Ausstellung im Museum Fürstenfeldbruck – OB Pleil: "Kreisheimatpfleger Drexler ist die treibende Kraft"

Steinzeitliche Funde aus dem Haspelmoor

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Sie präsentieren steinzeitliche Funde aus dem Haspelmoor in einer Ausstellung im Museum Fürstenfeldbruck (v. l.): Dr. Eva von Seckendorff, Angelika Mundorff, Robert Graf, Toni Drexler, Dr. Michael Peters und Brucks OB Klaus Pleil.

Fürstenfeldbruck – Ein Fischer versucht mit einem Speer mit einer primitiven Steinspitze von seinem Einbaum – einem Boot –  aus einen Fang zu machen, während am Uferrand andere Menschen Beeren sammeln oder Jagd auf Wildtiere machen. So oder so ähnlich könnte sich das Leben vor über 10.000 Jahren rund um das heutige Haspelmoor abgespielt haben. Ein Ausstellung im Museum Fürstenfeldbruck zeigt nun Fundstücke und Informationen aus dieser Zeit – dem sogenannten Mesolithikum, als der „Mittleren Steinzeit“.

 Seinen Ausgang nahm die Ausstellung schon vor vielen Jahren bei einem Radausflug von Kreisheimatpfleger Toni Drexler. „Es war am Buß- und Bettag 1994, als ich bei dem Ausflug auf einem Acker im Haspelmoor eine Handvoll winziger Steine gefunden habe“, erzählte Drexler bei der Eröffnung der Ausstellung. Welche Bedeutung dieser Fund hatte, wurde erst nach einer Untersuchung klar: Die Steine sind die derzeit ältesten erhaltenen menschlichen Hinterlassenschaften unserer Heimat. Über 13.000 ähnliche Artefakte hat Drexler mit den Mitgliedern des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte im Historischen Verein Fürstenfeldbruck mittlerweile gesammelt. Die Fundstücke erzählen eine Geschichte aus einer Zeit, als das heutige Haspelmoor noch ein See – der Haspelsee – war, an dem Steinzeitmenschen siedelten. Von 9600 bis 5500 vor Christus lebten rund 80 bis 90 Personen dort von Jagd, Fischfang und allem, was die Natur sonst so hergab. „Es war der ideale Lebensraum für Jäger und Sammler“, sagt Dr. Eva von Seckendorff, die die Fundstücke gemeinsam mit Angelika Mundorff nun zu der Ausstellung „Am Wasser – Steinzeitmenschen am Haspelsee“ zusammengestellt hat. 

Neben Drexler konnten die beiden Kunsthistorikerinnen dabei auch auf die Mithilfe des Archäologen Robert Graf und des Paläobotanikers Dr. Michael Peters zählen. Zu sehen gibt es neben den Steinwerkzeugen und Keramikgefäßen unter anderem auch Filme, Bilder und als Höhepunkt einen 350 Kilogramm schweren und sieben Meter langen Einbaum. 

Brucks OB Klaus Pleil lobte neben den Ausstellungs-Machern vor allem auch Drexler als treibende Kraft hinter der archäologischen Forschung im Haspelmoor. „Es ist wichtig, dass sich jemand die Mühe macht, diese Fundstücke auszugraben und für die Nachwelt zu erhalten“, sagte das Stadtoberhaupt.

 Andreas Daschner

 

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