Stühle rücken im Fliegerhorst 

Wechsel Standortältester 

+
Generalmajor Robert Löwenstein, Kommandeur 1. Luftwaffendivision (li.) übergibt symbolisch die „Geschäfte“ des Standortältesten an Brigadegeneral Bernhardt Schlaak, Kommandeur Offizierschule der Luftwaffe.

Fürstenfeldbruck – Ein erstes „Stühle rücken“ gibt es aus dem Fliegerhorst Fursty zu vermelden: Das Kommando 1. Luftwaffendivision (LwDiv) wird zum 30. Juni 2013 in das Kommando Einsatzverbände Luftwaffe am Standort Köln/Wahn aufgehen. Vor diesem Hintergrund werden die Aufgaben des Standortältesten vom Kommandeur der 1. LwDiv, Generalmajor Robert Löwenstein, auf den Kommandeur der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw), Brigadegeneral Bernhardt Schlaak, übertragen.

 Schlaak wird die „Geschäfte“ des Standortältesten bereits ab 1. Januar 2013 wahrnehmen. Die symbolische Übertragung erfolgte am 22. November bei einer Informationsveranstaltung, zu der Löwenstein Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung ins Offizierheim eingeladen hatte. Dabei erläuterte Löwenstein auch den derzeitigen Planungsstand bezüglich der Konversion des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck aus Sicht der Bundeswehr.

Mit der Auflösung der Luftwaffendivision beginne am Standort die praktische Umsetzung der vom Bundesverteidigungsminister am 27. Oktober 2011 verkündeten Auflösung von Fursty, informierte Löwenstein, der in Köln/Wahn als Kommandeur Kommando Einsatzverbände Luftwaffe eine neue Aufgabe übernimmt. Genaue Termine über weitere Abzüge/Verlegungen von Dienststellen nannte er nicht. Für 2013 seien keine weiteren Auflösungen in Fursty vorgesehen, so Löwenstein.


In Verbindung mit den öffentlichen Auftritten, die der Standortälteste wahrnehme, präsentiere er das „Gesicht des Standortes“, meinte Löwenstein bei der symbolischen Übergabe der Aufgaben an den Kommandeur der Offizierschule. Er freue sich auf die Aufgabe als Standortältester, so Brigadegeneral Schlaak, auch wenn der Standort aufgelöst werde. Zugleich gab der Kommandeur der OSLw bekannt, dass im Rahmen einer Umorganisation die Grundausbildung der Offizierschüler nach Roth verlagert und die OSLw dann nur noch aus zwei Lehrgruppen (zuvor drei) bestehen wird. 


Nach dem Abzug der 1.LwDiv könnte der Standortälteste das Areal rund um den Air-Force-Platz aus seiner Trägerschaft abgeben. Im Gegensatz zu dem mitten auf dem Fliegerhorst stehenden alten Towergebäude, das ebenfalls 2013 frei wird, wären diese Gebäude von außen leicht zugänglich durch das Tor am Offizierheim an der Von-Gravenreuth-Straße. „Das müsste man nur einfach öffnen“, meinte Löwenstein. Er betonte seine Bereitschaft zu einer „kooperativen Konversion“. „Wir bewegen uns im Rahmen der Ausbildungsmöglichkeiten und der Kosten“, so Löwenstein. „Wer uns verschiebt, muss sich darüber im Klaren sein, auch die anfallenden „Verschiebekosten zu zahlen.“ Der Kreisstadt gab Löwenstein den Rat „so langsam in die Puschen zu kommen“ mit der Überplanung. Schließlich ergebe es keinen Sinn, wenn die leerstehenden Gebäude erhalten werden müssen, die man nicht mehr benötigt.


Zu dem immer wieder thematisierten „Dreiklang“ – Gedenkstätte für die Opfer des Olympia-Anschlags von 1972, einem Dokumentationszentrum im alten Towergebäude und einer militärischen Dokumentation über die Geschichte des Fliegerhorstes im Gebäude an der Hauptwache bezog Löwenstein erneut Stellung. Die Einrichtung eines Dokumentationszentrums über die Vorgänge von 1972 im alten Tower falle in den politischen Bereich und sei dort zu diskutieren und zu lösen. „Die Entscheidung gehört nicht in den Zuständigkeitsbereich der Bundeswehr“, betonte Löwenstein. Die Verlegung der Gedenkstätte vor dem Fliegerhorst an den alten Tower und damit näher an den Ort des Geschehens sei ebenfalls von den Mandatsträgern zu entscheiden. Über die Einrichtung einer militärischen Dokumentation im Gebäude an der Hauptwache fanden bereits erste Gespräche zwischen der Stadt und der Bundeswehr statt. Hier sicherte Löwenstein Unterstützung zu. Aufgrund der dort installierten Technik kann das Gebäude allerdings nicht vor 2017 freigegeben werden.


„Man geht von dem Ort an dem man sich wohlgefühlt hat, nicht einfach so weg“, sagte Löwenstein zum Ende des Pressegesprächs und gab bekannt, dass am 23. April 2013 ein Abschiedsappell mit einer Serenade, zu dem auch die Öffentlichkeit zugelassen ist, stattfindet. Einen „Großen Zapfenstreich“ wird es erst geben, wenn der Standort endgültig aufgelöst ist, versprach Löwenstein.                            

 Dieter Metzler                 




Meistgelesen

80-Jähriger stirbt an Unfallstelle
80-Jähriger stirbt an Unfallstelle
Neue Straßenbeleuchtung
Neue Straßenbeleuchtung
Zwei Kandidaten haben es geschafft
Zwei Kandidaten haben es geschafft
Kontroverse Diskussion über Fusion
Kontroverse Diskussion über Fusion

Kommentare