Zwischennutzung und Kauf

Start-Ups und Theater als Übergangslösung im leerstehenden Stadtwerke Geschäftsführerhaus

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Im Geschäftsführerhaus auf dem ehemaligen Gelände der Stadtwerke an der Aumühle sollen bald Existenzgründer einen Schreibtisch bekommen.

Der Hauptausschuss beschloss auf seiner jüngsten Sitzung, ein leerstehendes Gebäude auf dem ehemaligen Stadtwerkeareal an der Aumühle vorübergehend Start-Up-Unternehmen sowie dem Literatur- und Theaterverein Turmgeflüster zur Verfügung zu stellen.

Fürstenfeldbruck – Vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats soll hierfür das ehemalige Geschäftsführerhaus der Stadtwerke gekauft werden.

Seit dem Umzug der Stadtwerke in die Cerveteristraße stehen die Gebäude an der Aumühle weitestgehend leer und bis die geplante Bebauung des neuen Quartiers – bestehend aus Wohnungen, Kleingewerbe und Kreativwirtschaft – umgesetzt wird, dürften noch einige Jahre ins Land ziehen.

Bis zu 18 Arbeitsplätze für Start-Ups

Auf Antrag von Kulturreferent Klaus Wollenberg (FDP) und Georg Jakobs soll bis dahin das dreigeschossige Gebäude, in dem zuvor die Geschäftsführung der Stadtwerke untergebracht war, jungen Start-Up-Unternehmern zur Verfügung gestellt werden. Berechnungen der Stadtverwaltung zufolge könnte man im Erdgeschoss und im ersten Stock bis zu 18 Arbeitsplätze in Einzel- und Großraumbüros anbieten. Dies wäre „eine ideale Zwischenlösung“, so Wollenberg.

"Tür aufsperren und schauen, was kommt"

Eine von der Verwaltung empfohlene Markt- und Standortanalyse, deren Kosten mit etwa 100.000 Euro veranschlagt wurden, lehnte Wollenberg ebenso ab wie die ins Spiel gebrachte Alternative eines Coworking-Centers, das gegebenenfalls durch einen externen Anbieter hätte betrieben werden sollen. Man wolle mit einem „niederschwelligen Angebot“ ohne große Investitionen einen ersten Versuch starten. „Lasst uns die Tür aufsperren und schauen was kommt“, warb Wollenberg für seinen Antrag.

Der SPD fehlt das Konzept

SPD-Fraktionschef Philipp Heimerl, der bereits vor drei Jahren in einem gemeinsamen Antrag mit Florian Weber (Die Partei) ein Existenzgründerzentrum für die Große Kreisstadt forderte, mahnte dagegen ein detailliertes Konzept an. „Wie betreibt man das Ganze“, fragte Heimerl. Die Mieter bräuchten zudem einen Ansprechpartner. „Auch eine Erprobungsphase bedarf mehr als nur ein paar Schreibtische reinzustellen und mal eben die Tür aufzusperren“, ansonsten drohe das Projekt zu scheitern.

Wirtschaftsbeirat soll Existenzgründer betreuen

Eine gewisse Infrastruktur sei zwar vonnöten, räumte Jan Halbauer (Grüne) ein, „aber eine Büroeinrichtung und schnelles Internet genügt den meisten Start-Ups erstmal.“ Die Betreuung der Existenzgründer kann sich Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) durch den Wirtschaftsbeirat und die Aktivsenioren vorstellen. „Warum sollten wir diese Expertise nicht nutzen?“ Auch Franz Neuhierl (Freie Wähler) plädierte ebenso wie Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft), Andreas Lohde (CSU) und Tommy Beer (BBV) dafür „auf relativ kleiner Flamme anzufangen.“ Dem folgte schließlich eine zweidrittel Mehrheit.

Verein Turmgeflüster darf ins Dachgeschoss

Unstrittig dagegen war der zweite Punkt es Antrags, dem Verein Turmgeflüster im Dachgeschoss des Gebäudes ein neues Heim zu geben. Zum einen sind die bisherigen Räumlichkeiten in der Aumühle mittlerweile für die Arbeit der Kinder und Jugendlichen, die unter der Leitung Christine Dietzingers Literatur- und Theaterprojekte einstudieren, viel zu klein, zum anderen käme der offiziell noch in Adelshofen gemeldete Verein so in den Genuss der Brucker Kulturförderung. 

Fischer

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