Turbulente Stadtratssitzung

Hitzige Debatte zur Haeusler-Park-Krippe

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In diesem Bereich der Dachauer Straße sollen zehn Kurzzeitparkplätze für den Bring- und Holverkehr des Kinderhauses eingerichtet werden.

Fürstenfeldbruck – Die Hängepartie um den Bau des Kinderhauses im Kester-Haeusler-Park hat ein Ende. Der letzte Streitpunkt – die Zufahrt zu Krippe und Kindergarten sowie den Parkplätzen – wurde auf der jüngsten Sitzung des Stadtrats nach einer leidenschaftlich geführten Debatte aus dem Weg geräumt.

Eine Mehrheit beschloss, die für den Bring- und Holverkehr erforderlichen Stellplätze auf die Dachauer Straße zu verlegen.

Endlich, möchte man meinen. Nach endlosen Sitzungen und Debatten ist der Bau des Kinderhauses im Kester-Haeusler-Park auf den Weg gebracht. Gegen die Stimmen der CSU und Andreas Ströhle (Piraten) sowie Ulrich Schmetz (SPD) schloss sich eine Mehrheit dem Änderungsantrag von Baureferent Christian Stangl (Grüne) an. 

Eltern müssen an Dachauer Straße halten

Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Kita fahren, müssen ihre Fahrzeuge an der Dachauer Straße abstellen. Hierfür werden auf der nördlichen Fahrbahnseite zehn Kurzzeitparkplätze eingerichtet. Eine Ausnahme gibt es für Menschen mit Behinderung. Für Eltern mit Handicap beziehungsweise Eltern von Kindern mit Behinderung werden zwei Stellplätze auf dem Gelände bereitgestellt. Ihnen soll so der rund 70 Meter lange Weg von der Dachauer Straße zur geplanten Einrichtung erspart werden. Ansonsten soll die Zufahrt nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden dürfen. Offen steht der Weg im Bedarfsfall auch Müllfahrzeugen, Rettungskräften und dem Lieferverkehr. 

Kein Radweg und keine Lärmschutzwand

Auf den ursprünglich geplanten Fuß- und Radweg über den Karl-Trautmann-Weg wird verzichtet. Hinfällig ist damit auch die 77 Meter lange Lärmschutzwand im hinteren Teil des Karl-Trautmann-Wegs, die aus Rücksicht auf die dem Vorhaben gegenüber kritisch eingestellten Anwohner der dortigen Reihenhäuser errichtet werden sollte. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, wird auf eine Änderung des Bebauungsplans verzichtet. Stattdessen soll das neue Vorhaben über den städtebaulichen Vertrag mit der Kester-Haeusler-Stiftung als Grundeigentümer geregelt werden. Die Zustimmung der Stiftung gilt als gesichert.

Kritik an Kompromissvorschlag der CSU

Für Kopfschütteln sorgte bei vielen Räten ein von der CSU vorgebrachter Kompromissvorschlag, der vorsah, fünf Parkplätze auf dem Gelände sowie weitere fünf Kurzzeitparkplätze auf der Dachauer Straße einzurichten. Für Verkehrsreferent Axel Lämmle (SPD) ist dies „der gleiche Schmarrn wie gehabt, nur noch schlimmer.“ So würden die meisten Eltern erst einmal versuchen, einen dieser fünf Parkplätze auf dem Gelände anzusteuern. „Das Verkehrschaos auf dem Zufahrtsweg wäre vorprogrammiert. Ich weiß nicht nach welchem Rausch die CSU auf so einen Vorschlag kommen kann und auch noch glaubt, uns das als Kompromissvorschlag verkaufen zu können“, redete sich Lämmle in Rage. 

30er-Zone in Dachauer Straße?

„Das geht auf Kosten der Kinder“, entgegnete die sichtlich um Fassung ringende Kindergartenreferentin Simone Görgen (CSU). Diese sieht die Sicherheit der Kinder beim Aus- und Einsteigen auf der Dachauer Straße extrem gefährdet. Eine Tempo-30-Zone in diesem Bereich, um Unfallrisiken zu reduzieren – neben Lämmle sprachen sich unter anderem auch Stangl, die dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) und Alexa Zierl (parteilos) dafür aus – ist für Görgen keine Lösung. Sie hält Parkplätze auf dem Gelände für zwingend notwendig. 

Kategorisch gegen Tempo 30 sprach sich Markus Droth (CSU) aus: „Wir können eine Hauptachse nicht auf 30 Km/h runter reduzieren.“ Man müsse den Verkehr auch fließen lassen können. Zudem prognostiziert Droth ebenso wie Parteikollege Rolf Eissele eine Überlastung der Dachauer Straße in den Stoßzeiten. Infolge dessen würden Eltern, die ihre Kinder zur Kita bringen, häufig in zweiter Reihe Parken und somit den Verkehr behindern. 

Am Ende wurde der Änderungsantrag gegen alle Einwände mit 24:14 Stimmen angenommen. Auf Antrag des CSU-Fraktionsvorsitzenden Andreas Lohde wurde noch beschlossen, die Verkehrssituation zu beobachten und nach einem Jahr erneut auf den Prüfstand zu stellen. Verläuft alles nach Plan, stehen der Stadt ab Herbst 2018 weitere 111 Betreuungsplätze für Krippen- und Kindergartenkinder zur Verfügung.

Peter Fischer

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