Ein ganz besonderes Ereignis

Startschuss bei Hochwasserschutz in Peißenberg

Bürgermeister Frank Zellner sowie Vize-Rathauschef Robert Halbritter beim offiziellen Spatenstich mit Planern, Gemeinderäten und Behördenvertretern.
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Bürgermeister Frank Zellner (4.v.re.) sowie Vize-Rathauschef Robert Halbritter (5.v.re.) beim offiziellen Spatenstich mit Planern, Gemeinderäten und Behördenvertretern.
  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Peißenberg – Bislang wurden in der Marktgemeinde eher kleinere und provisorische Maßnahmen zum Hochwasserschutz realisiert. Doch nun geht es an die Abarbeitung der großen Bauprojekte. Kürzlich ging der offizielle Spatenstich für die Errichtung eines U-förmigen Regenrückhaltebeckens südwestlich des Recyclinghofs über die Bühne.

Auf der Großbaustelle zwischen dem ehemaligen BHS-Gelände und dem früheren Grillo-Parkplatz soll bis 2023 ein Regenrückhaltebecken mit einer Einstaufläche von 18 000 Quadratmetern sowie einer Wasserspeicherkapazität von 44 000 Kubikmetern entstehen. Damit wird das 3,5 Millionen Euro teure Bauwerk nach seiner Fertigstellung bei einem 100-jährigen Hochwasser am Stadelbach Peißenbergs südlichen Ortsteil und insbesondere den Einkaufspark an der Hochreuther Straße vor Überschwemmungen wirksam schützen können.

In die Berechnungen ist sogar noch ein Klimawandelzuschlag eingerechnet. Flankiert wird der Beckenbau noch von diversen Gewässerausbauten entlang des Stadelbachs, unter anderem an der Schachtstraße. Nach dem Einlauf in das Regenrückhaltebecken wird das Wasser bei Starkregenereignissen über ein Drosselbauwerk wieder dosiert an den Stadelbach abgegeben. Der 500 Meter lange Einstaudamm wird eine Höhe von 5,4 Metern und eine Schüttmenge von sage und schreibe 47 000 Kubikmetern Erdmaterial haben. Das Volumen entspricht in etwa 3 500 LKW-Ladungen.

Nach den aktuellen, hydrologischen Berechnungen wird das Becken auch positive Wirkung auf Peißenbergs nördlichen Ortsteil haben: „Es wird auch für den Ortsteil bei Hochwassern schon ein bisschen was bringen“, erklärte Bauamtsmitarbeiter Thomas Schamper am Rande des Spatenstichs.

Langwieriges Verfahren

Das Planverfahren für das Rückhaltebecken war äußerst zeitintensiv und aufwendig. Erste Konzepte für den Peißenberger Hochwasserschutz wurden bereits 2007 erstellt. 2009 noch stand der Bau eines Regenrückhaltebeckens am Fendter Bach ganz oben auf der Prioritätenliste. Doch mit den Grundeigentümern konnte keine Einigung erzielt werden. Die Gemeinde fokussierte ihre Planungen zunächst auf „Peißenberg-Süd“. 2018 stieg man dann in das Planfeststellungsverfahren für das Regenrückhaltebecken am Recyclinghof ein.

„Es ist ein ganz besonderes Ereignis“, erklärte Bürgermeister Frank Zellner in seiner „Spatenstich-Rede“: „Es ist schließlich die erste große Baumaßnahme für den Peißenberger Hochwasserschutz.“ Insgesamt kalkuliert die Gemeinde an Hochwasserschutzbauten in den nächsten Jahren mit über 20 Millionen Euro. Dazu gehören Gewässerausbauten entlang des Wörthersbachs an der Bachstraße und der Bau des Rückhaltebeckens am Fendter Bach. „Das sind hohe Investitionen, aber sie sind nötig“, betonte Zellner die Bedeutung des innerörtlichen Hochwasserschutzes: „Wir als Gemeinde werden mit den Belastungen umgehen können – und auch müssen.“

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