalten Temperaturen zwei Jacken übereinander. Reiner Zitzer würde sich noch wünschen, dass die Polizei etwas präsenter wäre, das habe eine nachhaltige Wirkung auf die Autofahrer und würde damit ihre Arbeit deutlich leichter machen.

Neue Schulweghelfer gesucht

Die Stadt Germering ist immer auf der Suche nach neuen Unterstützern. Neben der Freude an ihrer Arbeit erhalten die Ehrenamtlichen als Schulweghelfer eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von etwa 220 Euro. Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich – außer den allgemeinen Verkehrsregeln. Bei Interesse besteht die Möglichkeit sich bei der Stadtverwaltung an Martina Klein unter Telefon 089 89 41 91 14 zu wenden.

Claudia Becker

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