Stadtratssitzung

Stadt Germering verabschiedet Rekordhaushalt

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Die Stadt investiert in die Erweiterung der Mittelschule an der Wittelsbacherstraße.

Der Germeringer Rekordhaushalt ist in trockenen Tüchern. Der Stadtrat hat das zuvor im Finanzausschuss einvernehmlich diskutierte Zahlenwerk einstimmig abgesegnet.

Germering – Trotz Investitionen und Ausgaben in Höhe von 117 Millionen Euro bis zum Jahr 2021 warten auf die Kommune aber weitere Herausforderungen.

Neben den steigenden Preisen im Bausektor, den Unsicherheiten durch den drohenden Wegfall der Straßenausbaubeiträge und dem Fachkräftemangel in allen Bereichen der Stadtverwaltung führte Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) vor allem auch den Siedlungsdruck als eine solche Herausforderung an. „Germering ist attraktiv, der Zuzug ungebrochen“, sagte der OB.

Wohnortnahes Arbeiten

Gleichwohl wolle die Stadt kein Wachstum um jeden Preis. „Qualitätsvoll wachsen“, gab der OB als Devise aus. Dazu zähle nicht nur die Schaffung einer ausreichenden Infrastruktur, sondern auch von wohnortnahen Arbeitsplätzen. „Dass das möglich ist, sieht man am Handwerkerhof“, sagte das Stadtoberhaupt.

Entwicklung des Kreuzlinger Feldes

Über einen ersten Schritt, wie man dem zunehmenden Siedlungsdruck begegnen kann, waren sich die Stadtratsfraktionen einig. Fast alle führten in ihren Haushaltsreden die Entwicklung des Kreuzlinger Feldes an. Es sei aber wichtig, mit Augenmaß vorzugehen, sagte Christian Ganslmeier (CSU). „Es gilt, ein vernünftiges Maß zwischen Flächenverbrauch und Höhenentwicklung zu finden.“

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Den Bau von bis zu 300 Wohnungen hält Robert Baumgartner (SPD) auf der Fläche im Südwesten Germerings für möglich. Diese brauche man unter anderem für die Beschäftigten in Kindertagesstätten, im Pflegebereich und in den Dienstleistungsberufen. Deshalb sieht Baumgartner es auch sehr positiv, dass der Investor bereits signalisiert hat, auch bezahlbare Wohnungen zu schaffen.

Kreativ gestalten

Eine breite Diskussion von Vorhaben dieser Größe fordert jedoch Agnes Dürr (Grüne). Durch die rege Bautätigkeit der vergangenen Jahre habe Germering sein Gesicht bereits stark verändert. „Für viele droht die Stadt, in Neubauten und Verkehr zu ersticken, sagte die Grünen-Fraktionssprecherin. Der kleine Spielraum, der inmitten rechtlicher Bestimmungen noch für die Gestaltung bleibe, solle gemeinsam möglichst kreativ gestaltet werden.

Viel Geld für die Infrastruktur

Im aktuellen Haushalt spielt das Kreuzlinger Feld aber noch eine untergeordnete Rolle. Viel Geld fließt in die Infrastruktur, so zum Beispiel 33 Millionen Euro in den Ausbau der Wittelsbacher Mittelschule und der Theresenschule sowie acht Millionen Euro in die Kerschensteinerschule. Auch in den Abenteuerspielplatz, in beide Feuerwehren und die Erweiterung des Hallenbades wird die Stadt investieren.

"Lage nicht zu rosig sehen"

Die hohe Ausgabenlast birgt für Gerald Krause (FWG/UBG) aber gewisse Risiken. In seiner Rede, die Fraktionskollegin Martina Seeholzer für ihren erkrankt fehlenden Sprecher vortrug, verwies Krause auf steigende Personalkosten, ein Steuerminus von rund 2,5 Millionen Euro und um 4,1 Millionen Euro geringere Schlüsselzuweisungen. Man dürfe die Lage deshalb nicht zu rosig sehen, mahnt der FWG/UBG-Fraktionssprecher.

Letztlich einstimmig abgesegnet

Oberbürgermeister Haas sieht Germering dennoch gut gerüstet für 2018 und die folgenden Jahre. Dass die Stadt Kreditaufnahmen bis 2021 in Höhe von gut 15 Millionen Euro plant, sieht er als vertretbar an. „Dafür werden schließlich auch unglaubliche Werte geschaffen.“ Trotz der mahnenden Worte von Krause wurde der Haushalt letztlich einstimmig abgesegnet.

Andreas Daschner

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