29. März ist Stichwahl

Stichwahl in Alling: Joachimsthaler gegen Schröder

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Stefan Joachimsthaler von der CSU (links) und Hans Schröder von der ABV treten in Alling bei der Stichwahl gegeneinander an

Alling -  Stefan Joachimsthaler für die CSU und Hans Schröder für die neu gegründete Allinger Bürgervereinigung (ABV) – das sind die beiden Bürgermeisterkandidaten bei der Stichwahl am 29. März in Alling, die aufgrund der Corona-Pandemie ausschließlich per Briefwahl stattfindet. Beide Bewerber wollen den Gemeinderat auf ihre Weise erneuern.

Für eine offene Gemeinderatspolitik will sich Joachmisthaler stark machen, der im ersten Wahlgang 47,3 Prozent der Stimmen erhalten hatte. „Ich möchte mit allen Gruppierungen reden, alle ins Boot holen“, sagt er. Obwohl der Parteikollege des Amtsinhabers Frederik Röder ist, sieht der CSU-Kandidat keinen Anlass für ein bloßes „weiter so“. Zumal es im Ratsgremium auch einen Generationenwechsel gegeben habe. „Wir haben acht neue Gemeinderäte, mit denen auch neue Ideen kommen.“

CSU modernisieren

„Es gibt eine neue CSU“, verspricht Joachimsthaler, der auf einen respektvollen Umgang setzen will. „Ich will die CSU-Politik modernisieren.“ Wie sich das auf die konkrete Umsetzung von Zielen auswirkt, macht der CSU-Kandidat auch vom Ausgang der Corona-Krise abhängig. Er befürchtet, dass durch die negativen Auswirkungen auf der Wirtschaft nicht mehr so viel Geld in der Gemeindekasse sein werde.

Zukunftswerkstatt mit Bürgern

Oberste Priorität habe dann aber die Sanierung der Staatsstraße in Alling. „Ich möchte eine Zukunftswerkstatt mit allen interessierten Bürgern machen, die vielleicht Ideen einbringen, von denen wir jetzt noch gar nichts wissen.“ Außerdem ist der Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage und die Fortsetzung seines jüngst ins Leben gerufenen Projekts „Alling hilft“ ein Anliegen.

Sorge um Gewerbesteuer

Sich für den Fall seiner Wahl auf die Umsetzung baulicher Maßnahmen zu fixieren, fällt Hans Schröder deutlich schwerer. Auch er befürchtet eine Rezession aufgrund der Corona-Pandemie: „Die Gewerbesteuer wird massiv wegbrechen.“ Bei den Baumaßnahmen werden man deshalb erst einmal abwarten müssen, was man verantworten kann. „Vielleicht müssen wir auch den einen oder anderen Wunsch verschieben“, sagt er.

Informationspolitik

Schröder, der im ersten Wahlgang auf 38,1 Prozent der Stimmen gekommen war, hat die ABV nach seinem Austritt aus der CSU neu gegründet. Sein vorangegangenes Zerwürfnis mit Rathauschef Röder hat der amtierende Vizebürgermeister im Wahlkampf kaum noch thematisiert. Einen kleinen Seitenhieb hat er sich mit Blick auf den von ihm angekündigten Führungsstil als Rathauschef aber nicht verkneifen. „Zuletzt wurde die Bevölkerung oft erst informiert, wenn Themen bereits hochgekocht sind.“

Fraktionsübergreifend zusammenarbeiten

Er wolle die Öffentlichkeit verstärkt und frühzeitig einbinden. „Ich will die Bürgernähe und Transparenz erhöhen“, betont Schröder. Im Ratsgremium will er überparteilich arbeiten und moderieren – zumal die Mehrheitsverhältnisse auch neu gemischt wurden und die CSU nur noch 25 Prozent erhalten habe. Die Räte will er künftig umfassender informieren, sich mehr Zeit bei wichtigen Entscheidungen lassen und fraktionsübergreifend besser zusammenarbeiten. „Alles andere wird sich nach der Corona-Krise zeigen.“

Andreas Daschner

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