Färbung der Fahrradwege

Rot für Brucks Radverkehr

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In den Niederlanden, wie hier in Amsterdam, sind Radwege schon längst farblich markiert.

Bei Neubau und Sanierung von Radverkehrswegen in Fürstenfeldbruck soll künftig roter Epoxidharz zum Einsatz kommen. Dies beschloss der Verkehrsausschuss auf seiner jüngsten Sitzung mit 8:6 Stimmen. Schrittweise sollen so alle Radwege und Schutzstreifen der Stadt durchgehend farblich markiert werden. Ein erster Test für den neuen Belag wird beim derzeitigen Umbau der Ganghoferstraße durchgeführt.

Fürstenfeldbruck - Brucks Radverkehr wird bunter – zumindest was die Farbe des Fahrbahnbelags angeht. Die Große Kreisstadt folgt damit dem Beispiel vieler Kommunen wie Berlin, Münster oder Erlangen, die bereits seit Jahren gute Erfahrungen gemacht haben. Auch in Holland oder Dänemark sind farbige Radwege seit langem üblich. Alexa Zierl, die zusammen mit Florian Weber (beide „Die Partei & Frei“) und Karl Danke (BBV) den Antrag einbrachte, spricht von einer „selbsterklärenden Straße“, da durch die einheitliche Farbgebung „alle Verkehrsteilnehmer auf einen Blick erkennen, dass hier ein Radweg verläuft.“ 

Radverkehr soll gestärkt und attraktiver gestaltet werden

Das Vorhaben geht noch auf den ehemaligen Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) zurück, der im Sommer 2015 prüfen ließ, ob es nicht doch möglich wäre, Radspuren auf der Fahrbahn, wie beispielsweise den Schutzstreifen auf der Hauptstraße, komplett farbig zu markieren und somit übersichtlicher und sicherer zu gestalten. Darüber, dass man den Radverkehr stärken und attraktiver gestalten wolle, ist sich die Mehrheit im Ausschuss einig. Angesichts der klammen Haushaltslage, wollte jedoch Martin Kellerer (CSU) wissen, „welche Kosten wir aufgrund eines solchen Beschlusses in den Folgejahren auslösen.“ Dieser sieht nämlich vor, dass bei Neubau oder Sanierung von Radverkehrswegen diese grundsätzlich farblich ausgebaut werden. 

Radverkehr gewinnt an Bedeutung

Bei der von Sachgebietsleiter Walter Doll vorgeschlagenen Epoxidharz-Variante belaufen sich die Mehrkosten auf etwa 50 Euro pro Quadratmeter. Dies ist zwar wesentlich teurer, als farbige Markierungen auf eine normale Asphalt-Deckschicht aufzubringen, hält nach Angaben des Tiefbauamtsleiters dafür aber auch fünfmal länger. Außerdem könnten bei dieser Variante 50 Prozent aus Fördermitteln der Klimaschutzinitiative des Bundes finanziert werden. Gleichwohl sprachen sich die meisten CSU-Ausschussmitglieder mit Hinweis auf die angespannte Haushaltslage gegen einen solchen Grundsatzbeschluss aus. Man könne vielmehr „von mal zu mal entscheiden, wenn Straßenbaumaßnahmen anstehen“, so Franz Höfelsauer (CSU). „Das Thema Radverkehr und die Akzeptanz des Fahrrades als innerstädtisches Verkehrsmittel gewinnt immer mehr an Bedeutung“, entgegnete der zweite Bürgermeister Christian Götz (BBV). Man wolle Zeichen setzen und dies „ist ein klares Signal für den Radverkehr“, ergänzte sein Fraktionskollege Karl Danke. Gabriele Fröhlich (SPD) sprach sich zwar für rote Schutzstreifen aus, hält es jedoch für übertrieben auch klar abgesetzte Radwege einzufärben. 

Mehrheit stimmt für den Antrag

Auch vonseiten der Verwaltung wurden Bedenken vorgetragen. Ordnungsamtsleiterin Birgit Thron rät „dringend davon ab, alles durchgängig rot zu markieren“, da ihrer Meinung nach die Signalwirkung an gefährlichen Stellen, die bereits jetzt rot eingefärbt sind, verloren geht. Zudem werde sich an innerstädtischen Bundes- und Staatsstraßen ohnehin nichts ändern, dies habe das Staatliche Straßenbauamt Freising laut Thron bereits signalisiert. „Gebt Euch einen Ruck und macht mal was Neues für die Stadt,“ appellierte die dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) an die Ausschussmitglieder. Sie will „neue Straßen gleich zukunftsfähig zu bauen“. Eine knappe Mehrheit von 8:6 Stimmen sah das im Ausschuss ebenso. Sollte sich der neue Belag in der Ganghoferstraße bewähren, käme als nächstes ein Teilabschnitt des Sulzbogens an die Reihe, der im Zuge der Fahrbahnsanierung beidseitig mit Schutzstreifen für Radfahrer ausgestattet wird. 

Peter Fischer

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