Stichwahl am 22. Juli 2012 bei Bürgermeisterwahl in Puchheim – Wahlbeteiligung lag nur bei 44,39 %

Das CSU-Lager“ verfolgte gespannt die Bekanntgabe der Wahlergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken (von links): Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, Gröbenzells Bürgermeister Dieter Rubenbauer, Landesgruppenvorsitzende Gerda Hasselfeldt, Landrat Thomas Karmasin, Bürgermeisterkandidat Harald Heitmeir. Foto: Dieter Metzler

Die große Überraschung bei den Bürgermeister-Wahlen am 8. Juli in Puchheim ist ausgeblieben. Was viele Wähler vorausgeahnt hatten, traf tatsächlich ein: Es wird eine Stichwahl geben, und zwar am 22. Juli 2012. Aus dem Kandidaten-Quartett hat sich ein Bewerber-Duo gebildet: Norbert Seidl (SPD) und Harald Heitmeir (parteifreier CSU-Kandidat) gingen aus der Wahl als Sieger hervor. Schon nach Bekanntgabe des ersten Stimmkreises, wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale, zeichnete sich auch ab, dass die Kandidaten Manfred Sengl (Grüne) und Wolfgang Wuschig (UBP) chancenlos waren. Da aber auch keiner der beiden Bewerber mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen im ersten Anlauf schaffte, müssen die Puchheimer am 22. Juli erneut darüber entscheiden, wer als Nachfolger des nach 24 Jahren nicht mehr antretenden Herbert Kränzlein ins Puchheimer Rathaus einzieht.

Nach Auszählung der elf Stimmbezirke nimmt Kränzleins Parteigenosse Seidl mit 34,41 Prozent dabei knapp die „Pool-Position“ vor Heitmeir ein, der 30,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Das sind gerade einmal 237 Stimmen Unterschied. Der für Unabhängigen Bürger Puchheims (UBP) ins Rennen gegangene zweite Bürgermeister, Wolfgang Wuschig, kam hingegen auf 18,28 Prozent und Manfred Sengl von den Grünen auf 16,41 Prozent. Ein wenig enttäuscht schienen Sengl und Wuschig, hatten doch beide mit einem Ergebnis von mehr als 20 Prozent gerechnet. Entäuscht äußerte sich auch der bisherige Bürgermeister Kränzlein zur geringen Wahlbeteiligung: Diese betrug nur 44,39 Prozent. 15.244 Puchheimer waren zu den Wahlurnen aufgerufen, Nur 6.765 waren letztlich diesem Aufruf gefolgt. „Das ist eine Katastrophe für die Demokratie“, sagte Kränzlein, der im Vorfeld der Wahlen auf der Internetseite der Stadt zum Wahlgang aufgerufen hatte. Allerdings waren vor sechs Jahren auch nicht mehr zum Wählen gegangen. Überrascht zeigte sich Kränzlein dann aber doch vom Ergebnis. „Das Norbert Seidl in die Stichwahl kommt, damit habe ich natürlich gerechnet, nicht aber dass er als erster in die Stichwahl geht“, so der noch amtierende Rathauschef. „Das freut mich natürlich“. Dem SPD-Kandidaten Seidl werden nicht nur aus diesem Grund nun die besten Chancen eingeräumt, Puchheims neuer Bürgermeister zu werden. Während Grünen-Kandidat Sengl davon ausgeht, dass seine Wähler aufgrund der meisten Gemeinsamkeiten wohl mehr Seidl bei der Stichwahl unterstützen werden, hielt sich UBP-Kandidat Wuschig diesbezüglich mit einer Aussage zurück. Der in Germering wohnende Heitmeir bezweifelt, dass ein Wahlsieg nun nur über die Empfehlungen anderer Parteien führe. Er äußerte sich sehr zufrieden über das Wahlergebnis und hält den Rückstand von nicht einmal 300 Stimmen für aufholbar. Er werde die nächsten zwei Wochen bis zur Stichwahl jedenfalls nutzen, möglichst viele Wähler zu überzeugen und zu mobilisieren. Gelegenheit dazu erhalten beide Kandidaten am Dienstag, 17. Juli, 19.30 Uhr, wenn sie im Saal des Bürgertreffs am Grünen Markt in Puchheim bei einer Veranstaltung unter dem Motto „Wer wird Nachfolger von Herbert Kränzlein“ aufeinandertreffen und sich nochmals den Wählern präsentieren.

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