War der Bürgerentscheid im Juli 2013 umsonst? Bleiben die Brucker Stadtwerke nun doch am alten Standort auf dem Gelände an der Aumühle?

Überraschende Wende bei den Umzugsplänen für die Stadtwerke?

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Teil der Stadtwerke-Gebäude

Fürstenfeldbruck – Ziehen die Brucker Stadtwerke nun doch nicht in den Brucker Westen an die Cerveteristraße um und bleiben am alten Standort auf dem Gelände an der Aumühle? War also der Bürgerentscheid im Juli 2013 gar umsonst, mit dem sich die Bürger und Bürgerinnen der Kreisstadt im vergangenen Jahr mehrheitlich zwar gegen die Bebauung der sogenannten Hundewiese an der Cerveteristraße entschieden, letztlich aber dennoch verloren, weil sich nicht genügend Bürger an der Abstimmung beteiligt hatten.

 Jetzt scheint sich eine überraschende Wende anzubahnen. Nachdem das Quorum verfehlt wurde und damit der Bürgerentscheid nicht gültig war, und somit der Weg frei war für einen Bau der Stadtwerke im Brucker Westen, kündigte Oberbürgermeister Sepp Kellerer eine zügige Fortsetzung der Planungen an, und der Geschäftsführer der Stadtwerke, Karl Heinz Schönenborn rechnete damit, dass der Umzug, den auch der Stadtrat nach jahrelangen Diskussionen abgesegnet hatte, in zwei Jahren über die Bühne gehen könnte. Aber inzwischen ist Schönenborn in den Ruhestand getreten und mit Enno Steffens hat ein neuer Stadtwerke-Chef die Verantwortung übernommen. 

Und nach den Kommunalwahlen im März hat mit Klaus Pleil von der Brucker Bürgervereinigung (BBV) auch ein neuer Oberbürgermeister das Rathaus erobert, nachdem Kellerer aus Altersgründen nicht mehr kandidieren durfte. Steffens könnte sich vorstellen, die Stadtwerke am derzeitigen Standort zu belassen. Nach Plänen aus dem Jahre 2008 soll das so genannte Taubenhaus zum Bürogebäude umgebaut werden, und das Haus, das Sitzungssaal, Archiv und Werkstatt beherbergt, soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das Gebäude, in dem derzeit die Geschäftsführung untergebracht ist, würde stehen bleiben. Ausgelagert werden sollen das Lager und der Fuhrpark. Zusammen mit dem Bauhof und der Stadtgärtnerei sollen diese kommunalen Einrichtungen neben dem Waldfriedhof angesiedelt werden. Bis zum Herbst will der neue Geschäftsführer die Prüfung abschließen. 

In die Umzugs-Entscheidung will Steffens auch die Mitarbeiter mittels einer internen Befragung mit einschließen. Am Ende seien die Kosten entscheidend. OB Klaus Pleil, der vor einem Jahr noch selbst gegen die Verlagerung der Stadtwerke gekämpft hatte und inzwischen die Fraktionsvorsitzenden über die jüngste Entwicklung informiert hat, zeigte sich von der überraschenden Wende sehr angetan. Er würde sich sogar bei der Wohnungsbaugesellschaft IGEWO für den Rücktausch der Grundstücke einsetzen. Die Stadt hatte seinerzeit als Eigentümer das Stadtwerke-Gelände im Zentrum gegen die Wiese an der Cerveteristraße im Brucker Westen, die im Besitz der IGEWO war, eingetauscht. Verwundert und weniger begeistert, gar verärgert zeigten sich die Befürworter des Umzugs der Stadtwerke in den Brucker Westen über den plötzlichen Sinneswandel. Ex-Stadtwerke-Chef Schönenborn versteht die Welt nicht mehr, schließlich habe man habe sich für den Standort im Brucker Westen, der im Gegensatz zu den beengten Verhältnissen im Zentrum beste Entwicklungsmöglichkeiten für die Stadtwerke bietet, eingesetzt. Auch die CSU- und SPD-Fraktionen, die seinerzeit für die Verlegung der Stadtwerke in den Brucker Westen stimmten, kritisieren das Vorgehen. Das stehe im Widerspruch zu gültigen Beschlüssen im Stadt- und Aufsichtsrat, das werde man nicht so hinnehmen, das sei Vertrauensbruch, wird argumentiert. 

Dieter Metzler

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