Plötzlich doch Bauherr Am Sulzbogen

Stadt will geplante Sozialwohnungen nun doch selbst bauen

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Spätestens im nächsten Jahr will man mit dem Bau der Sozialwohnungen am Sulzbogen beginnen.

Paukenschlag im Stadtrat: Entgegen der Einschätzung des Oberbürgermeisters und vieler Stadträte, überrascht Bauamtsleiter Martin Kornacher mit der Aussage, die Verwaltung könne das Wohnbauprojekt am Sulzbogen durchaus zeitnah realisieren. Nach einer Sitzungsunterbrechung lehnte das Gremium schließlich mit 20:15 Stimmen den vorliegenden Beschlussvorschlag, das städtische Grundstück in Erbpacht zu vergeben, ab. Die geplanten Sozialwohnungen sollen stattdessen nun doch in Eigenregie errichtet werden

Fürstenfeldbruck - Das Wohnbauprojekt am Sulzbogen wurde seit den Haushaltsberatungen in diversen Ausschusssitzungen ausgiebig erörtert und alles schien im Vorfeld der jüngsten Stadtratssitzung darauf hinauszulaufen, den Bau der 18 geplanten Sozialwohnungen in Erbpacht an einen Investor zu vergeben. Berechnungen der Stadtkämmerei zufolge wäre ein Bau in Eigenregie ein dauerhaftes Verlustgeschäft. Das Projekt an die noch zu gründende interkommunale Wohnbaugesellschaft des Landkreises zu vergeben, käme auch nicht infrage, da dies zu erheblichen Verzögerungen führen würde – und geförderter Wohnraum, darüber herrscht im Stadtrat fraktionsübergreifend Einigkeit, wird dringend benötigt. Kosten- und Zeitdruck, diese Argumentation wurde hauptsächlich aus den Reihen der CSU-Stadtratsfraktion wiederholt vorgebracht und vonseiten der SPD, zumindest was den finanziellen Aspekt angeht, stets bestritten. So auch in dieser Sitzung. 

SPD hält daran fest verlustfrei Wohnungen zu errichten

Die Genossen bezweifeln, dass es nicht möglich sein soll, auf einem bereits vorhandenem Grundstück verlustfrei Wohnungen zu errichten, selbst wenn es sich um geförderten Wohnraum handelt. Berechnungen ihres Finanzreferenten Walter Schwarz zufolge, stünde bei einer Vermietung „unterm Strich sogar der doppelte wirtschaftliche Nutzen, als wenn wir verpachten.“ Zudem hätte die Stadt das uneingeschränkte Belegungsrecht. Die Debatte nahm zunächst ihren gewohnten Lauf, alt bekannte Standpunkte wurden dargelegt und die BBV tat sich in ihrer Entscheidungsfindung abermals schwer. 

Bauverwaltung sei laut OB Raff überlastet

Fraktionssprecher Tommy Beer betonte, das man einer Vergabe im Erbbaurecht nur unter dem von OB Erich Raff (CSU) und der Verwaltung geschildertem Sachverhalt zustimme, dass die Bauverwaltung ohnehin überlastet sei und das Projekt nicht in dem vorgegebenen Zeitraum zum Abschluss bringen könne. Obwohl man in vielen Punkten der SPD beipflichte sehe man den „dringenden Bedarf an Sozialwohnungen“, so Beer, es müsse jetzt endlich gebaut werden. 

Stadtbaumeister dementiert: "Ich weiß nicht, woher die Aussage kommt"

„Ich weiß nicht woher die Aussage kommt, dass wir es nicht schaffen könnten“, überrascht plötzlich Kornacher auf Nachfrage von Mirko Pötzsch (SPD) das Plenum. Einen Baubeginn 2020 traue man sich durchaus zu. Verwunderung, aufgebrachtes Gemurmel und ein sichtlich konsternierter OB – die Aussage des Stadtbaumeisters barg eine Menge Zündstoff. Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung stimmte die BBV dann doch zusammen mit der SPD, den Grünen und „Die Partei / Bruck mit Zukunft“ für die Stadt als Bauherrn. „Ich bin 18 Jahre im Stadtrat und muss ehrlich sagen, mir reicht´s jetzt“, brachte Beer seine Verärgerung zum Ausdruck. Er sei nach der Aussage Kornachers nur noch „entsetzt.“ 

Peter Fischer

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