Stadtrat weist Planung für Bereich Julie-Mayr-Straße an Bauausschuss zurück

Wohnungen statt Grünfläche?

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Der Stadtrat kippte den Beschluss des Planungs- und Bauausschusses, auf eine Bebauung des Eckgrundstücks gegenüber der Jahnhalle zu verzichten, mit 23:14 Stimmen und verwies die Angelegenheit an den Ausschuss zurück. Dieser muss nun erneut darüber beraten, ob statt der geplanten Grünfläche nicht doch ein Haus mit sechs Sozialwohnungen gebaut werden soll.

Fürstenfeldbruck - Es geht um 346 Quadratmeter städtischen Grund, auf dem eine baufällige Trafostation und ein paar Sträucher stehen – und doch beschäftigt die künftige Gestaltung des Areals die städtischen Gremien seit längerem, denn die Ecke Philipp-Weiß-/Julie-Mayr-Straße stellt ein wichtiges Bindeglied in der Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem Volksfestplatz dar. 

Fachausschuss lehnt Bebauung des Eckgrundstückes ab 

Und an dessen Gestaltung scheiden sich die Geister. Die Verwaltung nahm das Baugesuch eines privaten Bauwerbers, das auf dem östlich angrenzenden Grundstück zwei Häuser mit jeweils sechs Wohnungen vorsieht und letzten November vom Bauausschuss abgelehnt wurde, zum Anlass, für den gesamten Bereich ein städtebauliches Konzept zu erstellen. Mehrere der acht vorgestellten Varianten sehen vor, im Zuge des privaten Bauvorhabens auch das städtische Eckgrundstück zu bebauen. Dies lehnte jedoch vor zwei Monaten der Fachausschuss ab. Zu massiv, zu nah an der Straße hieß es mehrheitlich. 

Bauherr soll sein Grundstück und das Gebäude um 90 Grad drehen

Der dreigeschossige Baukörper mit gefördertem Wohnraum würde auf zwei Seiten direkt am Gehweg grenzen. Dies hätte nach Meinung der Kritiker eine ausgesprochen schlechte Wohnqualität zur Folge. Auch die von Stadtbaumeister Martin Kornacher vorgebrachte Argumentation, die daraus resultierende Verengung der Einfahrt zur Julie-Mayer-Straße auf 13 Meter würde eine Art Eingangstor zu dem dahinterliegenden Platz schaffen, ließen die Ausschussmitglieder nicht gelten. Auf Antrag von Ulrich Schmetz (SPD) entschied eine knappe Mehrheit, der Bauherr solle sich auf sein Grundstück beschränken und das Gebäude um 90 Grad drehen, so dass eine Nord-Süd-Ausrichtung entsteht. 

Bodenwertschätzung: Wertverlust von etwa 770.000 Euro

Die dargestellte Torsituation wäre eher „ein Schlupfloch“ zum Volksfestplatz denn ein qualifiziertes Entrée, wie von der Verwaltung propagiert, argumentiert Schmetz. Der so gewonnene Platz solle besser für eine Grünfläche samt Baum sowie den Radweg, der bis zur Marthabräustraße verlaufen soll, genutzt werden. Auf der jüngsten Stadtratssitzung überraschte Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) das Plenum mit einer Bodenwertschätzung der Kämmerei, die einen Wertverlust von etwa 770.000 Euro errechnete, würde man das Grundstück lediglich als Grünfläche statt als Baugrund nutzen. 

Bauausschuss muss erneut darüber entscheiden

„Wir dürfen die finanziellen Gesichtspunkte nicht außer Acht lassen“, pflichtete CSU-Fraktionschef Andreas Lohde bei. „Wir brauchen dringend geförderten Wohnraum und hier kann auf städtischen Grund gebaut werden“, plä- dierte auch Andreas Rothenberger (BBV) für eine Bebauung. Markus Droth (Freie Wähler) sieht nach wie vor Diskussionsbedarf. Man könne auch den Bereich der davor liegenden Parkplätze freihalten und so doch noch Platz für einen Grünstreifen schaffen. Wie dies und das darauf zu errichtende Gebäude im Detail aussehen könnte, soll nun der Bauausschuss klären und dem Stadtrat erneut zur Entscheidung vorlegen. 

Peter Fischer

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