Mehrkosten in Höhe von rund 45.000 Euro für Stadt nicht tragbar

Stadtratsbeschluss: Der 43. Germeringer Christkindlmarkt wird abgesagt

In den vergangenen Jahren pilgerten immer viele Besucher zum Germeringer Christkindlmarkt
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In diesem Jahr kann der Christkindlmarkt vor der Germeringer Stadthalle coronabedingt nicht stattfinden – die Mehrkosten wären zu hoch.

Germering - Die Stadträte haben es sich am Dienstag, 6. Oktober, in ihrer Sitzung nicht leicht gemacht. Bereits im Vorfeld hatte die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Wirtschaftsverband alle Möglichkeiten geprüft, um die besinnliche Stimmung, die ein Weihnachtsmarkt mit sich bringt, doch noch nach Germering zu holen. Aber die Mehrkosten, die unter anderem durch ein Rahmen-Hygienekonzept entstehen würden, sind mit rund 45.000 Euro für die Stadt einfach zu hoch.

In weniger als drei Monaten ist Weihnachten. Lebkuchen und erste Adventskalender stehen bereits in den Supermärkten bereit. Aber wie besinnlich es in diesem Jahr werden wird, ist für viele noch nicht absehbar. Die Zahlen in München und auch im Brucker Landkreis steigen fast wieder täglich an. Eine Maskenpflicht ist aus den Köpfen der Menschen schon kaum mehr wegzudenken. Aber wie soll das Fest der Familie heuer aussehen, wenn Oma und Opa vermutlich nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen dürfen oder gesundheitlich können. Wie sich die Inzidenz-Werte in den kommenden Wochen weiter entwickeln werden und welche Beschränkungen oder auch Lockerungen auf die Bürger zukommen werden, das vermag auch die Germering Stadtverwaltung nicht vorherzusagen.

Oberbürgermeister Andreas Haas und Gabriele Pichelmaier, Referentin für Märkte und Feste, begrüßen in jedem Jahr die Besucher des Christkindlmarktes.

Eines ist den Verantwortlichen im Rathaus aber durchaus bewusst, sollte ein Christkindlmarkt in abgespeckter und Corona-konformer Art stattfinden, dann würde das Mehrkosten von rund 45.000 Euro verursachen. Im Einzelnen sehen die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung neben einem Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Mitarbeitern, Marktverkäufern und Besuchern, ein mögliches Einbahnstraßensystem - welches beim Nürnberger Christkindlesmarkt stattfinden soll, eine stete Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Marktgelände sowie eine Einzäunung der Marktfläche und eine Kontrolle der Besucher vor. Das bedeutet unter anderem ein Zaun aufstellen, Security-Mitarbeiter engagieren oder Desinfektionsmittelspender aufstellen. Auch müssten die Personalien der Besucher an den Essens- und Getränkeständen aufgenommen werden.

Viele Dinge, so sieht es auch Gabriele Pichelmaier (CSU), die Referentin für Märkte und Feste in Germering ist, die die Germeringer möglicherweise von einem Besuch des Christkindlmarktes abschrecken könnte. „Wer mich kennt, weiß, ich feier sehr gerne, aber hierbei habe ich kein gutes Gefühl“, sagt Pichelmaier. Auch eine Verteilung der Stände auf das Stadtgebiet, beispielsweise entlang der Otto-Wagner-Straße wurde im Vorhinein vom Wirtschaftsverband eingehend geprüft. Genauso, und das möchte auch Gerhard Blahusch von den Grünen wissen, wurde ein Szenario durchdacht, ob ein Weihnachtsmarkt an bestimmten Tagen oder vereinzelten Wochenenden durchführbar wäre. Auch hier, das betont die Vorsitzende des Wirtschaftsverbands Katrin Schmidt (CSU) noch einmal, gibt es keine sinnvolle Möglichkeit. „Die Buden könnten nur auf den Parkplätzen stehen, bräuchten Strom und würden die Parkgelegenheiten der Germeringer Einzelhändler über einen längeren Zeitraum erheblich einschränken“, erklärt Schmidt, da die Buden nicht nur für das jeweilige Wochenende aufgebaut, sondern während der Zwischenzeit stehen bleiben würden.

„Wir sollten uns darauf besinnen“, sagt Saskia Schon (SPD), „was Weihnachten wirklich bedeutet. Wir haben es nun ohne die Wiesn geschafft, da werden wir auch - zugunsten des Schutzes aller - auf den Christkindlmarkt verzichten können.“ Zudem hätten vereinzelt Germeringer Gastronomen bereits bei der Stadt angefragt, erklärt Dagmar Hager, Amtsleiterin des Verwaltungs- und Rechtsamtes der Stadt, ob sie als Alternative zu einem möglichen Christkindlmarkt ihre Außenbewirtungsflächen weihnachtlich nutzen könnten.

Claudia Becker

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