Wohin mit der neuen Eishalle?

Stadtrat einigt sich auf Kompromisslösung in der Standortsuche für Eishalle

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Seit langem wird über den Bau einer Eishalle diskutiert. Neben zwei Standorten im Fliegerhorst kommt auch das Gelände neben dem Eisstadion infrage (Archivfoto).

Fürstenfeldbruck – Das Vorhaben zur Errichtung einer Eissporthalle in Bruck geht in die nächste Runde.

Obwohl ein externes Planungsbüro im Rahmen einer Machbarkeitsstudie eine Empfehlung für das Areal an der Schöngeisinger Straße abgab, setzten sich auf der jüngsten Stadtratssitzung CSU und Grüne mit ihrer Forderung durch, weiterhin auch die beiden infrage kommenden Standorte auf dem Fliegerhorstgelände als Alternativen zu prüfen.

Unklarheit über Standort

Bruck soll eine Eishalle bekommen. Fraktionsübergreifend bekannte sich der Stadtrat in einem Grundsatzbeschluss zu dem rund 20 Millionen Euro teuren Projekt. Über die Finanzierung herrscht jedoch ebenso Unklarheit wie über den genauen Standort. Umstritten ist, ob die für etwa 1.000 Zuschauer konzipierte Halle möglichst bald auf dem Bolzplatz zwischen Amperoase und SCF-Stadion gebaut werden soll oder auch die beiden Standorte im Fliegerhorst als Alternativen weiterhin geprüft werden sollen.

Haken bei den Betriebszeiten

Die Studie ergab, dass an dem vom Brucker Eislaufverein favorisiertem Standort auf dem Bolzplatz neben dem alten Eisstadion durch entsprechende bauliche Maßnahmen die Schallschutzanforderungen erfüllt werden könnten. Einziger Haken: Ein Betrieb wäre mit Rücksicht auf die Anwohner nur bis 22 Uhr möglich. Und die laufen sowohl gegen den laufenden Spielbetrieb als auch gegen den Bau einer neuen Halle in unmittelbarer Nachbarschaft bereits jetzt Sturm. Deshalb fordern Jan Halbauer (Grüne) und Andreas Lohde (CSU), bei allen weiteren Planungsüberlegungen nach wie vor die beiden Standorte am Fliegerhorst zu berücksichtigen. Damit sich das Projekt rechne, müsse auch ein wirtschaftlich fundiertes Nutzungskonzept erarbeitet werden und da könne nicht abends um zehn Uhr Schluss sein. Vergleichbare Hallen haben teilweise bis Mitternacht Betrieb. „Die Eishalle steht und fällt mit der Finanzierbarkeit“, so Lohde „und muss wirtschaftlich auf soliden Füßen stehen“ ergänzt Halbauer.

Rest hat klaren Standort-Favoriten

BBV, SPD, ÖDP, Linke und Freie Wähler sprechen sich dagegen ebenso wie Vertreter des Eislaufvereins klar für einen Bau an der Schöngeisinger Straße aus. „Das Grundstück gehört der Stadt“, das auf dem Fliegerhorst müsste erst noch gekauft werden, argumentierte Alexa Zierl (ÖDP). Die Umweltreferentin geht davon aus, „dass man den Lärmschutz in den Griff kriegt.“ Zumal noch völlig unklar sei, ab wann die Flächen auf dem Fliegerhorst zur Verfügung stünden. Momentan geht man von einem Abzug der Truppe in 2026 aus. Man brauche eine zentrumsnahe Halle, der Fliegerhorst wäre für Kinder und Jugendliche, die Schlittschuhlaufen gehen, zu weit weg, argumentiert Willi Dräxler (BBV). Dasselbe gelte für die Schulen.

Plan B behalten

Schließlich einigte sich eine Mehrheit darauf, alle drei Standorte weiterzuverfolgen, da an der Schöngeisinger Straße „noch viele Fragen ungeklärt sind“, wie Lohde bemerkte. Für den Fall, dass es Probleme gäbe, habe man dann immer noch einen Plan B in der Tasche. Auf Antrag der Fraktionen von SPD und ÖDP wird die Priorität jedoch auf den Standort an der Schöngeisinger Straße gelegt.

Weitere Gutachten beauftragt

So sollen Überlegungen angestellt werden, um den Betrieb auch nach 22 Uhr zu gewährleisten. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung mit den Schwerpunkten Betreiberkonzept, Sponsoring und möglichen Querverbund mit den Stadtwerken in die Wege zu leiten. Für die weiteren Planungen werden vertiefende Gutachten zu den Themen Immissionsschutz, Klimaneutralität und Verkehrsverträglichkeit beauftragt.

Peter Fischer

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