Sterbeforscher Jakoby: Wir leben nach dem Tod

Das Freizeitheim in der Wildmoosstraße war zum zweigeteilten Vortragsthema „Leben nach dem Tod“ natürlich stark von älteren Interessenten besucht. Thomas Breitenfellner und Alexander Weise hatten den international geschätzten Sterbeforscher und Autor Bernard Jakoby zu diesem oft verdrängten, religions- und kulturunabhängigen Einblick eingeladen.

Eher ungewöhnlich, dass zu diesem Themenkomplex der Vortragende im Trainingsanzug und in Sportschuhen auftritt. Vielleicht wollte er aber nur damit bewusst machen, mit wie wenig Äußerem man seine letzte Reise in eine weiterhin bestehende Ungewissheit antritt. Im ersten Teil seiner Ausführungen ging Bernard Jakoby auf den „Nahtod“, also die Empfindungen/ Wahrnehmungen vor dem Sterben ein; im zweiten Teil „Nachtod“ mit diversen, bereits bekannten Beispielsfällen auf die zum Teil körperlich-physikalisch-geistig völlig unerklärlichen Phänomene in Erinnerung und Vorgang. Jakoby hat zehn Jahre seines Lebens darauf verwendet, in seinen (Nach-)Forschungen Vergleichbarkeiten herzustellen und in zehn veröffentlichten Publikationen eine wissenschaftliche Basis zu seinen Erkenntnissen vorzulegen. Alles erscheint in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehbar. Dem Referenten muß man aber eine tiefe, christlich geprägte Grundhaltung zum Tabu-Thema „Sterben“ bescheinigen. Jakoby ist sich sicher: „Wir leben nach dem Tod!“ Er sieht dies unabwendbare Ereignis als einen Übergang in einem universalen Geschehen, als einen roten Faden durch das Weltgeschehen. Alle Studien und Forschungsaufträge hierzu beschränkten sich in früheren Jahrzehnten auf wissenschaftliche Bemühungen in den USA. Inzwischen hat Europa auf diesem Gebiet nachgezogen, intensiv in Großbritannien und den Niederlanden und hierzulande durch Jakoby. Übereinstimmend ist sich die Forschung einig, dass auch außerhalb der Körperlichkeit ein Bewusstsein existiert. Dies ist medizinisch nicht belegbar, aber offensichtlich der einzige Mangel. Aussagen zu todesnahe Erfahrungen mehren sich, auch wenn es sich dabei oft nur um Eindrücke aus Sekundenbruchteilen handeln kann. Ermöglicht dadurch, dass „Menschen heute häufiger medizinisch aus den Randzonen zum Tod zurückgeholt werden.“ Übereinstimmend berichteten die Patienten später über eine unglaubliche Leichtigkeit: „Ich schwebte an der Decke, war schmerzfrei und sorglos. Ich hatte meine Angst überwunden …“ Hinzu kam bei den meisten aus diesem Berichterkreis, in einer „außerkörperlichen Erfahrung“ mehrere gleichzeitige Ereignisse bewusst wahrgenommen zu haben, von verschiedenen Personen und Plätzen: „Ich habe von oben nach unten auf meinen Körper geblickt.“ Helligkeit spielt in den Berichten eine große Rolle und die Begegnung mit bereits früher Verstorbenen taucht ebenso auf wie die Zurückbewegung zum Anfang des eigenen Lebens. „Der ganze Vorgang des Lebens ist gespeichert, wie in einem Computer … Die gesamte Summe aller Schmerzen und Freuden.“ Jakoby spricht von fünf inneren, finalen Sterbephasen des Menschen, wenn das letzte Bett erreicht ist, eine sanfte Lockerung zwischen Körper und Seele einhergeht mit der eigenen Akzeptanz des Zustands: „Man gewinnt eine andere Form des Seins. Man begreift Gott.“ Über die ‚Nachtod-Kontakte’ - „Ich habe tausende von Reaktionen auf meine Veröffentlichungen erhalten.“ - erzählt Jakoby, dass es in der Absicht Verstorbener läge, Angehörige zu beruhigen; sie sollten sich keine Sorgen um sie machen. Es gäbe ein individuelles Weiterleben. Kontakte bestünden über physikalische Phänomene wie das Stehenbleiben von Uhren zum exakten Sterbezeitpunkt. Lichter, Computer oder das Fernsehen gingen völlig eigenständig an oder die plötzliche Wahrnehmung von Gerüchen, die untrennbar in der Erinnerung mit einem Verstorbenen im Zusammenhang stünden. Die Echtheit solcher Erscheinungen könne man daran erkennen, dass man den Kontakt zum Toten selbst nicht herstellen kann. „Alle Unprüfbarkeiten sind energetische Phänomene.“ Sehr stark realisierten sich Verbindungen über Träume, in denen Verstorbene ihr bestes Aussehen annehmen und Kinder älter würden. Die Intensität der Wahrnehmungen nähme zu, so auch die Vorahnung von einem plötzlichen Tod, denn „die Seele ist die Vermittlung zwischen beiden Welten.“ Jakoby zitiert die Bibel und hieraus insbesondere die Offenbarung des Evangelisten Johannes: „Die Stadt bedarf keiner Sonne, denn wir haben den göttlichen Funken in uns.“ Nach seiner Auffassung betritt der Verstorbene eine Orientierungsebene, in der er alle begrüßt, die ihm nahestanden: „Eine unbändige Freude über das Wiedersehen erfüllt ihn durch und durch …“

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